Diplomarbeit, 2009
84 Seiten, Note: 1,1
1 WIRTSCHAFTLICHE KRISE - HINTERGRÜNDE UND FAKTEN
1.1 EREIGNISSE DER FINANZKRISE SEIT 2006
1.2 AUSWIRKUNGEN DER FINANZKRISE AUF DIE REALWIRTSCHAFT
2 ARBEITSRECHTLICHE GRUNDLAGEN BEIM PERSONALABBAU
2.1 AUFBAU UND SYSTEMATIK DES ARBEITSRECHTS
2.1.1 INDIVIDUALARBEITSRECHT
2.1.2 KOLLEKTIVES ARBEITSRECHT
2.1.3 DIE ARBEITSGERICHTSBARKEIT
2.2 RECHTSQUELLEN
2.2.1 ARBEITSRECHT IN EUROPA UND INTERNATIONAL
2.2.2 RANGORDNUNG DER RECHTSQUELLEN
2.2.3 GRUNDRECHTE, TARIFVERTRAG, BETRIEBSVEREINBARUNG, DIREKTIONSRECHT
2.3 SCHUTZGESETZE
2.4 BEENDIGUNG VON ARBEITSVERHÄLTNISSEN
2.4.1 ORDENTLICHE, FRISTGERECHTE KÜNDIGUNG
2.4.2 ÄNDERUNGSKÜNDIGUNG
2.4.3 FRISTLOSE KÜNDIGUNG AUS WICHTIGEM GRUND
2.4.4 ALTERNATIVE MÖGLICHKEITEN
3 SOZIALPOLITISCHE ALTERNATIVEN
3.1 UNTERNEHMENSINTERNE MÖGLICHKEITEN
3.1.1 ABBAU VON MEHRARBEIT
3.1.2 URLAUBS- UND ARBEITSZEITÄNDERUNGEN
3.1.3 EINSTELLUNGSSTOPP
3.1.4 VERSETZUNG UND PERSONALENTWICKLUNG
3.1.5 INSOURCING
3.1.6 VORRUHESTAND
3.1.7 ENTGELTKÜRZUNGEN
3.2 STAATLICH GEFÖRDERTE ALTERNATIVEN
3.2.1 KURZARBEIT
3.2.2 STATISTIK ZUR KURZARBEIT
3.2.3 TRANSFERGESELLSCHAFTEN
3.2.4 STATISTIK ZUM TRANSFERKURZARBEITERGELD
4 VORSTELLUNG DER MUSTER GMBH
4.1 GESCHÄFTSFELDER DER MUSTER GMBH
4.2 DER FACHBEREICH TECHNIK
4.3 ÖKONOMISCHE SITUATION
5 PERSONALPOLITISCHE AUSGANGSSITUATION DER MUSTER
5.1 DIE BELEGSCHAFT
5.2 PERSONALKOSTEN IM BETRIEBSMITTELSERVICE
5.3 ERHALT DER STAMMBELEGSCHAFT
5.4 ALTERNATIVE MÖGLICHKEITEN
5.5 KOMMUNIKATION DES PERSONALABBAUPROZESSES
5.6 GESPRÄCHE IN BEZUG AUF ALTERSTEILZEIT
5.7 GESETZLICHE RECHTE UND PFLICHTEN
6 ENTSCHEIDUNGSFINDUNG
6.1 AUSWAHLVERFAHREN, RANKINGS
6.2 VARIANTEN DER MITARBEITERAUSWAHL
6.3 ÄLTERE MITARBEITER
6.4 RISIKOFAKTOR FORMFEHLER
7 KOMMUNIKATION IM BETRIEB
7.1 TABUISIERUNG
7.2 DAS SURVIVOR SYNDROM
7.3 OFFENHEIT
7.4 ROLLE DES VORGESETZTEN, BETRIEBS- UND PERSONALRATS
8 SITUATION DER ENTSCHEIDER
8.1 ROLLENKONFLIKTE
8.2 PSYCHISCHE BELASTUNG
8.3 AUSWAHLSTRATEGIE
8.4 DIE FÜNF GRÖßTEN FEHLER BEIM PERSONALABBAU
8.5 LEITFADEN ZUR ERFOLGREICHEN GESTALTUNG DES PERSONALABBAUS
8.5.1 ENTSCHEIDUNG
8.5.2 PLANUNG
8.5.3 ANKÜNDIGUNG
8.5.4 UMSETZUNG
9 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
Die Arbeit untersucht die personelle Situation der Muster GmbH vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise. Das primäre Ziel ist es, unternehmerische und rechtliche Strategien für einen notwendigen Personalabbau aufzuzeigen, wobei insbesondere der Bereich "Betriebsmittelservice" als Fallbeispiel dient und die Führungsebene bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung unterstützt werden soll.
8.4 Die fünf größten Fehler beim Personalabbau
Erster Fehler ist die Konzentration auf kurzfristige Ziele. Insbesondere in Krisen wird die Dezimierung des Aufwands für einen schnellen und sicheren Weg der Ergebnisverbesserung gehalten. Dabei geraten strategische Überlegungen oft in Vergessenheit. Diese Dezimierung sichert das bisherige Geschäft höchstens kurzfristig ab, da die gleiche Arbeit durch eine geringere Anzahl von Mitarbeitern bewältigt wird und es dem Unternehmen Zeit gewinnen lässt. Selbst das gelingt nur selten, weil sich unter dem Druck eine schnelle Ergebniswende herbeiführen zu wollen, die Planung und Umsetzung eher auf die Geschwindigkeit als auf die Effektivität konzentriert. Diese Vorgehensweise lässt die eigentlich nötige Sorgfalt in den Hintergrund geraten.
