Examensarbeit, 2022
73 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Gliederung und Inhalt
2. Martin Heidegger: Sein und Zeit
2.1 Das Denken Heideggers in Sein und Zeit: Kontext, Einordnung und Terminologie
2.1.1 Die Frage nach dem Sinn von Sein
2.2 Inhaltliche Analyse
2.2.1 Die ontologische Problematik des traditionellen Wahrheitsbegriffs
2.2.2 Erschlossenheit als das ursprüngliche Phänomen der Wahrheit und Grundart des Daseins
2.2.3 Das Dasein in der Unwahrheit: Der Verfall als Seinsverfassung und Wahrheit als Raub
2.2.4 Der Vorhandenheitscharakter der Aussage
2.2.5 Die Seinsart der Wahrheit und die Wahrheitsvoraussetzung
2.3 Resümee und Konklusion: Heideggers Wahrheitsbegriff
3. Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne
3.1 Kontext und stilistische Charakteristika
3.1.1 Konstruktivistische Aspekte
3.2 Inhaltliche Analyse
3.2.1 Über die Wurzeln eines Wahrheitstriebes und Wahrheit im moralischen Sinne
3.2.2 Von der Unzugänglichkeit der Wahrheit im außermoralischen Sinne und dem Prozess der Sprachbildung als Metaphernbildung
3.2.3 Die Generalisierung der Urerlebnisse in der Herrschaft der Abstraktionen
3.2.4 Die Kunst als Erhalt der Urerlebnisse
3.3 Resümee und Konklusion: Nietzsches Wahrheitsbegriff
4. Vergleich beider Wahrheitsbegriffe
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein eigenständiges Verständnis der Wahrheitsbegriffe von Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger zu entwickeln und diese analytisch zu vergleichen, ohne dabei eine heideggersche Nietzsche-Rezeption zu forcieren.
2.2.4 Der Vorhandenheitscharakter der Aussage
Wie bereits erwähnt, ist die Rede konstitutiv zur Erschlossenheit des Daseins. In der Rede spreche sich das Dasein aus als entdeckendes Sein zu Seiendem und bringe das entdeckte Seiende durch die ausgesprochene Aussage konkret zum Ausdruck. In jenen ausgesprochenen Aussagen sei die Welt bereits auf bestimmte Weise entdeckt, sie enthält in ihrem Worüber die Entdecktheit des Seienden. Im Ausgesprochenen sei dieses Worüber verwahrt, was den Bezug der Aussage zum innerweltlich Seienden aufzeige.
So könne auch durch diese Verwahrtheit der Entdecktheit in der Aussage diese bestimmte Entdecktheit so weitergegeben werden, ohne dass sich ein anderes Dasein in 'originärer' Erfahrung [selbst] vor das Seiende bringe. Damit werde diese „fremde“ Entdecktheit durch Hörensagen des Gesagten zugeeignet und nicht durch eigenes Entdecken, womit dieses Dasein in dem durch die Aussage transportierten Sein bliebe. Das völlige Bestehen des Dasein in diesem Verhältnis gehöre ebenfalls zu der bereits erwähnten Seinsart des Man.
Die ausgesprochene Aussage selbst habe dadurch die Art eines innerweltlich Zuhandenem. Dieser Begriff bezeichne, zusammen mit dem Begriff „Vorhandenes“, Arten des Begegnens von nicht daseiendem Seiendem.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die fundamentale Bedeutung der Frage nach der Wahrheit für das menschliche Dasein ein und begründet die Wahl von Nietzsche und Heidegger als zentrale Untersuchungsobjekte.
2. Martin Heidegger: Sein und Zeit: Dieses Kapitel erarbeitet die heideggersche Wahrheitsauffassung, indem es das Dasein als konstitutiv für Wahrheit bestimmt und eine kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Korrespondenztheorien führt.
3. Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne: Hier wird Nietzsches Essay analysiert, wobei besonders auf die konstruktivistischen Aspekte, die Sprachkritik und die Bedeutung der Kunst als Gegenentwurf zur begrifflichen Wahrheit eingegangen wird.
4. Vergleich beider Wahrheitsbegriffe: In diesem Kapitel werden die Standpunkte beider Denker gegenübergestellt, wobei die Unterschiede in ihren methodischen Ebenen und ihrem jeweiligen Verständnis von Erkenntnis hervorgearbeitet werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der vergleichenden Untersuchung zusammen und beleuchtet noch einmal das Spannungsfeld zwischen Heideggers Fundamentalontologie und Nietzsches erkenntniskritischer Perspektive.
Wahrheit, Sein, Dasein, Heidegger, Nietzsche, Erkenntniskritik, Phänomenologie, Konstruktivismus, Sprachkritik, Erschlossenheit, Vorhandenheit, Zuhandenheit, Metaphernbildung, Selbstbehauptung, Seinsverfassung.
Die Arbeit untersucht vergleichend die Wahrheitsbegriffe des frühen Friedrich Nietzsche und des frühen Martin Heidegger.
Zentrale Themen sind die Ontologie der Wahrheit bei Heidegger, die erkenntniskritische Sprachkritik bei Nietzsche sowie das jeweilige Verhältnis von Wahrheit, Dasein und Welt.
Das primäre Ziel ist es, die Wahrheitskonzepte beider Philosophen eigenständig zu durchdringen und analytisch zu vergleichen.
Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Herangehensweise, wobei bei Heidegger der Schwerpunkt auf einer phänomenologischen Analyse liegt und bei Nietzsche auf einer erkenntniskritischen Untersuchung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine exegesenahe Ausarbeitung der heideggerschen Darlegungen aus "Sein und Zeit" und eine Analyse von Nietzsches Essay „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wahrheit, Dasein, Seinsvergessenheit, Sprachkritik und Konstruktivismus.
Während Heidegger die Wahrheit in der Erschlossenheit des Daseins verortet und fundamentalontologisch begründet, fasst Nietzsche Wahrheit erkenntniskritisch als Illusion auf, die aus Sprachkonventionen und dem Selbsterhaltungstrieb hervorgeht.
Die Sprache ist bei beiden Denkern zentral: Bei Heidegger ist sie konstitutiv für die Erschlossenheit des Seins, während sie für Nietzsche ein metaphysisch verzerrendes Konstrukt darstellt, das den Menschen von den ursprünglichen Erscheinungen entfremdet.
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