Doktorarbeit / Dissertation, 2022
97 Seiten
1 Einleitung
1.1 Ziel der Dissertation und Fragestellung
2 Literaturdiskussion
2.1 Allgemeine Aspekte - Begriffserklärung und Definition der Sterilität und Subfertilität bzw. der Infertilität
2.2 Idiopathische Sterilität
2.3 Häufigkeit ungewollter Kinderlosigkeit und Verteilung der Ursachen
2.4 Ursachen der Unfruchtbarkeit
2.4.1 Ursachen bei der Frau
2.4.2 Ursachen beim Mann
3 Material und Methoden
3.1 Studienaufbau und ausgewertete Patientenpaare
3.2 Diagnostik
3.2.1 Anamnese
3.2.2 Klinische Untersuchung und apparative Diagnostik
3.2.3 Labordiagnostik
3.3 Methoden der assistierten Reproduktion
3.3.1 Intrauterine Insemination (IUI)
3.3.2 In-Vitro-Fertilisation (IVF)
3.3.3 Kryozyklus (Auftauzyklus)
3.3.4 Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
3.4 Hormonstimulation und Stimulationsprotokolle der ART-Behandlungen:
3.5 Einflussfaktoren auf die Embryonenqualität und ihre Bestimmung im Rahmen der Behandlung
3.6 Zielparameter: Outcome, Schwangerschafts- und Geburtenrate
4 Statistische Auswertung
5 Ergebnisse
6 Diskussion
7 Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Dissertation ist es, zu evaluieren, ob Paare mit idiopathischer Sterilität durch assistierte reproduktionsmedizinische Therapien (ART) vergleichbare Erfolgschancen auf eine Schwangerschaft und Geburt haben wie Paare mit diagnostizierten sterilitätsverursachenden Faktoren. Die Forschungsarbeit untersucht hierzu retrospektive Daten, um Parameter zu identifizieren, die eine exaktere Differenzierung zwischen diesen beiden Patientengruppen ermöglichen.
2.2 Idiopathische Sterilität
Üblicherweise wird die Diagnose der idiopathischen Sterilität (i.S.) als Ausschlussdiagnose nach Abschluss der Basisdiagnostik (Weidner et al., 2006) gestellt, wenn diese es nicht vermag, eine offensichtliche fruchtbarkeitseinschränkende Ursache zu ermitteln.
Sie besteht im Wesentlichen aus der (Paar-) Anamnese, dem somatischen Befund, der endokrinen Diagnostik, der Ejakulatanalyse (nach WHO-Laborhandbuch) und gegebenenfalls weiterer spezieller Zusatzdiagnostik wie zum Beispiel Chromosomenanalyse (Weidner et al., 2006). Ein international standardisiertes Verfahren der Basisdiagnostik gibt es nicht, auch wenn bereits Versuche zur Etablierung multinational anerkannter Definitions- und Scoringsysteme unternommen wurden (Zegers-Hochschild et al., 2017).
Die vorliegende Datenlage ist uneinheitlich. Es finden sich in der Literatur Werte zur Prävalenz der idiopathischen Sterilität zwischen 10 und 30 % (Abdallah et al., 2020; Gunn & Bates, 2016). Aus diesem Grund fordern Reproduktionsmediziner der Annual Capri Workshop Group, die idiopathische Sterilität nicht standardmäßig als vorschnelle Diagnose bei sämtlichen Patienten ohne Anhaltspunkte zuzulassen (Bhattacharya et al., 2019):
Der Begriff der idiopathischen Sterilität sollte nicht bei Paaren Anwendung finden, deren Kinderwunsch nicht seit mindestens 2 Jahren besteht (Bhattacharya et al., 2019; Somigliana et al., 2016), da ca. die Hälfte der Paare mit i.S. im zweiten Jahr ohne ärztliche Hilfe eine Konzeption erreichen kann (Wilkinson et al., 2019). Jacobson et al. (2018) zeigten, dass mit zunehmender Dauer der Konzeptionsversuche die Diagnosestellung einer Unfruchtbarkeit innerhalb der ersten beiden Jahre zunächst abnimmt und damit auf einen kleineren Anteil der Paare zutrifft als vermutet.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der idiopathischen Sterilität ein und definiert das Ziel der Studie, Therapieerfolge dieser Patientengruppe mit denen bekannter Sterilitätsfaktoren vergleichbar zu machen.
