Examensarbeit, 2010
101 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundlagen zum Verständnis von Angst
2.1 Angstdefinition und Angstkonzepte
2.1.1 Definition von Angst
2.1.2 Angst und Furcht
2.1.3 Angst als Zustand und als Wesenszug
2.2 Theorien zur Angstentstehung
2.2.1 Psychoanalytischer Ansatz
2.2.2 Behavioristischer Ansatz
2.2.3 Kognitionstheoretischer Ansatz
2.3 Funktionen der Angst
2.3.1 Schutzfunktion
2.3.2 Antriebsregulation
2.3.3 Entwicklungsrelevanz
2.4 Schulangst als spezielle Form der Angst
3 Schulangst der Schüler
3.1 Auslöser und Ursachen
3.1.1 Soziokulturelle Bedingungen
3.1.2 Familiäre Sozialisation
3.1.3 Institution Schule
3.2 Erscheinungsformen
3.3 Symptomatik und Folgen
3.3.1 Physiologische Ebene
3.3.2 Subjektive Ebene
3.3.3 Verhaltensebene
4 Schulangst der Lehrer
4.1 Soziale Erwünschtheit und Tabuisierung
4.2 Auslöser und Ursachen
4.3 Erscheinungsformen
4.4 Auswirkungen und Konsequenzen
4.4.1 Temporäre bzw. vorübergehende Folgen
4.4.2 Zeitlich stabile bzw. nachhaltige Folgen
4.4.3 Korrelation zwischen Lehrerangst und Schülerangst
5 Schulangst im Kontext Sportunterricht
5.1 Curriculare Relevanz der Angst im Sportunterricht
5.2 Schülerangst im Sportunterricht
5.2.1 Fachbezogene Ursachen als angstauslösende Situationen
5.2.2 Folgeängste als spezielle Formen von Schülerangst im Sportunterricht
5.2.3 Auswirkungen der Schülerangst im Sportunterricht
5.2.4 Möglichkeiten zum angstabbauenden Sportunterricht
5.3 Lehrerangst im Sportunterricht
5.3.1 Fachbezogene Belastungen als angstauslösende Situationen
5.3.2 Sportlehrerspezifische Ängste
5.3.3 Möglichkeiten zur Bewältigung, Reduktion oder Prävention der Sportlehrerangst
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Phänomen der Schulangst im Kontext des Sportunterrichts unter einer zweidimensionalen Perspektive, die sowohl die Ängste der Schüler als auch die der Lehrkräfte betrachtet. Ziel ist es, die spezifischen Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Angst in diesem pädagogischen Handlungsfeld zu analysieren und adäquate Strategien zur Bewältigung oder Prävention aufzuzeigen.
Angstdefinition und Angstkonzepte
Aus etymologischer und sprachwissenschaftlicher Betrachtungsweise hat der Begriff Angst seine Wurzeln im althochdeutschen Wort „angust“, welches wiederum aus dem lateinischen Hauptwort „angustiae“ (Enge), bzw. aus dem Zeitwort „angere“ stammt, was in etwa „zuschnüren“ oder „beklemmen“ bedeutet (vgl. Wandruszka, 1981, S. 8). Demnach bezeichnet Angst anscheinend einen Zustand, in dem es einem die Kehle zuschnürt und der ein beklemmendes Gefühl in der Brust hervorruft, sodass einem die Luft wegbleibt. Der einzig positive Sinnbezug, nämlich die Sorgfalt, welche zunächst im Mittelhochdeutschen „sorgenvoll“ und „bekümmert“ bedeutete und erst im sprachlichen Wandel der Jahrhunderte einen gutheißenden Charakter erhielt, ist indes verloren gegangen, und Angst wird gewöhnlich ausschließlich mit negativen Konnotationen verbunden.
Obwohl der Begriff Angst aufgrund seiner unmittelbaren Präsenz im alltäglichen Leben intuitiv leicht verständlich zu sein scheint, existieren in der Psychologie zahlreiche und durchaus unterschiedliche Begriffsbestimmungen. Trotz einer immensen Fülle an Literatur und Veröffentlichungen zu diesem Thema, erweist sich eine einheitliche und endgültige Klärung des Begriffs als aussichtsloses Unterfangen. Die zahllosen Definitionsversuche von Theoretikern, Psychologen und Forschern anderer Wissenschaftsbereiche führten am Ende zu einem abstrusen Wirrwarr, wobei sich viele Autoren auf eine Beschreibung der Symptome, durch die sich Angst bemerkbar macht, beschränken. So auch die folgenden Wissenschaftler, deren Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Angstforschung als Basiswerke zählen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Angst als „Farbe unseres Lebens“ ein und verortet das Phänomen im Kontext von Schule und Leistungsdruck.
2 Grundlagen zum Verständnis von Angst: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Angstpsychologie und stellt grundlegende Theorien sowie Funktionen der Angst vor.
3 Schulangst der Schüler: Hier werden die Ursachen, Erscheinungsformen und Symptome von Schülerängsten analysiert, wobei familiäre und schulische Faktoren im Fokus stehen.
4 Schulangst der Lehrer: Dieser Abschnitt beleuchtet die oft tabuisierte Lehrerangst, deren Ursachen im Anforderungsprofil des Lehrerberufs liegen.
5 Schulangst im Kontext Sportunterricht: Das Hauptkapitel untersucht spezifisch, warum der Sportunterricht ein besonderes Potenzial für die Entstehung von Ängsten bei Schülern und Lehrern birgt.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Notwendigkeit eines angstbewussten Umgangs in der schulischen Sportpraxis.
Schulangst, Angstpsychologie, Lehrerangst, Sportunterricht, Stress, Leistung, Leistungsdruck, Motivation, Psychohygiene, Prävention, Intervention, Verhalten, Bewegungsangst, Schule, Angsttheorien
Die Arbeit befasst sich mit der Schulangst als zweidimensionales Phänomen, das sowohl Schüler als auch Lehrer betrifft, und analysiert dieses im spezifischen Kontext des Sportunterrichts.
Die zentralen Themen umfassen Angsttheorien, Ursachen der Angstentstehung (soziokulturell, familiär, institutionell), die spezifische Belastungssituation im Sportunterricht sowie Bewältigungsstrategien.
Das Ziel ist es, die Rolle der Angst im Kontext von Lernen und Lehren zu hinterfragen und Möglichkeiten aufzuzeigen, diesen Ängsten adäquat zu begegnen, um ein positives Lernklima zu fördern.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und -zusammenfassung basiert und diese durch empirische Erkenntnisse fundiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ängsten bei Schülern und Lehrern im Allgemeinen und überträgt diese Erkenntnisse gezielt auf die fachspezifische Situation im Sportunterricht.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben Schulangst und Lehrerangst vor allem Sportunterricht, Leistungsdruck, Prävention, Interaktion und Belastungssituationen.
Lehrplanvorgaben, wie die Pflicht zu waghalsigen Übungen oder der Theorieunterricht bei mangelnder Ausstattung, erzeugen laut Arbeit Stress und Entscheidungsängste bei Sportlehrkräften.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein wechselseitiger Einfluss besteht, wobei die Angst eines Lehrers die Ängstlichkeit der Schüler negativ beeinflussen kann und umgekehrt.
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