Bachelorarbeit, 2024
63 Seiten, Note: 2,0
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung und Fragestellung
1.3 Forschungsfeld
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Henri Lefebvre: Die Produktion des Raums
2.2 Leslie Kern: Feminist City
2.3 Broken-Windows-Theorie von Wilson und Kelling
2.4 Räumlicher Affekt: Nigel Thrift und Ben Anderson
2.5 Doreen Massey: Raum als Prozess
3 Methodik
3.1 Qualitative Experteninterviews
3.2 Teilnehmende Beobachtung
4 Die Bedeutung von Angsträumen im urbanen Kontext
4.1 Historischer und gesellschaftlicher Kontext von Angsträumen
4.2 Geschlechtsspezifische Perspektiven auf urbane Unsicherheiten
4.3 Die Rolle von sozialer Kontrolle und Raumgestaltung
5 Analyse der Angsträume in der Hamburger HafenCity
5.1 Die Parks in der HafenCity
5.1.1 Lohsepark
5.1.2 Sandtorpark
5.1.3 Grasbrookpark
5.1.4 Baakenpark
5.2 Die Parks in der HafenCity als potenzielle Angsträume
6 Fazit
Die Arbeit analysiert umfassend die Entstehung und Wahrnehmung von Angsträumen in den öffentlichen Parks der Hamburger HafenCity. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie physische, soziale und geschlechtsspezifische Faktoren das Sicherheitsempfinden beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die urbane Nutzung hat.
1.1 Relevanz des Themas
Die Untersuchung von Angsträumen im urbanen Kontext, hat in einer Zeit zunehmender Verdichtung und kultureller Diversität zentrale Bedeutung erlangt. Wenn sich unterschiedlichste soziale, ethnische und kulturelle Gruppen in eng begrenzten Städten ballen, kann ein dynamisches Gefüge entstehen. Auf der einen Seite eröffnen sich Möglichkeiten für inspirierende Begegnungen und synergetische Austauschprozesse und auf der anderen Seite verdichten sich potenzielle Spannungen und Unsicherheiten.
Vor allem in den nächtlichen Stunden zeigen sich bestimmte urbane Zonen als Räume, in denen Menschen sich unbehaglich fühlen oder denen sie gar bewusst ausweichen (vgl. Krauß/Schwimmer 2011: 745). Solche Angsträume begrenzen nicht nur die Bewegungsfreiheit der Bewohner:innen und Besucher:innen, sondern schwächen im Extremfall die gesamte vitale Funktion öffentlicher Räume. Das Analysieren von Angsträumen ermöglicht stadtplanerischen Akteuren, ortsspezifische Maßnahmen zu entwickeln, die sämtliche Nutzergruppen einbeziehen (vgl. ebd.).
Aber auch schon alleine das Aufmerksam machen auf dieses Thema ist wichtig, damit sich möglichst alle Akteure überhaupt bewusst werden, dass es diese Angsträume in einer Stadt gibt. Denn Angst ist selten ein isoliertes Gefühl: Sie wurzelt in sozialen Gefügen, in Machtverhältnissen und Normen, die den Raum quasi unsichtbar mitprägen (vgl. ebd.: 747).
1 Einleitung: Einführung in das Forschungsthema der Angsträume in der HafenCity sowie Darlegung der Forschungsfragen und Zielsetzung.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung relevanter sozialwissenschaftlicher Theorien wie der Produktion des Raums und der Broken-Windows-Theorie als Basis für die Analyse.
3 Methodik: Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes bestehend aus Experteninterviews und teilnehmender Beobachtung.
4 Die Bedeutung von Angsträumen im urbanen Kontext: Analyse von Angsträumen unter historischen, gesellschaftlichen und geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten.
5 Analyse der Angsträume in der Hamburger HafenCity: Detaillierte Untersuchung der vier Parks im Stadtteil sowie Bewertung ihrer Eignung als Angsträume.
6 Fazit: Zusammenführung der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige stadtplanerische Fragestellungen.
Angsträume, HafenCity, Stadtplanung, Sicherheitsempfinden, Soziale Kontrolle, Raumgestaltung, Feministischer Ansatz, Qualitative Forschung, Öffentlicher Raum, Urbane Unsicherheit, Beleuchtungskonzepte, Lohsepark, Sandtorpark, Grasbrookpark, Baakenpark
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Unsicherheit im urbanen Raum sowie der Frage, welche Faktoren in den Parks der Hamburger HafenCity dazu führen, dass diese als Angsträume identifiziert werden.
Die zentralen Felder umfassen das Zusammenspiel von physischer Raumgestaltung, sozialer Kontrolle durch Anwohner, die geschlechtsspezifische Raumwahrnehmung und die Bedeutung von Beleuchtungskonzepten.
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Angsträume entstehen und wie kulturelle, soziale sowie strukturelle Faktoren dazu beitragen, dass Individuen bestimmte Räume im städtischen Umfeld als bedrohlich wahrnehmen.
Der Autor nutzte einen qualitativen Ansatz, bestehend aus Experteninterviews mit Planern der HafenCity sowie einer teilnehmenden Beobachtung der betroffenen Parks bei Tag und Nacht.
Die Analyse konzentriert sich auf den Lohsepark, den Sandtorpark, den Grasbrookpark und den Baakenpark in der Hamburger HafenCity.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Angsträume, HafenCity, soziale Kontrolle, Raumgestaltung und urbane Sicherheit kategorisieren.
Sie dient dazu, zu bewerten, inwieweit vernachlässigte oder schlecht beleuchtete Zonen in den Parks ein Signal für mangelnde soziale Kontrolle aussenden könnten und somit Unsicherheitsgefühle verstärken.
Unterstützt durch feministische Stadtforschung zeigt der Autor auf, dass Frauen aufgrund gesellschaftlicher Prägungen häufiger Anhaltspunkte für Unsicherheit in dunklen Zonen der Parks wahrnehmen und ihr Verhalten entsprechend anpassen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die HafenCity städtebaulich relativ sicher gestaltet ist, jedoch weiterhin ein subjektives Sicherheitsempfinden existiert, das weniger von objektiven Gefahren als vielmehr von psychologischen und individuellen Faktoren geprägt wird.
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