2 Literaturdiskussion: Hier werden Definitionen von Sterilität und Subfertilität sowie verschiedene anatomische, hormonelle und lifestyle-bedingte Ursachen der Unfruchtbarkeit bei Mann und Frau detailliert erörtert.
3 Material und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die anonymisierte Datenerhebung der Patientenpaare aus dem Kinderwunschzentrum Wiesbaden sowie die angewendeten Diagnose- und Behandlungsmethoden.
4 Statistische Auswertung: Es wird dargelegt, wie die Daten mittels SPSS analysiert wurden, um Unterschiede zwischen den Studiengruppen mittels explorativer Statistik zu validieren.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die erhobenen Daten zu Alter, Hormonparametern, Spermiogrammbefunden sowie den Schwangerschafts- und Geburtenraten der verschiedenen Therapiezyklen.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden in den Kontext der aktuellen wissenschaftlichen Literatur gesetzt, wobei Besonderheiten wie das Alter der Patientinnen und die multifaktorielle Genese der Sterilität kritisch reflektiert werden.
7 Zusammenfassung: Abschließend wird gefolgert, dass idiopathisch sterile Paare ähnlich gut auf reproduktionsmedizinische Behandlungen ansprechen wie Paare mit diagnostizierten Ursachen.
idiopathische Sterilität, Subfertilität, ART, In-Vitro-Fertilisation, ICSI, Kinderwunschzentrum, Eizellreserve, AMH, Spermiogramm, Hormonstimulation, Embryonenqualität, Schwangerschaftsrate, Lebendgeburtrate, Reproduktionsmedizin, Unfruchtbarkeit.
Die Arbeit untersucht, ob Patientinnen und Patienten mit idiopathischer Sterilität – also Paare, bei denen medizinisch keine klare Ursache für Kinderlosigkeit gefunden wurde – bei einer assistierten reproduktionsmedizinischen Therapie (ART) ähnliche Erfolgschancen haben wie Paare, bei denen eine konkrete Diagnose vorliegt.
Die zentralen Themen sind der klinische Vergleich von Patientenkollektiven, die Wirksamkeit verschiedener ART-Methoden wie IVF, ICSI, IUI und VZO, sowie der Einfluss von Faktoren wie Alter, Nikotinkonsum und Eizellreserve auf den Behandlungserfolg.
Das primäre Ziel ist es, richtungsweisende Parameter zu identifizieren, in denen sich die untersuchten Gruppen unterscheiden, um festzustellen, ob die idiopathische Sterilität ein eigenes Krankheitsbild ist oder durch präzisere Diagnostik reduziert werden kann.
Es handelt sich um eine retrospektive klinische Studie, die Daten aus dem Kinderwunschzentrum Wiesbaden (2008-2018) anonymisiert auswertet und mittels statistischer Testverfahren (z.B. T-Test, Chi-Quadrat-Test) vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Diskussion der Sterilitätsursachen (literarische Aufbereitung) und einen methodischen Teil, in dem der Studienaufbau, die Diagnostik nach AWMF-Leitlinien und das Embryonengrading nach ESHRE-Konsens beschrieben werden.
Wesentlich sind Begrifflichkeiten wie idiopathische Sterilität, ART, Eizellreserve, AMH-Wert, Embryonenqualität und Schwangerschaftsrate.
Das Alter der Frau wird als einer der kritischsten Faktoren für den Therapieerfolg identifiziert; die Studie zeigt auf, dass mit steigendem Alter nicht nur die Eizellreserve abnimmt, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für die Diagnose einer idiopathischen Sterilität steigt.
Die Spermiogrammanalyse wird kritisch hinterfragt: Sie dient zwar der Orientierung, kann aber eine Unfruchtbarkeit nie endgültig ausschließen oder garantieren, da molekulare Prozesse nicht standardmäßig erfasst werden können.
Die Dissertation kommt zu dem Ergebnis, dass die Erfolgsraten bei idiopathischer Sterilität nicht signifikant schlechter sind als bei Paaren mit bekannten Sterilitätsfaktoren, was den betroffenen Paaren Hoffnung auf eine erfolgreiche Kinderwunschbehandlung gibt.
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