Examensarbeit, 1990
88 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
1. KAPITEL: die Methode der verbsemantischen Klassifiaktion
1.1 Zielsetzung
1.2 Das Ausgangsmaterial
1.3 Das Kategorisierungsschema (Übersicht)
1.4 Begriffsbestimmung: Kategorie und Modell
1.5 Phasen der Analysemethode
1.6 Die Grundverben
1.7 Der Aufbau von Modellen
1.8 Das System von Modellen
1.9 Die einzelnen Modelle und ihre inhaltliche Erläuterung
1.10 Die drei Verbtypen
1.11 Die Klassifikation der Sprechaktverben
1.12 Die Sprechaktverbmodelle und ihre inhaltliche Erläuterung
1.13 Eine erste Ausbaustufe des Verbthesaurus: Die Klassifikation der Adformen
2. KAPITEL: Erweiterungen und Folgerungen aus der Verbklassifiktion
2.1 Das Konzept des semantischen Raumes
2.2 Semantischer Raum und Feldbegriff
2.3 BALLMERs Konzeption eines Archetypen und sein Verhältnis zur Katastrophentheorie
2.4 Aktionsarten: eine neue lexikalisch fundierte Klassifikation
2.5 Der Aufbau einer prozessualen Kasustheorie
2.6 Das Konzept der Transitivitätsentfaltung
2.7 Folgerungen aus dem Verbthesaurus für die Syntax: BALLMERs Begriff der Metapraxes
3. KAPITEL: Zwei Auseinandersetzungen mit dem Verbthesaurus Konzept: H.J. HERINGER und J. MEIBAUER
3.1 Die Kritik H.J. HERINGERs
3.2. Die Antwort BALLMER und BRENNENSTUHLs auf diese Kritik
3.3 Die Kritik J. MEIBAUERs
3.4 Die Antwort BALLMER und BRENNENSTUHLs auf diese Kritik
4. KAPITEL: Eine Diskussion des Verbthesaurus
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der von Thomas T. Ballmer und Waltraud Brennenstuhl entwickelten Klassifikationsmethode für den deutschen Verbwortschatz auseinander. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Grundlagen des "Verbthesaurus" zu analysieren, dessen Anwendung auf den Gesamtwortschatz zu hinterfragen und die wissenschaftliche Validität der daraus abgeleiteten Konzepte, wie den semantischen Raum, Archetypen und Aktionsarten, zu bewerten.
1.6 Die Grundverben
Wenn man nun die in den Paraphrasen enthaltenen Verben weiter paraphrasiert, lässt sich der Verbwortschatz auf ungefähr 10 so genannte Grundverben reduzieren.
Diese Grundverben sind: der Fall sein (gelten), ablaufen, geschehen, existieren, Teil sein von (enthalten), verursachen, wahrnehmen (8), wollen, versuchen, berühren, benutzen.
B&B gestehen eine gewisse Willkür bei der Auswahl dieser Grundverben zu. So sind durchaus auch andere Grundverben (z.B. machen statt versuchen) möglich. Sie behaupten aber, dass es ihnen gelungen sei, ”tatsächlich nachzuprüfen, daß alle 8000 einfachen Verben, die wir explizit kategorisiert haben, vermittels der paraphrastischen Analyse auf die 800 Kategorien und diese wiederum auf die zehn Grundverben zurückgeführt werden können.“ (XXIX,41)
Das Abschieben von Informationen durch die Paraphrasierung in Adverbien und Nominalgruppen sei unproblematisch, da die abgeschobenen Informationsteile nicht den im Verbkern bezeichneten prozessualen Anteil der Verbbedeutung betreffen. In anderen Arbeiten (z: XXV, 425; XVII 10.83.No2,76) reduzieren die Autoren die Zahl der Grundverben sogar auf nur fünf: gelten, bestehen, versuchen, berühren, benutzen. Sie erläutern dort allerdings diesen weiteren Reduzierungsprozess nicht ausführlich.
1. KAPITEL: die Methode der verbsemantischen Klassifiaktion: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Basis des Verbthesaurus, führt das Kategorisierungsschema ein und beschreibt die dreiphasige Analysemethode der Autoren.
2. KAPITEL: Erweiterungen und Folgerungen aus der Verbklassifiktion: Hier werden theoretische Ausweitungen wie der semantische Raum, die Einführung von Archetypen und die Neubestimmung von Aktionsarten sowie Kasustheorie und Transitivität diskutiert.
3. KAPITEL: Zwei Auseinandersetzungen mit dem Verbthesaurus Konzept: H.J. HERINGER und J. MEIBAUER: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die kritische Rezeption des Verbthesaurus durch Heringer und Meibauer sowie die jeweiligen Entgegnungen der Autoren.
4. KAPITEL: Eine Diskussion des Verbthesaurus: Der Autor resümiert die Schwachstellen des Ansatzes, insbesondere hinsichtlich der praktischen Nutzbarkeit, der Behandlung verbaler Fügungen und der theoretischen Konsistenz der Prozessontologie.
Verbthesaurus, Verbklassifikation, Semantik, Prozessontologie, Aktionsarten, Semantischer Raum, Archetypen, Transitivität, Kasusgrammatik, Sprachwissenschaft, Lexikologie, Sprechaktverben, Paraphrasierung, Ballmer, Brennenstuhl
Die Arbeit bietet eine fundierte wissenschaftliche Analyse und kritische Auseinandersetzung mit der von Thomas T. Ballmer und Waltraud Brennenstuhl entwickelten Klassifikationsmethode des deutschen Verbwortschatzes.
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Strukturierung von Verben in einem Thesaurus, der prozessualen Ontologie, der Definition von Archetypen und der Abgrenzung linguistischer Kategorien wie Tempus, Aspekt und Aktionsart.
Das Ziel ist die kritische Prüfung des Ballmer-Brennenstuhl-Ansatzes hinsichtlich seiner logischen Konsistenz, seiner wissenschaftlichen Anwendbarkeit und seiner Fähigkeit, den deutschen Wortschatz systematisch abzubilden.
Die Arbeit nutzt eine komparative und analytische linguistische Methode, wobei die Konzepte von Ballmer & Brennenstuhl sowohl intern auf Plausibilität geprüft als auch mit externen Theorien (z.B. Fillmore, Vendler, Wright) kontrastiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Klassifikationsmethode, die theoretische Erweiterung durch Konzepte wie den semantischen Raum, die Diskussion fachwissenschaftlicher Kritik und eine eigene abschließende kritische Diskussion.
Zentrale Begriffe sind der Verbthesaurus, die Verbklassifikation, die Prozessontologie sowie die theoretischen Bausteine Aktionsart, Transitivität und Archetyp.
Der Autor hinterfragt die methodologische Basis der Schalenstruktur, da diese stark auf eigenen Intuitionen und Introspektionen der Autoren beruht, die nur schwer durch objektive oder empirisch nachprüfbare Verfahren zu validieren sind.
Der Autor kritisiert, dass der rein (bio-)physikalische Prozessbegriff zu einer teilweise willkürlichen Kategorisierung führt und die Autoren dazu zwingt, das Lexikon künstlich aufzublähen, anstatt sprachliche Realitäten natürlich abzubilden.
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