Bachelorarbeit, 2023
83 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Historischer Exkurs
3. Diskussionsarena AD(H)S
3.1. Begriffsklärung
3.2. Klassifikationsmöglichkeiten
3.2.1. Klassifikation nach ICD-10
3.2.2. Klassifikation nach DSM-5
3.3. Epidemiologie
4. Symptomatik
4.1. Unaufmerksamkeit
4.2. Hyperaktivität
4.3. Impulsivität
4.4. Stärken und Ressourcen
4.5. Komorbide Erkrankungen
4.5.1. AD(H)S und externalisierende Störungen
4.5.2. AD(H)S und internalisierende Störungen
4.5.3. AD(H)S und Lern- und Leistungsstörungen
4.5.4. Weitere Komorbiditäten
4.6. Auswirkungen
5. Ursachen
5.1. Neurobiologische Faktoren
5.2. Genetische Faktoren
5.3. Psychosoziale Faktoren
6. Diagnostik
6.1. Befragung
6.2. Verhaltensbeobachtung
6.3. Fragebögen
6.4. Untersuchung
7. Interventionsmöglichkeiten
7.1. Medikamentöse Behandlung mit Ritalin
7.2. Therapeutische Behandlung
7.3. Implikationen für die Erziehungspraxis
7.3.1. Implikationen für Eltern
7.3.2. Implikationen für Lehrkräfte
7.4. Praxisfeld Soziale Arbeit
8. Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (AD(H)S) im Kindes- und Jugendalter umfassend zu analysieren, um das Verständnis bei pädagogischen Fachkräften und Eltern zu fördern und konkrete Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen, die Betroffene in ihrer Entwicklung unterstützen.
4.4. Stärken und Ressourcen
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bringt nicht nur negative oder herausfordernde Symptome mit sich, sondern auch positive Fähigkeiten und Eigenschaften.
Um diese positiven Fähigkeiten als Betroffene oder Betroffener richtig nutzen zu können, ist es von immenser Bedeutung, dass das soziale Umfeld ihnen ermöglicht, dass sie anerkannt, geborgen und geliebt werden und ihnen beigebracht wird, mit sich selbst im Reinen zu sein und zu wissen, dass sie gut sind wie sie sind und besonders erfolgreich sein können, wenn sie sich ihre positiven Eigenschaften zu Nutze machen (vgl. Simchen 2010: 51).
Hierzu ein passendes Zitat aus dem Buch „Die vielen Gesichter des ADS“ von der Oberärztin Helga Simchen, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Akademie Magdeburg tätig ist:
„Menschen mit ADS sollten nicht nur darauf achten, dass mögliche […] Defizite ihnen zum Nachteil werden, sie sollten ihre Vorteile kennen und sie bewusst zu ihrem Nutzen anwenden“ (Simchen 2010: 53).
Kinder und Jugendliche mit AD(H)S haben Kinder oftmals einen besonders stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn (vgl. Gawrilow 2023: 23). Außerdem können sie Situationen, in denen Unstimmigkeiten oder Anspannung herrscht, aufgrund ihrer Harmoniebedürftigkeit nicht ausstehen (vgl.ebd.). Was ebenso dafür spricht, ist die Fähigkeit dazu, Menschen schnell zu verzeihen und ihnen nicht lange böse zu sein (vgl.ebd.). Zudem besitzen Kinder und Jugendliche mit AD(H)S oftmals ein besonders großes Maß an Kreativität und Einfallsreichtum (vgl. Lauth/Naumann In: Gawrilow 2023: 23). Zu weiteren Eigenschaften von Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S gehören nach Einschätzungen von Lauth und Naumann Spontanität, Humor sowie ein leicht aufsässiger Charme, welche sich in Befragungen von Eltern und Lehrkräften bestätigten (vgl.ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik AD(H)S bei Kindern und Jugendlichen ein und legt den Fokus auf die Relevanz für pädagogische und therapeutische Fachkräfte.
2. Historischer Exkurs: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Wahrnehmung von Kindern mit AD(H)S-Symptomatik seit dem 19. Jahrhundert bis zur modernen Diagnose.
3. Diskussionsarena AD(H)S: Das Kapitel definiert den Begriff AD(H)S, vergleicht Klassifikationssysteme wie ICD-10 und DSM-5 und gibt einen Überblick über die Epidemiologie in Deutschland.
4. Symptomatik: Hier werden die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität sowie Begleiterkrankungen und die Bedeutung vorhandener Stärken und Ressourcen behandelt.
5. Ursachen: Dieses Kapitel beleuchtet das Zusammenspiel von neurobiologischen, genetischen und psychosozialen Faktoren bei der Entwicklung einer AD(H)S.
6. Diagnostik: Es werden verschiedene Verfahren zur fundierten Diagnosestellung vorgestellt, darunter Interviews, Verhaltensbeobachtungen, Fragebögen und medizinische Untersuchungen.
7. Interventionsmöglichkeiten: Dieses Kapitel erläutert multimodale Therapieansätze, inklusive medikamentöser und therapeutischer Maßnahmen sowie konkrete Handlungsanweisungen für Eltern, Lehrkräfte und die Soziale Arbeit.
8. Verallgemeinerung der Erkenntnisse und Ausblick: Eine abschließende Synthese der Ergebnisse, die die Notwendigkeit unterstützender Strukturen und Entstigmatisierung betont.
AD(H)S, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Kindesalter, Jugendalter, Diagnostik, Therapie, Ritalin, Psychoedukation, Lernstörungen, Komorbidität, Soziale Arbeit, Schulalltag, Selbstregulation.
Die Arbeit behandelt die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Jugendlichen, wobei der Fokus auf Ursachen, Symptomatik und bedürfnisorientierten Hilfsmethoden liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Klassifikation der Störung, diagnostische Prozesse, die Auswirkungen auf das soziale Umfeld (Familie und Schule) sowie multimodale Interventionsansätze.
Ziel ist es, pädagogische Fachkräfte und Eltern für die Bedürfnisse Betroffener zu sensibilisieren und Lösungsansätze zu präsentieren, um den Kindern ein erfolgreiches und glückliches Leben zu ermöglichen.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Einbeziehung klinischer Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-5) sowie die Analyse psychologischer Fachliteratur und aktueller Studien.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Symptomatik, Ursachenforschung, Diagnosemethoden und verschiedene Therapieinterventionen wie medikamentöse Behandlung und Verhaltenstherapie.
Hauptbegriffe sind AD(H)S, Diagnose, Intervention, Multimodale Therapie, Selbstregulation, Elternarbeit und Schulsozialarbeit.
Die Eltern spielen eine entscheidende Rolle, da sie durch ihre Beobachtungen im Alltag wichtige Informationen für Anamnesegespräche liefern und maßgeblich zur Entwicklung einer stabilen und strukturierten Umgebung beitragen.
Sie fungiert als wichtige Beratungsinstanz für Lehrkräfte, Eltern und Schüler, um Konflikte zu mildern, Hilfen zu vermitteln und Lösungen für einen bedürfnisorientierten Unterricht zu entwickeln.
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