Examensarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 2,0
1 Anlass und Ablauf der Arbeit
2 Problemaufriss
2.1 Kulturpessimismus
2.2 Standortbestimmung des Deutschunterrichts
2.2.1 Deutschunterricht und mediale Wirklichkeit
3 Literatur sehen
3.1 Begriffsbestimmung
3.1.1 Zur Begriffsproblematik
3.1.2 Spezifika
3.2 Film und Buch – Sehen und Lesen
3.2.1 Zur Rezeption von ,Verfilmungen’
3.2.1.1 Rezeption im medialen Verbund
3.3 Deutschunterricht und ,Verfilmung’
3.3.1 Zur Stellung der ,Verfilmung’ im Lehrplan
3.3.2 Die ,Verfilmung’ in der Praxis
3.3.2.1 Konkrete unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten
3.3.3 Ein Exkurs zur Qualitätsfrage
4 Literatur hören
4.1 Zur Begriffsbestimmung
4.1.1 Eine Standortbestimmung
4.1.2 Spezifika
4.2 Hörbuch und Buch – Hören und Lesen
4.2.1 Zur Rezeption von Hörbüchern
4.3 Deutschunterricht und Hörbuch
4.3.1 Zur Stellung des Hörbuches im Lehrplan
4.3.2 Das Hörbuch in der Praxis
4.3.2.1 Anforderungen an den Hörer
4.3.2.2 Konkrete unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten
4.3.3 Ein Exkurs zur Qualitätsfrage
5 Mehrdimensionale Erweiterungsansprüche
5.1 Zur Negation kulturpessimistischer Tendenzen
5.1.1 Ergänzung statt Verdrängung
5.1.2 Leselust
5.2 Erweiterung des Textbegriffes
6 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, wie Literaturverfilmungen und Hörbücher als Medienverbünde in den Deutschunterricht integriert werden können, um eine zeitgemäße, medienoffene und schülerorientierte Bildung zu fördern. Das Ziel ist es, die kulturpessimistische Sichtweise der Verdrängung des Buches zu entkräften und stattdessen eine mehrdimensionale Erweiterung der literarästhetischen Erfahrungsräume aufzuzeigen.
3.1.1 Zur Begriffsproblematik
Wie bereits an den unterschiedlichen Begriffsverwendungen und der optisch gekennzeichneten Begleitung des Wortes ,Literaturverfilmung’ mittels Anführungszeichen zu bemerken war, existiert eine Problematik hinsichtlich des zu verwendenden Terminus und seiner Semantik.
Folgt man den Ausführungen KNUT HICKETHIERS, ist der Begriff ,Literaturverfilmung’ unglücklich gewählt, „weil er von seiner Semantik her bereits die Verformung, die Deformation der Literatur als ein literarisches, letztlich nur sprachlich existentes Kunstwerk im Zugriff durch den Film impliziert“54. Diese Degradierung des literarischen Originals durch den Film entspricht natürlich nicht dem traditionellen Verständnis, welches auf der Überzeugung beruht, dass das alte Medium Literatur dem neuen Medium Film als etwas „qualitativ anderes, Besseres gegenüberstehe“55. Eine diesem Verständnis entgegen kommende Deutung des Begriffes findet sich auf reziproke Weise, indem man die kulturelle Bewertung des Begriffes sichtet. So geht man davon aus, dass der Terminus ,Literaturverfilmung’ der Literatur eine höhere Wertigkeit als dem Film zuspricht.56 Dies beinhaltet, dass von einem primären Text ausgegangen wird, welcher folglich zu einem sekundären, dem Film führt. ,Literaturverfilmung’ wird somit zur „Kunst aus zweiter Hand“57.
1 Anlass und Ablauf der Arbeit: Einführung in die Medialisierung der Lebenswelt und die Bedeutung von Medienverbünden für den Deutschunterricht.
2 Problemaufriss: Darstellung der kulturpessimistischen Kritik an neuen Medien und der daraus resultierenden Herausforderungen für den traditionellen Deutschunterricht.
3 Literatur sehen: Untersuchung der Literaturverfilmung als mehrdimensionale Erfahrungsquelle, inklusive Rezeptionsanalysen und Möglichkeiten der unterrichtlichen Umsetzung.
4 Literatur hören: Analyse des Hörbuchs als akustisches Medium, dessen Besonderheiten bei der Rezeption und dessen Potential für den Unterricht.
5 Mehrdimensionale Erweiterungsansprüche: Zusammenfassung der Argumente für eine medienintegrative Unterrichtspraxis und die notwendige Erweiterung des Textbegriffs.
6 Schlussbetrachtung: Resümee der Ergebnisse und Bestätigung des Potentials für eine qualitative Erweiterung des deutschunterrichtlichen Gegenstandsfeldes.
Deutschunterricht, Medienverbund, Literaturverfilmung, Hörbuch, Medienpädagogik, Lesekompetenz, Literaturadaption, Medienintegration, Filmdidaktik, Mehrdimensionalität, Literaturdidaktik, Kulturpessimismus, Rezeption, Schülermotivation, Textbegriff.
Die Arbeit untersucht das Potential von Literaturverfilmungen und Hörbüchern, den traditionell buchfixierten Deutschunterricht zu erweitern und attraktiver für Jugendliche zu gestalten.
Die zentralen Themen umfassen die mediale Durchdringung der Lebenswelt, die didaktische Einbindung von Film und Hörbuch sowie die Auseinandersetzung mit kulturpessimistischen Verdrängungsthesen.
Das primäre Ziel ist es, Literaturverfilmung und Hörbuch als gleichberechtigte, bereichernde Elemente im Deutschunterricht zu legitimieren und eine positive Perspektive für ein medienoffenes Fach zu zeichnen.
Die Autorin nutzt eine deduktive und analysierende Annäherungsweise, bei der theoretische Grundlagen und Forschungsergebnisse mit unterrichtspraktischen Fragestellungen verknüpft werden.
Im Hauptteil werden Begriffsbestimmungen, rezeptionsspezifische Besonderheiten, die Einbettung in Lehrpläne und konkrete unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten für die Medien Film und Hörbuch detailliert erarbeitet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienverbund, Literaturdidaktik, Mehrdimensionalität und medienintegrativer Deutschunterricht charakterisiert.
Die Arbeit negiert die Verdrängungsthese und plädiert stattdessen für eine Verschiebung und Ergänzung, in der Medienverbünde einen bereichernden Dialog zwischen Printmedien, Film und Hörbuch ermöglichen.
Der Hörbucheinsatz erfordert gezielte Maßnahmen zur Hörschulung, um die Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu fördern und aus passivem Konsum ein bewusstes, produktives Erleben zu machen.
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