Bachelorarbeit, 2024
48 Seiten, Note: 2,0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung: Was uns von außen her beleuchtet
2. Das Motiv: Ein Schatten geht verloren
3. Personale Identität: Eine Annäherung
4. Die Schatten der Romantik
4.1 Peter Schlemihls wundersame Geschichte
4.1.1 Der Mann in Grau beschreibt den Schatten
4.1.2 Peter Schlemihls wundersame Identität
4.1.3 Chamisso und der Verlust des Schattens
4.2 Skyggen (oder: Der Schatten)
4.2.1 Aus dem Schatten tretend
4.2.2 In den Schatten stellend
4.3 Anna (nach einer schwedischen Sage)
5. Fazit: Was wir von innen heraus beschatten
Diese Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem literarischen Motiv des Schattenverlusts in der Romantik und der personalen Identität der betroffenen Figuren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie sich die personale Identität eines Individuums verändert, wenn es – symbolisch oder physisch – des Schattens beraubt wird, und welche Rolle das Selbstverständnis in diesem Identitätswandel spielt.
4.1.1 Der Mann in Grau beschreibt den Schatten
„‚[…] [E]rlauben Sie, dass ich es Ihnen sage – [ich habe] wirklich mit unaussprechlicher Bewunderung den schönen Schatten betrachten können, den Sie in der Sonne, und gleichsam mit einer gewissen edlen Verachtung, ohne selbst darauf zu merken, von sich werfen, den herrlichen Schatten da zu Ihren Füßen‘“ (Chamisso 2020, 14).
Um zu beschreiben, was die Natur eines Schattens in der wundersamen Welt des Peter Schlemihl ausmacht, möchte ich viererlei Merkmale herausstellen. Das erste davon, das der Wertigkeit, findet sich in dieser Beobachtung, die der Mann in Grau über den Schatten des Erzählers der wundersamen Geschichte tätigt. Zunächst lässt sich hieraus eine sehr gewöhnliche Feststellung ziehen: Schlemihl betrachtet seinen Schatten als etwas Selbstverständliches, das keiner gesonderten Aufmerksamkeit bedarf. Der Mann in Grau legt nahe, dass der Schatten eine Form von Wert besitzt, den zu bewundern es sich lohnt. Dadurch, dass Schlemihl diesen Wert nicht anerkennt, dieser ihm nicht einmal bewusst zu sein scheint, stürzt er sich in sein Verderben, indem er den werthaltenden Schatten weggibt.
1. Einleitung: Was uns von außen her beleuchtet: Einführung in das Erkenntnisinteresse der Arbeit und die Relevanz des Schattens als Spiegel des Selbst.
2. Das Motiv: Ein Schatten geht verloren: Theoretische Einordnung des literarischen Motivs des Schattenverlusts und dessen Wirkungsgeschichte.
3. Personale Identität: Eine Annäherung: Diskurs über verschiedene Ansätze personaler Identität, mit Fokus auf die narrative Identitätstheorie.
4. Die Schatten der Romantik: Analyse von Schattenverlusten anhand primärer literarischer Beispiele wie Chamisso, Andersen und Lenau.
5. Fazit: Was wir von innen heraus beschatten: Zusammenfassende Erkenntnis, dass der Schattenverlust zwar die Identität erschwert, aber nicht zwangsläufig das Selbst auslöscht.
Schattenverlust, Personale Identität, Romantik, Peter Schlemihl, Literaturwissenschaft, Selbstverständnis, Narrative Identität, Motivgeschichte, Schattenbild, Identitätswandel, Psychologische Kontinuität, Schattenwurf, Spiegelbilder, Doppelgänger, Weltliteratur
Die Arbeit analysiert, wie in ausgewählten Texten der Romantik der Verlust des Schattens mit einer Krise oder Veränderung der Identität der Protagonisten verknüpft ist.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Motiv der Schattenlosigkeit, Theorien der personalen Identität und der psychologischen Dimension dieser literarischen Metaphern.
Es wird untersucht, ob und wie der Verlust eines "äußeren" Zeichens (Schatten) die psychische Struktur und das Selbstbild der handelnden Charaktere dauerhaft verändert.
Die Untersuchung folgt einem literaturwissenschaftlichen Vergleichsmodell, das durch identitätstheoretische Ansätze (Parfit, Schechtman) gestützt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Chamissos "Peter Schlemihl", Andersens "Skyggen" und Lenaus "Anna" hinsichtlich ihrer jeweiligen Behandlung des Schattenmotivs.
Schattenverlust, Personale Identität, narrative Identität, Romantik, Selbstbild.
Er fungiert als Katalysator, der Schlemihl bewusst macht, dass sein Schatten ein wertvoller Teil seiner sozialen Identität ist, dessen Verlust ihn isoliert.
Bei Andersen entwickelt der Schatten ein eigenständiges Leben und einen eigenen Willen, was zu einem Rollentausch zwischen Schatten und Schattenwerfer führt, während er bei Chamisso eher als verlorener, leibhaftiger Besitz fungiert.
Identität ist nicht an ein äußeres Attribut wie den Schatten gebunden, sondern ein innerer Prozess der Selbstakzeptanz, auch wenn äußere Einflüsse das Bild des Selbst stark erschüttern können.
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