Der zweite Fehler ist der Verzicht auf eine gründliche Vorbereitung und Unterstützung der Führungskräfte. Das Topmanagement beschließt den Abbau an Personal und erwartet von seinen Führungskräften die möglichst zeitnahe Umsetzung. Im Wesentlichen sind die Führungskräfte ab der Bekanntgabe auf sich allein gestellt und sollen die Aufgabe durchführen. In keiner Weise, weder während der Kündigungsphase und in der Zeit danach, werden die Führungskräfte auf die Aufgaben vorbereitet. Sie erhalten auch keine Unterstützung bei der Frage, wie sie mit den zu Kündigenden und den Verbleibenden umgehen sollten. Fragen bleiben auch im Umgang mit der eigenen Unsicherheit der Führungskräfte offen. Oft sind die Budgets für solche unterstützenden und vorbereitenden Maßnahmen bereits gekürzt oder ganz gestrichen. Im Personalabbau erfolgreiche Unternehmen legen Wert auf die inhaltlich und emotional sorgfältige Vorbereitung ihrer Führungskräfte. Sie unterstützen diese in der turbulenten Kündigungsphase bei der Wahrnehmung ihrer Führungsfunktion und in der Führung ihrer eigenen Person.
1 WIRTSCHAFTLICHE KRISE - HINTERGRÜNDE UND FAKTEN: Beleuchtung der Ursachen und des Verlaufs der Finanzkrise ab 2006 sowie deren direkte Auswirkungen auf die Realwirtschaft.
2 ARBEITSRECHTLICHE GRUNDLAGEN BEIM PERSONALABBAU: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen, inklusive Kündigungsarten und sozialer Aspekte beim Abbau von Personal.
3 SOZIALPOLITISCHE ALTERNATIVEN: Analyse von unternehmensinternen und staatlich geförderten Maßnahmen, die vor einer Kündigung in Betracht gezogen werden können, wie z.B. Kurzarbeit.
4 VORSTELLUNG DER MUSTER GMBH: Unternehmensvorstellung und Beschreibung des spezifischen Fachbereichs Technik, der als Fallbeispiel für die Personalabbaustrategie dient.
5 PERSONALPOLITISCHE AUSGANGSSITUATION DER MUSTER: Detaillierte Betrachtung der Belegschaftsstruktur und der wirtschaftlichen Kennzahlen der Muster GmbH vor dem geplanten Personalabbau.
6 ENTSCHEIDUNGSFINDUNG: Erörterung möglicher Auswahlverfahren und Kriterien bei der Mitarbeiterauswahl sowie Hinweise auf Risikofaktoren wie Formfehler bei Kündigungen.
7 KOMMUNIKATION IM BETRIEB: Untersuchung der Bedeutung betrieblicher Kommunikation, insbesondere bei Trennungsprozessen und dem Umgang mit dem sogenannten "Survivor Syndrom".
8 SITUATION DER ENTSCHEIDER: Analyse der psychischen Belastung und Rollenkonflikte, denen Führungskräfte bei der Durchführung von Personalabbauprozessen ausgesetzt sind.
9 HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN: Zusammenfassende Beratung zur strategischen und operativen Umsetzung eines fairen und rechtskonformen Personalabbaus.
Personalabbau, Finanzkrise, Muster GmbH, Arbeitsrecht, Kündigung, Sozialplan, Kurzarbeit, Transfergesellschaft, Personalführung, Kommunikation, Survivor Syndrom, Rollenkonflikte, Betriebsmittelservice, Mitarbeiterbindung, Restrukturierung
Die Diplomarbeit behandelt die Herausforderungen und Strategien eines betriebsbedingten Personalabbaus innerhalb eines Industrieunternehmens während einer wirtschaftlichen Krisenphase.
Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Rahmenbedingungen der Kündigung, den alternativen sozialpolitischen Maßnahmen zum Erhalt der Belegschaft sowie der psychologischen und kommunikativen Führungskompetenz bei Personalabbauprozessen.
Das Ziel ist es, für die Muster GmbH ein Konzept zu erarbeiten, das den 15-prozentigen Personalabbau sowohl rechtssicher als auch sozial verantwortlich und kommunikativ professionell umsetzt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse arbeitsrechtlicher und personalwirtschaftlicher Grundlagen sowie auf der praxisnahen Fallstudie und Befragung von internen Entscheidungsträgern der Muster GmbH.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Krisenkontexts, die rechtlichen Grundlagen, die Vorstellung des Unternehmens, die Analyse der Führungssituation und die Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Die wesentlichen Keywords sind Personalabbau, Arbeitsrecht, Führungskompetenz, Sozialplan, interne Kommunikation und Krisenbewältigung.
Führungskräfte stehen unter besonderer psychischer Belastung durch Rollenkonflikte, da sie Entscheidungen treffen müssen, die oft ihr eigenes soziales Umfeld innerhalb des Unternehmens betreffen.
Der Betriebsmittelservice fungiert als konkretes Fallbeispiel einer unwirtschaftlichen Abteilung, deren Schließung die Notwendigkeit des Personalabbaus bei der Muster GmbH verdeutlicht.
Eine offene und transparente Kommunikation ist laut Arbeit entscheidend, um Ängste bei der Belegschaft zu mindern, die Glaubwürdigkeit der Führung zu wahren und die Motivation der Verbleibenden (Survivor) zu sichern.
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