Fachbuch, 2010
229 Seiten
Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Geschichte der islamischen Welt I
Früharabische Reiche
Mohammed und die Zeit der Kalifen
Mohammed
Die vier „rechtgeleiteten“ Kalifen von Medina
Die Herrschaft der Umayyaden
Das Kalifat der Abbasiden in seiner Blütezeit
Intermezzo
Historisch-kritische Betrachtung der Zeit des frühen Islam
Offene Fragen
Christentum in vor- und frühislamischer Zeit
Eine alternative Sicht der islamischen Frühzeit
Die Frage der Legitimation des Herrschers
Geschichte der islamischen Welt II
Vom Großemirat zur Mongolenherrschaft
Die Fatimiden in Ägypten
Al-Andalus, Spanien unter muslimischer Herrschaft
Mongolenreiche
Das Reich der Il Khane
Die Timuriden
Besonderheiten der islamischen Kultur I
Islamisches Recht
Das sunnitische Recht
Besonderheiten des schiitischen Rechts
Religion und Theologie
Der Koran
Prophetenüberlieferung (Sunna und Hadith)
Islamische Glaubensrichtungen
Die Kharijiten
Die Qadariten
Die Mutaziliten und die rationale Theologie (Kalam)
Die Schiiten
Die Zwölfer-Schiiten
Die Siebener-Schiiten oder Ismailiten
Die Sunniten
Engel und Djinnen
Intermezzo
Toleranz im Islam
Besonderheiten der islamischen Kultur II
Philosophie
Das griechische Erbe und seine Übernahme durch den Islam
Philosophie in der griechischen Tradition
im persisch-irakischen Osten
al-Kindi
ar-Razi (Rhazes)
al-Farabi (Abunaser)
Ibn Sina (Avicenna)
al-Ghazali
in al-Andalus
Ibn Bajja (Avempace)
Ibn Tufayl (Abubacer)
Ibn Rushd (Averroes)
Islamische Philosophie
Die Sufi-Bewegung
Suhrawardi und die Philosophie der Erleuchtung
Naturwissenschaften in der Kultur des mittelalterlichen Islam
Gedanken zum Thema Naturwissenschaften
Der Begriff „Natur“
Naturwissenschaften als Welterklärungsmodell
Entwicklung der frühen Naturwissenschaften
Arabische Buchkultur
Das Zeitalter der Übersetzungen und der kulturelle Aufbruch in Bagdad
Die Bewahrung des griechischen Erbes
Die Übersetzungen ins Arabische und der kulturelle Aufbruch
Ausgewählte Übersetzer
Hunayn ibn Ishaq
Thabit ibn Qurra
Qusta ibn Luqa
Wissenschaftliche Zentren
Bibliotheken
Sternwarten
Hospitäler
Die Madrasa
Die wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse des islamischen Mittelalters
Astronomie und Mathematik
Die griechischen Grundlagen
Indische Einflüsse
Astronomie in der islamischen Welt
Mathematik
Alchemie
Medizin
Experimentelle Wissenschaften
Zwei berühmte Wissenschaftler des islamischen Mittelalters
Omar Khayyam
Nasir ad-Din at-Tusi
Weitere Entwicklung der Naturwissenschaften im Islam und im Abendland
Islam und Naturwissenschaften in der Gegenwart
Geistige Strömungen im modernen Islam
Das Eindringen des Westens
Erste Reaktion auf die abendländische Moderne
Islamischer Fundamentalismus
Die derzeitige Situation
Innerislamische Diskussion der rationalen Wissenschaften
Wie könnte die Zukunft aussehen?
Das Buch untersucht den tiefgreifenden Konflikt zwischen dem Weltbild einer orthodoxen Religion und den modernen Naturwissenschaften. Die Forschungsfrage widmet sich dabei den historischen Wurzeln dieser Kluft, ausgehend von der islamischen Geschichte bis hin zu den modernen Versuchen muslimischer Länder, den Anschluss an die westliche Moderne zu finden.
AL-GHAZALI
Dieser bedeutende islamische Denker nimmt eine Zwischenstellung ein zwischen rationaler Philosophie, der er der Methode nach verpflichtet war, und der Religion, deren Inhalte er verteidigte. Er ist als Theologe und Religionsphilosoph einzuordnen. Zudem war er ein bedeutender Mystiker. In mehrfacher Hinsicht hat er nachgewirkt: Als Theologe verurteilte er die neuplatonisch-aristotelische Metaphysik al-Farabis und Ibn Sinas, die Logik hielt er jedoch in hohen Ehren und als Religionsphilosoph gab er der islamischen Mystik und der Sufi-Bewegung entscheidende Impulse.
