Fachbuch, 2010
72 Seiten
1. Einleitung
2. Leben und Wirken der Hildegard von Bingen
3. Heiligsprechung und Anerkennung als Kirchenlehrerin
Das Ziel dieses Buches ist es, ein umfassendes Porträt der mittelalterlichen Mystikerin, Äbtissin und Universalgelehrten Hildegard von Bingen zu zeichnen und ihren Einfluss auf Kirche, Theologie und Naturkunde darzustellen.
Hildegards innerer Kampf
Ihren inneren Kampf schilderte sie später mit folgenden Worten: „Ich aber, obwohl ich diese Dinge hörte, weigerte mich lange Zeit sie niederzuschreiben – aus Zweifel und Missglauben und wegen der Vielfalt menschlicher Worte, nicht aus Eigensinn, sondern weil ich der Demut folgte und das so lange, bis die Geißel Gottes mich fällte und ich ins Krankenbett fiel; dann endlich bewegt durch vielerlei Krankheit … gab ich meine Hand dem Schreiben anheim. Während ich’s tat, spürte ich …. den tiefen Sinn der Heiligen Schrift; ich erhob mich so selbst von der Krankheit durch die Stärke, die ich empfing und brachte das Werk zu seinem Ende – eben so – in zehn Jahren. … Und ich sprach und schrieb diese Dinge nicht aus Erfindung meines Herzens oder in irgend einer anderen Person, sondern durch die geheimen Mysterien Gottes, wie ich sie vernahm und empfing von den himmlischen Orten. Und wieder vernahm ich eine Stimme vom Himmel, und sie sprach zu mir: Erhebe deine Stimme und schreibe also!“
Der britische Neurologe und Schriftsteller Oliver Sacks erklärte die sehr bildliche Beschreibung der körperlichen Zustände und der Visionen von Hildegard als Symptome einer schweren Migräne, speziell wegen der von ihr geschilderten Lichterscheinungen (Auren). Sacks und andere Naturwissenschaftler vermuten, dass Hildegard an einem Skotom litt, das diese halluzinatorischen Lichtphänomene bewirkte. Unter einem Skotom versteht man einen funktionellen oder bleibenden Ausfall des Gesichtsfeldes. Er gilt als Zeichen verschiedener Augenkrankheiten.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Person der Hildegard von Bingen ein und skizziert ihre vielfältigen Rollen als Mystikerin, Äbtissin und Gelehrte.
2. Leben und Wirken der Hildegard von Bingen: Hier werden die biografischen Stationen, ihre Visionen, der Aufbau ihrer Klöster sowie ihre Auseinandersetzungen mit kirchlichen Autoritäten detailliert beschrieben.
3. Heiligsprechung und Anerkennung als Kirchenlehrerin: Dieser Abschnitt behandelt den langwierigen Prozess ihrer Kanonisierung und ihre späte offizielle Anerkennung als Kirchenlehrerin im Jahr 2012.
Hildegard von Bingen, Mittelalter, Mystik, Äbtissin, Visionen, Kirchenlehrerin, Disibodenberg, Rupertsberg, Eibingen, Theologie, Naturkunde, Benediktinerin, Heiligsprechung, Papst, Mittelalterliche Frauenbewegung
Das Buch bietet eine fundierte Biografie über Hildegard von Bingen, die ihre Bedeutung als religiöse, wissenschaftliche und künstlerische Persönlichkeit des Mittelalters beleuchtet.
Zu den Schwerpunkten zählen Hildegards Visionen, ihre Klostergründungen, ihre medizinischen Werke, ihre Rolle in der kirchlichen Politik sowie ihr langer Weg zur Heiligsprechung.
Der Autor möchte die vielschichtige Persönlichkeit Hildegards würdigen und aufzeigen, warum sie auch in der modernen Zeit noch eine relevante und faszinierende Gestalt bleibt.
Das Werk stützt sich auf eine breite Analyse historischer Quellen, Biografien, Briefkorrespondenzen und kunsthistorische Interpretationen ihrer überlieferten Werke.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf ihrem Aufstieg von der jungen Novizin zur mächtigen Äbtissin, ihren Visionen, ihren theologischen Schriften und ihren Konflikten mit der kirchlichen Obrigkeit.
Wichtige Begriffe sind unter anderem „deutsche Prophetin“, „Mystikerin“, „Klostergründerin“, „Heilige“ und „Kirchenlehrerin“.
Hildegard kämpfte sehr energisch und leidenschaftlich gegen die Abberufung, indem sie brieflich an einflussreiche Persönlichkeiten bis hin zum Papst appellierte und ihre tiefe Verletzung sowie Enttäuschung deutlich zum Ausdruck brachte.
Durch die Zerstörung des Klosters Rupertsberg im Jahr 1632 gingen wichtige Reliquien verloren, was zu einer Verlagerung ihrer Verehrungsstätten nach Eibingen führte.
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