Bachelorarbeit, 2022
49 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Definition Erzählen
2.1 Vorstellung der verschiedenen Formen des Erzählens
2.2 Funktionen des Erzählens
2.3 Abgrenzung zu anderen Diskurskompetenzen
2.4 Der Erzählerwerb
3. Erzählen im Unterricht der Grundschule
3.1 Bedeutung von Erzählen für den schulischen Erfolg
3.2 Potenzielle Stolpersteine und Schwierigkeiten
4. Der Morgenkreis
4.1 Eine kurze Einführung in den Morgenkreis als Konzept
4.2 Sprachdidaktischer Blick auf das Erzählen im Morgenkreis
4.3 Fallanalyse eines Morgenkreises
4.3.1 Vorstellung der Situation und des Ziels dieser Analyse
4.3.2 Analyse
4.3.2.1 Ufuks Erzählung
4.3.2.2 Bellas Erzählung
4.3.2.3 Brunos Erzählung
4.3.2.4 Jennys Erzählung
4.3.2.5 Barans Erzählung
4.3.2.6 Gerds Erzählung
4.3.3 Ergebnis der Fallanalyse
5. Fazit der Bachelorarbeit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht kritisch die Funktion und Effektivität des Morgenkreises als Instrument zur Förderung der mündlichen Erzählkompetenz in der Grundschule und hinterfragt, ob das gängige Unterrichtskonzept den tatsächlichen Anforderungen an eine nachhaltige Erzählförderung gerecht wird.
4.3.2.1 Ufuks Erzählung
Auf die Einleitung (Erste Diskurseinheit) folgt die erste Erzählung, durchgeführt von Ufuk.
Bereits in der ersten Zeile dieses Abschnitts (Z. 25) formuliert die Lehrerin eine klare Erwartungshaltung, mit der sich Ufuk nun konfrontiert sieht. Das Schnüren von Erwartungen seitens des Zuhörers kann kritisch betrachtet werden, da sich der Erzähler unter Druck gesetzt fühlen könnte. Außerdem haben Kinder und Erwachsene ein anderes Verständnis von Erzählwürdigkeit und dementsprechend eine andere Sicht auf die Erlebnisse.
Ufuks Erzählung besteht zu Beginn im Grunde aus einem Satz (Z. 26). Das Teilen seines Erlebnisses mit der Klasse ist für ihn danach erstmal abgeschlossen. Seine Lehrerin reagiert darauf in dem sie seinen Satz korrigiert und wiederholt. Diese Reaktion oder Antwort auf seine Erzählung fasst mehrere Kritikpunkte an der Rolle der Lehrperson und der Schule als Institution in einem Satz zusammen. In Erzählungen sollte die Richtigkeit der Grammatik keine übergeordnete Rolle spielen, genauso wenig wie eine ständige Korrektur der Narrationen der Kinder. Der inhaltliche Aspekt sollte immer Vorrang haben und im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Die Lehrerin sieht sich selbst in der Pflicht, die Beiträge ihrer Kinder immer auf dessen Richtigkeit zu überprüfen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer mangelnden Förderung authentischen mündlichen Erzählens im Grundschulalltag ein und formuliert das Ziel, anhand einer Fallanalyse die Defizite des Morgenkreises aufzuzeigen.
2. Definition Erzählen: In diesem Kapitel wird das mündliche Erzählen als pragmatisch-kommunikative Kompetenz definiert und ein Erzählkontinuum eingeführt, das verschiedene Formen und Kriterien einer Narration beleuchtet.
3. Erzählen im Unterricht der Grundschule: Der Abschnitt diskutiert die Bedeutung narrativer Kompetenzen für den schulischen Erfolg und kritisiert die Diskrepanz zwischen curricularen Vorgaben und der tatsächlichen methodischen Umsetzung im Unterricht.
4. Der Morgenkreis: Nach einer Einführung in das Konzept des Morgenkreises erfolgt eine praxisgeleitete Fallanalyse, die zeigt, wie institutionelle Rahmenbedingungen und die Rolle der Lehrkraft eine erzählförderliche Dynamik behindern können.
5. Fazit der Bachelorarbeit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass der Morgenkreis in seiner gegenwärtigen Form für eine nachhaltige Erzählförderung ungeeignet ist und regt die Entwicklung alternativer, schülerzentrierter Konzepte an.
Erzählen, Morgenkreis, Grundschule, Erzählkompetenz, Erzählwürdigkeit, Fallanalyse, Diskurskompetenz, Erlebniserzählung, Lehrkraft, Kommunikation, Spracherwerb, Erzählkontinuum, Sprachdidaktik, institutioneller Rahmen, Sozialkompetenz.
Die Arbeit untersucht, ob das Konzept des Morgenkreises in der Grundschule tatsächlich geeignet ist, die mündliche Erzählkompetenz der Schülerinnen und Schüler effektiv zu fördern.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Grundlegung des Erzählens, der Erzählerwerb bei Kindern, die Bedeutung der Rolle der Lehrkraft sowie die Wirksamkeit schulpraktischer Methoden wie des Morgenkreises.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Morgenkreis in der Praxis oft an institutionellen Rahmenbedingungen scheitert und die tatsächliche Erzählförderung durch eine zu starke Fokussierung auf Korrektheit und Kontrolle mindert.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung des Erzählbegriffs in der Sprachdidaktik und wendet diese durch eine qualitative Fallanalyse auf das Transkript eines konkreten Morgenkreises an.
Im Hauptteil erfolgen die theoretische Differenzierung des Begriffs "Erzählen" sowie die detaillierte Analyse spezifischer Erzählversuche von Kindern im Morgenkreis unter Anwendung verschiedener linguistischer und didaktischer Kriterien.
Erzählen, Morgenkreis, Erzählkompetenz, Sprachdidaktik und institutioneller Rahmen sind die prägenden Begriffe dieser wissenschaftlichen Untersuchung.
Der Autor argumentiert, dass durch die institutionelle Umgebung und das Machtgefälle im Morgenkreis ein Leistungs- und Bewertungsdruck entsteht, der den natürlichen Erzähldrang der Kinder hemmt.
Die Lehrkraft wird oft als benotende Instanz beschrieben, die durch ständige Korrekturen der Grammatik und eine dominante Gesprächsführung den erzählenden Kindern unbewusst den Raum für eigene, authentische Narrationen nimmt.
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