Bachelorarbeit, 2022
139 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Kontextualisierung
2.1 Geschichte und Entstehung der Zeugen Jehovas.
2.2 Die Lehre der Zeugen Jehovas.
2.3 Problematik- Sekte ja oder nein?.
3. Aussteiger*innenforschung- Ergebnisse.
4. Methode- Qualitative Forschung & Grounded Theory.
5. Auswertung
5.1 Sophie
5.1.1 Eintritt in die Religionsgemeinschaft und Verhältnis zur Familie.
5.1.2 Leben in der Gemeinschaft
5.1.3 Prozess Ausstieg
5.1.4 Leben nach dem Ausstieg
5.1.5 Religiosität
5.2 Francis
5.2.1 Leben vor den Zeugen Jehovas
5.2.2 Erster Kontakt und Eintritt in die Gemeinschaft
5.2.3 Leben in der Gemeinschaft
5.2.4 Prozess Ausstieg
5.2.5 Transidentität
5.2.6 Leben nach dem Ausstieg
5.2.7 Religiosität
5.3 Hans
5.3.1 Eintritt bei den Zeugen
5.3.2 Leben in der Gemeinschaft
5.3.3 Prozess Ausstieg
5.3.4 Leben nach dem Ausstieg
5.3.5 Religiosität
5.4 Vergleich der Ergebnisse der interviewten Personen
5.5 Vergleich mit Ergebnissen aus Aussteiger*innenforschung
6. Fazit & Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Motive und Hintergründe des Ausstiegs aus der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas im deutschen Kontext. Durch eine qualitative Studie mit drei narrativen Interviews wird analysiert, wie die betroffenen Personen Mitglied wurden, wie ihr Alltag innerhalb der Gemeinschaft strukturiert war und welche Faktoren letztlich zu einer Abkehr führten, wobei auch die individuelle Entwicklung nach dem Ausstieg sowie die religöse Orientierung im Fokus stehen.
1. Einleitung
„Möchten Sie mit mir über Gott sprechen?“. Das ist wohl einer der meistgenannten Sätze, der zu hören ist, wenn Menschen in Deutschland gefragt werden, was sie mit den Zeugen Jehovas verbinden. Geht man jedoch weiter ins Detail wird schnell deutlich, dass sich ihr inhaltliches Wissen oftmals auf die zuvor genannte Frage beschränkt.
Aus diesem Grund fand eine tiefergehende Beschäftigung mit der Glaubensgemeinschaft statt. Laut der offiziellen Website der Zeugen Jehovas gibt es circa 8,7 Millionen Mitglieder weltweit. Davon leben etwa 170.000 in Deutschland. Sie sind eine christliche Religionsgemeinschaft, welche eine sehr strikte und wortwörtliche Auslegung der Bibel praktiziert und sich deshalb stark von der modernen Gesellschaft isoliert.
Oftmals wird im Zuge der Zeugen Jehovas von einer Sekte gesprochen und von „Sektenaussteigern“ berichtet. Jedoch ist dieser Bereich wissenschaftlich kaum erforscht. Im Zuge dieser Bachelorarbeit wurde versucht, die Forschungslücke zu verringern. Es wurde eine qualitative Forschung betrieben und mithilfe der Grounded Theory drei narrative Interviews mit sogenannten „Aussteiger*innen“, verschiedener sozialer Kontexte, geführt. Diese Interviews wurden transkribiert und mit der Methodik der Codes- & Kategorienbildung ausgewertet.
Die grundlegende Forschungsfrage der Arbeit lautet: „Warum steigen Menschen in Deutschland bei den Zeugen Jehovas aus?“. Es wurde sich aber auch damit beschäftigt, wie die betroffenen Personen überhaupt Mitglied in der Glaubensgemeinschaft wurden und wie sich ihr Alltag dort gestaltete. Außerdem wurde untersucht, inwiefern sich ihr Leben nach dem Ausstieg verändert und wie sich ihre Religiosität entwickelt hat.
1. Einleitung: Stellt das Forschungsinteresse an den Zeugen Jehovas dar und formuliert die zentrale Fragestellung zum Ausstiegsverhalten.
2. Kontextualisierung: Vermittelt historisches Grundwissen zur Entstehung, Lehre und der wissenschaftlich-gesellschaftlichen Debatte um den Sektenbegriff.
3. Aussteiger*innenforschung- Ergebnisse: Fasst bisherige Studien zu Motiven und Typologien von Dekonversionsprozessen zusammen.
4. Methode- Qualitative Forschung & Grounded Theory: Erläutert das gewählte qualitative Forschungsdesign und die Anwendung der Kodierverfahren nach der Grounded Theory.
5. Auswertung: Präsentiert und analysiert die Biografie-Interviews der drei Probanden Sophie, Francis und Hans und stellt diese in einen komparativen Kontext.
6. Fazit & Ausblick: Synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert deren Bedeutung für die Forschung sowie mögliche Anknüpfungspunkte für zukünftige Studien.
Zeugen Jehovas, Aussteigerforschung, Dekonversion, Qualitative Forschung, Grounded Theory, Religionsgemeinschaft, Religionskritik, Identität, Transidentität, Soziale Isolation, Sektenbegriff, Lebenslaufanalyse, Glaubenssoziologie, Indoktrination, Trauma.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Prozess des Ausstiegs aus der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas und analysiert die individuellen Lebensgeschichten von drei ehemaligen Mitgliedern.
Zentrale Themen sind die Rekrutierungswege, der strukturierte Alltag in der Gemeinschaft, die psychischen und sozialen Auswirkungen auf die Mitglieder sowie die verschiedenen Motive für eine endgültige Abkehr.
Die Arbeit untersucht primär, warum Menschen in Deutschland die Entscheidung treffen, die Zeugen Jehovas zu verlassen, und wie sie diese Entscheidung begründen.
Es wurde eine qualitative Forschungsweise gewählt. Dabei wurden narrative Interviews geführt und nach dem Prinzip der Grounded Theory durch offenes und selektives Kodieren ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Kontextualisierung der Lehre und Geschichte der Zeugen Jehovas, eine Darstellung des Forschungsstandes sowie die detaillierte Auswertung und den Vergleich der drei geführten Interviews.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dekonversion, Aussteigerforschung, Sozialisation, Gruppendynamik und Identitätsentwicklung charakterisieren.
Während bei Sophie und Francis ein hoher Leidensdruck durch psychische Kontrolle und Misshandlung im Vordergrund stand, begründete Hans seinen Ausstieg stärker durch intellektuelle Zweifel an den dogmatischen Auslegungen der Gemeinschaft.
Am Fallbeispiel von Francis wird deutlich, dass seine Transidentität in direktem Konflikt mit den konservativen Lehren der Zeugen Jehovas stand, was den Ausstiegswunsch massiv beschleunigte und zu schwerwiegenden Diskriminierungserfahrungen innerhalb der Gemeinschaft führte.
Die Ausstiegswege variieren stark, von einer abrupten, fast isolationistischen Flucht bei Sophie bis hin zu einer langjährigen Phase der kritischen Beobachtung und internen Abkapselung bei Francis und Hans.
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