Magisterarbeit, 2007
96 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
1. Fragestellung
2. Methode
3. Quellen
4. Literatur
5. Bamberg zu Beginn der Frühen Neuzeit
II. Die Verfassung der Stadt im Untersuchungszeitraum
1. Die Entwicklung der Verfassung
2. Die Stadtherrschaft
3. Die Bürgerschaft
4. Die Gerichte
5. Die Immunitäten
6. Zusammenfassung
III. Die bürgerliche politische Führungsgruppe
1. Politische Partizipation
2. Vermögen
3. Soziale Kontakte
4. Mobilität
5. Gab es in Bamberg ein Patriziat?
IV. Kontinuität und Brüche in der Führungsgruppe
1. Der Bauernkrieg
2. Die Markgrafenfehde
3. Reformation und Konfessionalisierung
4. Die Hexenverfolgungen
5. Zusammenfassung
V. Schluss
Die Arbeit untersucht die bürgerliche politische Führungsgruppe der Stadt Bamberg im Zeitraum von 1500 bis 1627. Das primäre Ziel besteht darin, die von dieser Gruppe dominierten Institutionen der Verfassung sowie das Ausmaß ihres politischen Einflusses zu analysieren und die Gruppe hinsichtlich ihrer sozialen Zusammensetzung, Vermögensverhältnisse und Interaktionsmuster näher zu bestimmen, um die Frage nach der Existenz eines Patriziats zu klären.
2. METHODE
Zu Beginn der methodischen Ausführung soll zunächst kurz erklärt werden, was überhaupt unter dem Begriff Führungsgruppe verstanden werden soll. Hierbei ist es sinnvoll, mit dem Begriffspaar Oberschicht und Führungsgruppe zu arbeiten. Als städtische Oberschicht sollen diejenigen Personen und Familien bezeichnet werden, die in erster Linie durch Reichtum, aber auch durch Bildung, Prestige und Einfluss „an der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie stehen und dadurch auch politisch privilegiert sind. (...) Der Begriff Führungsgruppen dagegen umfaßt den Personenkreis, der formelle Positionen bzw. Ämter innehat und durch Wahrnehmung dieser Möglichkeiten bewusst politischen Einfluß ausübt.“ Die Mitglieder der Führungsgruppen sind dadurch zu Teilen personenidentisch mit dem Kern der Oberschicht. Wichtig ist, dass nicht nur politische Macht, Vermögen und Status für die Zugehörigkeit zu Führungsgruppen bestimmende Bedeutung haben, sondern vor allem auch die sozialen Beziehungssysteme zwischen den Mitgliedern. Demnach sind Führungsgruppen soziale Gebilde bestehend aus einem dichten Netzwerk interpersoneller Bindungen. Diese Bindungen können soziale Beziehungen verschiedenen Typs sein, für die Frühe Neuzeit vor allem wichtig waren Verwandtschaft, Landsmannschaft, Freundschaft und Patronage. Stellt man diese Beziehungen graphisch als Striche zwischen Punkten, die Personen der Führungsgruppe entsprechen sollen, dar, so entsteht der optische Eindruck eines Netzes, das zentralere und peripherere Punkte gemessen an der absoluten Anzahl der Verbindungen aufweist.
I. Einleitung: Die Einleitung legt die Fragestellung und den methodischen Ansatz zur Erforschung der Bamberger politischen Führungsgruppe zwischen 1500 und 1627 dar.
II. Die Verfassung der Stadt im Untersuchungszeitraum: Dieses Kapitel beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen der Stadt, inklusive der Stadtherrschaft, der Bürgerschaft und der für die Stadt prägenden Immunitäten.
III. Die bürgerliche politische Führungsgruppe: Hier werden die Mitglieder der Führungsgruppe hinsichtlich ihrer politischen Partizipation, ihres Vermögens, ihrer sozialen Kontakte und ihrer Mobilität analysiert.
IV. Kontinuität und Brüche in der Führungsgruppe: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen politischer Ereignisse wie den Bauernkrieg, die Markgrafenfehde, die Konfessionalisierung und die Hexenverfolgungen auf die Stabilität der Führungsgruppe.
V. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die politische Machtstruktur sowie die Zusammensetzung der bürgerlichen Elite in Bamberg.
Bamberg, politische Führungsgruppe, Stadtrat, Frühe Neuzeit, Patriziat, Verfassung, Immunitäten, soziale Netzwerke, Konfessionalisierung, Hexenverfolgung, soziale Mobilität, Ratsherren, Sozialgeschichte, städtische Oberschicht, Steuerlisten.
Die Arbeit analysiert die städtische politische Führungsgruppe in Bamberg zu Beginn der Frühen Neuzeit und untersucht deren Struktur, Machtbasis und soziale Verflechtungen.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die politische Verfassung Bambergs, die politische Teilhabe der Bürger sowie die soziale Dynamik und wirtschaftliche Basis der Führungsschicht.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der politischen Einflussnahme der Führungsgruppe und die Klärung der Frage, ob es in Bamberg zu dieser Zeit ein definiertes Patriziat gab.
Der Autor verwendet einen prosopographischen Ansatz, um Daten über Ratsmitglieder zu sammeln, ergänzt durch eine Analyse sozialer Netzwerke, basierend auf Quellen wie Steuerlisten und Kirchenbüchern.
Der Hauptteil behandelt die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen, die Partizipation am Stadtrat, die Vermögensverhältnisse sowie die Auswirkungen von Großereignissen wie der Reformation und den Hexenprozessen auf die politische Elite.
Die wichtigsten Begriffe sind Bamberg, politische Führungsgruppe, Stadtrat, Frühe Neuzeit, Patriziat, Konfessionalisierung, Hexenverfolgung und soziale Netzwerke.
Die Verfolgungen führten zu einer Zäsur durch den Tod zahlreicher Ratsmitglieder und Familienangehöriger, bewirkten jedoch keinen langfristigen personellen Umbruch in der politischen Struktur.
Die Immunitäten bildeten geistliche Sonderbezirke innerhalb der Stadt, die durch eigene Rechte und eine Abhängigkeit vom Domkapitel die politische Autonomie der Bürgerstadt einschränkten.
Unter den Fürstbischöfen Ende des 16. Jahrhunderts wurde ein strikter konfessioneller Kurs eingeschlagen, der protestantische Räte zur Konversion oder zum Rücktritt aus ihren Ämtern zwang.
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