Abu Hamid al-Ghazali, (lat. Algazel, 1058-1111), stammte aus Tus im ostpersischen Khorasan. Einer seiner bedeutendsten Lehrer war der berühmte ascharitische Theologe al-Guwaini. Al-Ghazali blieb sein Leben lang überzeugter Ascharit. Von 1091-1095 lehrte er in Bagdad islamisches Recht an der von Nizam al-Mulk gegründeten Madrasa, der Nizamiyya. Dann erfaßte ihn eine geistige Krise und er begann, als wandernder Sufi herumzuziehen. Nach zehnjähriger Wanderung nahm er auf Drängen der seldschukischen Obrigkeit seine Lehrtätigkeit in islamischem Recht wieder auf, zuerst in Nischapur, später – bis zu seinem Tode – in seiner Heimatstadt Tus.
Geschichte der islamischen Welt I: Dieses Kapitel skizziert die frühislamische Ära von Mohammed über die rechtgeleiteten Kalifen bis zur Blütezeit unter den Abbasiden.
Intermezzo: Eine historisch-kritische Analyse beleuchtet offene Fragen zur Entstehung des Islam und das Verhältnis zum Christentum in dieser Zeit.
Geschichte der islamischen Welt II: Hier werden die Zeit vom Großemirat bis zu den Mongolenreichen sowie die Bedeutung Al-Andalus' und der Fatimiden in Ägypten behandelt.
Besonderheiten der islamischen Kultur I: Dieses Kapitel widmet sich dem islamischen Recht (Scharia), der Theologie und den verschiedenen Glaubensrichtungen innerhalb des Islam.
Intermezzo: Ein Abschnitt zur Toleranz im Islam beleuchtet den historischen Kontext der Dhimma-Regelungen.
Besonderheiten der islamischen Kultur II: Ein tiefgehender Überblick über die Philosophie, von der griechischen Tradition bis zur Sufi-Bewegung und Suhrawardi.
Naturwissenschaften in der Kultur des mittelalterlichen Islam: Diese Sektion beschreibt die Entwicklung von Astronomie, Mathematik, Alchemie und Medizin sowie die Rolle von Bibliotheken und Sternwarten.
Islam und Naturwissenschaften in der Gegenwart: Das Schlusskapitel analysiert das Eindringen westlicher Moderne, zeitgenössische Reformversuche, den Fundamentalismus und die Zukunftsperspektiven der Wissenschaft in muslimisch geprägten Ländern.
Islam, Naturwissenschaften, Philosophie, Geschichte, Scharia, Fundamentalismus, Mittelalter, Astronomie, Mathematik, Medizin, Alchemie, Säkularisierung, Religion, Moderne, Rationalität.
Es geht um das Spannungsverhältnis und den Konflikt zwischen dem traditionellen Weltbild des sunnitischen Islam und den modernen Naturwissenschaften, analysiert aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers.
Die Untersuchung umfasst historische Entwicklungen der islamischen Welt, die Rolle des islamischen Rechts, die Philosophiegeschichte sowie die wissenschaftlichen Errungenschaften des islamischen Mittelalters im Vergleich zur Moderne.
Ziel ist es, durch die Analyse historischer Wurzeln zu verstehen, warum die islamische Welt heute mit der Integration moderner rationaler Naturwissenschaften Schwierigkeiten hat.
Der Autor wendet einen historischen und kulturvergleichenden Ansatz an, um die Entwicklung der Wissenschaften in der islamischen Welt und dem Abendland gegenüberzustellen.
Der Hauptteil erstreckt sich von der Geschichte der arabischen Reiche über die Entfaltung islamischer Kultur und Philosophie bis hin zu den naturwissenschaftlichen Leistungen in Astronomie, Medizin und Mathematik im Mittelalter.
Islam, Wissenschaft, Säkularisierung, Scharia, Philosophie, Moderne, Fundamentalismus, Geschichte, Rationalität.
Er arbeitet heraus, dass die wissenschaftliche Blütezeit primär das Ergebnis eines multikulturellen Erbes war, das erst später innerhalb einer sunnitisch dominierten, stärker religiös ausgerichteten Gesellschaft an Dynamik verlor.
Der Buchdruck wird als wesentlicher Faktor für die europäische wissenschaftliche Revolution identifiziert, während die islamische Welt diese Technologie aufgrund religiöser Vorbehalte über Jahrhunderte ablehnte.
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