Examensarbeit, 2009
87 Seiten, Note: 2,2
1.Einleitung
2. „Hartz 4“ – Das vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt
2.1 Ursachen für die Einführung von „Hartz 4“
2.2 „Hartz 4“ - Ein Überblick
2.3 Kreis berechtigter Personen
2.3.1 Hilfebedürftigkeit
2.3.2 Erwerbsfähigkeit
2.3.3 Bedarfsgemeinschaften
2.3.4 Kinder
2.4 Leistungsgrundsätze
2.5 Leistungsarten
2.5.1 Geldleistungen
2.5.2 Dienstleistungen
2.5.3 Sachleistungen
2.6 Die Grundsätze des Forderns und Förderns
2.6.1 Fordern
2.6.2 Fördern
3. Die Theoretische Einordnung von „Hartz 4“
3.1 Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie
3.1.1 Das neoklassische Arbeitsangebot
3.1.2 Die neoklassische Arbeitsnachfrage
3.2 Der Keynesianismus
3.2.1 Die allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes
3.2.2 Schema der „General Theorie“
3.2.3 Die effektive Nachfrage
3.2.4 Konsum, Ersparnis und Investition
3.3 Zusammenfassung
4. Die Auswirkungen von „Hartz 4“ auf den Arbeitsmarkt
4.1 Einleitung
4.2 Die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes
4.3 Die Belebung am Arbeitsmarkt – Mehr als nur ein konjunktureller Effekt?
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der „Hartz 4“-Reformen auf den deutschen Arbeitsmarkt, mit dem Ziel zu klären, welche strukturellen Veränderungen durch das Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt initiiert wurden und ob die gesetzten Ziele in der Praxis erreicht werden konnten.
Die „Um-jeden-Preis-Arbeiter“
Die erste Gruppe wird durch die „Um-jeden-Preis-Arbeiter“ repräsentiert. Diese wird durch einen bedingungslosen Einsatz gekennzeichnet, die Erwerbslosigkeit zu beenden. Weiterhin wird jede sich bietende Chance genutzt, wieder in das Erwerbsleben einzusteigen. Zu diesen Arbeitslosen zählen Aufstocker und Selbstständige sowie junge relativ gut ausgebildete Arbeitslose, die den Übergang in das Erwerbsleben aus unterschiedlichen Gründen nicht geschafft haben. Diese zeichnet ein hohes Selbstbewusstsein aus, das mit der Überzeugung verknüpft ist, Arbeit zu finden.
Bei dieser Gruppe geht der Arbeitswunsch nicht von verschärften Zumutbarkeitsregelungen und Sanktionsmaßnahmen aus, sondern ist in einer normativen Grundorientierung fest verankert.
1.Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas „Hartz 4“ im gesellschaftlichen und politischen Kontext sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. „Hartz 4“ – Das vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt: Detaillierte Darstellung des SGB II, der Anspruchsberechtigten, Leistungsgrundsätze sowie der Prinzipien des Forderns und Förderns.
3. Die Theoretische Einordnung von „Hartz 4“: Analyse der Reform vor dem Hintergrund der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie und des Keynesianismus zur Erklärung von Arbeitslosigkeit.
4. Die Auswirkungen von „Hartz 4“ auf den Arbeitsmarkt: Evaluation der tatsächlichen Auswirkungen der Reformen auf den Arbeitsmarkt unter Berücksichtigung von Strukturdaten und konjunkturellen Entwicklungen.
5. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Resultat, dass die positiven Arbeitsmarktentwicklungen eher auf konjunkturelle Effekte als auf die Hartz-Reformen zurückzuführen sind.
Hartz 4, SGB II, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Neoklassik, Keynesianismus, Fordern und Fördern, Sanktionen, Arbeitslosengeld II, Vermittlung, Arbeitsmarkttheorie, Eingliederungsvereinbarung, Reservationslohn, Langzeitarbeitslosigkeit, Konjunktur.
Die Arbeit befasst sich mit dem „Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ (Hartz 4) und analysiert dessen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt.
Es werden zwei ökonomische Hauptströmungen gegenübergestellt: die neoklassische Arbeitsmarkttheorie und der Keynesianismus.
Das Ziel ist es, die Wirkungsweise der Hartz-IV-Reformen zu prüfen und zu bewerten, ob die Maßnahmen tatsächlich zur Senkung der Arbeitslosigkeit beigetragen haben oder ob andere Faktoren dominieren.
Dies ist ein zentraler Grundsatz des SGB II, der sowohl die Eigenverantwortung der Hilfebedürftigen betont (Fordern) als auch die Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit (Fördern) in den Vordergrund stellt.
Die Sanktionen werden als Instrumente der Aktivierung untersucht, wobei kritisch hinterfragt wird, ob diese tatsächlich zu einer schnelleren Integration in den Arbeitsmarkt führen oder lediglich den Druck auf die Betroffenen erhöhen.
Die Arbeit kategorisiert Langzeitleistungsempfänger in drei Gruppen: die „Um-jeden-Preis-Arbeiter“, die „Als-ob-Arbeitenden“ und die „bewussten Nicht-Arbeiter“.
Die Studie zeigt, dass der Großteil der Bezieher bereits eine hohe Arbeitsbereitschaft besitzt und ihr Reservationslohn ohnehin am unteren Ende der Lohnskala liegt, weshalb Sanktionen das Verhalten nicht mehr positiv beeinflussen können.
Die Analyse legt nahe, dass die Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit in den Jahren nach Einführung von Hartz 4 primär durch eine allgemeine wirtschaftliche Erholung (Konjunkturzyklus) und nicht durch die spezifischen gesetzlichen Reformen zu erklären sind.
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