Examensarbeit, 2002
101 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Gewalt und Sexualität – ein destruktives Zusammenspiel am Ende des 20. Jahrhunderts
2.1. Die soziokulturelle Entwicklung der Sexualität seit der sexuellen Revolution
2.2. Der dehumanisierte Körper als Produkt der kapitalistischen Konsumgesellschaft
2.3. Gewalt und Sexualität in den Medien – ein Spiegelbild der Gesellschaft?
3. Less Than Zero und American Psycho – die Vorstellung der Romane
3.1. Less Than Zero
3.2. American Psycho
4. Less Than Zero – eine Analyse
4.1. Die Auswirkungen der soziokulturellen Zustände auf Gewalt und Sexualität
4.1.1. Die geographische Region: Los Angeles
4.1.2. Die Institution Familie
4.1.3. Fact versus Fiction - die Medien
4.2. „People are afraid to merge.“ Die sexuelle Entfremdung der Körper
4.3. „I don’t have anything to lose.“ Der Köper als Spektakel
5. American Psycho – eine Fortsetzung von Less Than Zero ?
5.1. „Few things perform in life as well as a Kenwood.“ Das Endstadium des Konsumkapitalismus
5.2. „Sex is mathematics.“ Die Auflösung der Sexualität
5.3. „This ... is ... not ... a ... game.“ Ein Erklärungsansatz für den Zusammenhang von Folter, Kannibalismus und den gesellschaftlichen Strukturen
6. Fazit und Ausblick
7. Englische Zusammenfassung
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Phänomene Gewalt und Sexualität im Kontext der US-amerikanischen Konsumgesellschaft und der Massenmedien der 1980er Jahre anhand von Bret Easton Ellis’ Romanen „Less Than Zero“ und „American Psycho“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die spätkapitalistische Struktur und die mediale Inszenierung die Wahrnehmung des Körpers und die Auslebung der Sexualität beeinflussen, wobei ein gesellschafts- und kulturkritischer Erklärungsansatz verfolgt wird.
4.1.1 Die geographische Region: Los Angeles
Ellis legt in seinem Roman Less Than Zero einen Schwerpunkt auf die Beschreibung der destruktiven Umstände, einem Menetekel der Gesellschaft, in dem die von den Figuren gelebte Sexualität ersichtlich wird. Seine Erzählstruktur weist neben den Leitmotiven (vgl. Kapitel 4.2.) unzählige Bilder und symbolische Ereignisse auf, die in ihrer überstilisierten, fast surrealen Form der Gothic fiction (vgl. Sahlin 1991 / 26ff.) gleichen. Dieses Muster verleiht der gesellschaftlichen und geographischen Umgebung Los Angeles anstatt des Hollywood-Glamours einen zutiefst destruktiven und apokalyptischen Tenor und besitzt somit unweigerlich einen entscheidenden Einfluß auf die Charaktere. Los Angeles bietet aufgrund der stadtspezifischen Geographie einen idealen Schauplatz, wie ihn Baudrillard beschreibt:
Los Angeles is encircled by these ’imagery stations’, which feed reality, reality-energy, to a town whose mystery is precisely that it is nothing more than an network of endless, unreal circulations – a town of fabulous proportions, but without space or dimensions. (…) a perpetual motion picture (...) faked phantasms for its sympathetic nervous system (Baudrillard 1994 / 26).
Clays Beschreibungen und Eindrücke untermalen diese Bilder des unwirklichen und schnellebigen Labyrinths. Sie divergieren maßgeblich vom Bild des sonnenüberfluteten Edens aus Romanen wie Kerouacs On the Road, den ursprünglich positiven Konnotationen Kaliforniens mit der Traumfabrik Hollywood: „...staring out at the expanse of sand that meets the water, where the land ends. Disappear here.“ (64) Clays leerer Blick ins Nichts verweist hier auf eine Alptraumvariante des American dream; der Westen verkörpert nicht mehr „the land of promise and hope“ (Freese 1994 / 124).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Gewalt und Sexualität bei Bret Easton Ellis ein und umreißt die methodische Herangehensweise der gesellschafts- und kulturkritischen Analyse.
2. Gewalt und Sexualität – ein destruktives Zusammenspiel am Ende des 20. Jahrhunderts: Dieses Kapitel verortet das destruktive Zusammenspiel von Gewalt und Sexualität im soziokulturellen Wandel und der kapitalistischen Konsumgesellschaft.
3. Less Than Zero und American Psycho – die Vorstellung der Romane: Hier werden die beiden Romane von Bret Easton Ellis in ihren jeweiligen Kontexten und ihrer Rezeptionsgeschichte vorgestellt.
4. Less Than Zero – eine Analyse: Eine detaillierte Untersuchung der destruktiven Umstände in Los Angeles und der Entfremdung der Charaktere, sowie die Rolle der Medien.
5. American Psycho – eine Fortsetzung von Less Than Zero ?: Dieses Kapitel analysiert Patrick Batemans extremere Form der Dehumanisierung im Kontext des Endstadiums des Konsumkapitalismus.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Warnung vor einem Verlust menschlicher Werte durch Konsumzwang und Medieneinfluss.
7. Englische Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der zentralen Argumente in englischer Sprache.
Bret Easton Ellis, Less Than Zero, American Psycho, Gewalt, Sexualität, Konsumgesellschaft, Entfremdung, Massenmedien, Dehumanisierung, Postmoderne, Warenfetischismus, Pornografie, Körper als Spektakel, soziale Isolation.
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion von Gewalt und Sexualität in den Romanen „Less Than Zero“ und „American Psycho“ von Bret Easton Ellis vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Konsumgesellschaft der 1980er Jahre.
Im Fokus stehen die Konsumgesellschaft, die Macht der Massenmedien, die Entfremdung und Dehumanisierung des Individuums sowie die zunehmende Verschmelzung von Realität und medialer Simulation.
Es wird analysiert, inwieweit die moderne Konsumgesellschaft und die Dominanz der Medien im elektronischen Zeitalter die Wahrnehmung des Individuums, seinen Körperstatus und die Auslebung seiner Sexualität nachhaltig verändern und destruktiv beeinflussen.
Die Arbeit wendet einen gesellschafts- und kulturkritischen Erklärungsansatz an und stützt sich dabei auf die Rezeptionsgeschichte der Romane sowie auf theoretische Konzepte zur Postmoderne und Medientheorie.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der soziokulturellen Einflüsse auf die Charaktere in „Less Than Zero“ (Los Angeles, Familie, Medien) sowie eine vertiefende Untersuchung von Patrick Batemans extremem Verhalten in „American Psycho“ als Resultat des Spätkapitalismus.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Entfremdung, Dehumanisierung, Warenfetischismus, mediale Simulation und soziale Isolation charakterisieren.
Während „Less Than Zero“ Gewalt eher indirekt durch Symbole und narrative Aussparungen andeutet, vollzieht „American Psycho“ den Übergang zur expliziten, minutiös beschriebenen und grausamen Gewalttat, die als notwendiges Mittel zur Selbstdefinition des Protagonisten dient.
Diese Motive fungieren als distanzierende Instanzen, die den Protagonisten Clay von der Realität abschirmen und so seine Teilnahmslosigkeit gegenüber seinem Umfeld und der überall präsente Brutalität unterstreichen.
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