Magisterarbeit, 2010
97 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Science-Fiction vs. Fantasy
3. Der 'Genremix' und die Zeitreise innerhalb der modernen Popkultur
4. Das Erklärungsprinzip
5. Die Zeitreise als wissenschaftlicher Prozess vs. die persönliche Intention
5.1 Die Wissenschaft
5.2 Die persönliche Intention
6. Ändern vs. Nicht-Ändern
7. Zeitreise als Bestandteil der Gegenwart vs. Schmetterlingseffekt
7.1 Die Bedeutung des Details innerhalb der Zeitreisegeschichte
8. Hilfsmittel und Zeitmaschinen
8.1 Unterschiedliche Methoden der Zeitreise
8.2 Die Technik in Harry Potter and the Prisoner of Azkaban oder 'Warum ein Time Turner in der Zaubererwelt existieren kann'
09. Glaube, Akzeptanz und Skepsis
10. Das Großvater-Paradoxon vs. die Viele-Welten Theorie
11. Gefangen in der Zeitschleife
12. Der Zeitreisende
12.1 Beziehungen des Zeitreisenden
12.1.1 The Time Machine
Der Zeitreisende und Weena
12.1.2 Back to the Future
Marty und Doc Brown
Marty und seine Eltern
Marty und sein Vater
Marty und seine Mutter-Das ödipale Dilemma
12.1.3 Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Harry und Sirius Black
Hermione und Harry
12.1.4 The Butterfly Effect
Evan und Kayleigh
12.2 Unter Druck, gehetzt und immer in Eile
12.3 Verlust
13. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die moderne narrative Bearbeitung des Zeitreisemotivs in Literatur und Film, wobei sie die Entwicklung von den wissenschaftlich begründeten Grundlagen bei H.G. Wells bis hin zu aktuellen, stärker charakterorientierten und genreübergreifenden Ansätzen analysiert. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich das Zeitreisemotiv verändert hat und welche Gemeinsamkeiten trotz unterschiedlicher medialer und narrativer Ausprägungen bestehen bleiben.
Die Zeitreise als wissenschaftlicher Prozess vs. die persönliche Intention
Das Zeitreisen wird sowohl in der Literatur als auch in Film und Fernsehen oftmals als rein wissenschaftlicher Prozess beschrieben. Jenes wissenschaftliche Denken und Handeln innerhalb der erzählten Geschichten, gehört seit jeher zu den beliebtesten Themen der Science Fiction (vgl. Broich, S.79). Das beste Beispiel hierfür ist Wells' The Time Machine.
Gleich zu Beginn der Geschichte erklärt der Zeitreisende seinen Gästen seine Theorie, die besagt, dass Zeit im Grunde nichts anderes sei als eine vierte Dimension. Hierbei unterstreicht er, dass der Mensch fälschlicherweise dazu tendiert, einen Unterschied zwischen den Dimensionen Länge, Breite, Masse auf der einen und Zeit auf der anderen Seite zu machen (vgl. The Time Machine, S.2). Er erklärt diese Differenz für nichtig und erläutert, dass auch die Zeit einen Bewegungsraum darstellt und sich das menschliche Bewusstsein, durch dessen Fähigkeit sich zu erinnern, an der Zeitachse entlang bewegt. So wie man sich im Raum bewegen kann, gibt es also auch eine Bewegung in der Zeit. Durch Fotos eines Mannes, der sich in verschiedenen Altersklassen befindet, macht er deutlich, dass in diesen Fotografien auf dreidimensionale Weise dessen vierdimensionale Gestalt festgehalten ist. Seine dreidimensionale Darstellung wird also quasi durch eine vierte Dimension ergänzt.
Aufgrund dieser recht einfachen, nachvollziehbaren Erklärung, die Wells uns durch den Zeitreisenden vermittelt, fällt es auch dem Leser leichter, dem Protagonisten und der Geschichte selbst eine gewisse Glaubwürdigkeit zu zusprechen. Die letztendliche Überzeugungsarbeit wird schließlich durch den Reisebericht selbst geleistet. Während der Leser jedoch quasi auf fiktionaler Ebene überzeugt werden muss und sich eher die Frage nach einem logischen, linearen Plot und glaubwürdigen Charakteren stellt, sind die Gäste des Zeitreisenden verständlicherweise etwas skeptischer. Da sie sich auf der gleichen 'Ebene' wie der Zeitreisende befinden und daher mit ihm die Realität teilen, die für uns nur eine auf Papier geschriebene Geschichte ist, sind sie im gleichen Maße skeptisch, wie wir es wohl wären, wenn uns wirklich jemand eine Zeitmaschine präsentieren würde („I THINK that at that time none of us quite believed in the Time Machine.“ The Time Machine, S.12).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Untersuchung der modernen Zeitreise-Narrative ein und setzt H.G. Wells' Werk in Kontrast zu zeitgenössischen Beispielen wie Harry Potter und Back to the Future.
2. Science-Fiction vs. Fantasy: Dieses Kapitel definiert und differenziert die beiden Genres anhand ihrer wissenschaftlichen oder phantastischen Erklärungsansätze.
3. Der 'Genremix' und die Zeitreise innerhalb der modernen Popkultur: Es wird analysiert, wie moderne Medien Zeitreisen als Teil eines Genre-Hybrids nutzen, um neue erzählerische Potenziale zu erschließen.
4. Das Erklärungsprinzip: Hier wird untersucht, wie Geschichten Zeitreisen durch Charaktere oder Erzählstrukturen für den Zuschauer glaubhaft oder akzeptabel machen.
5. Die Zeitreise als wissenschaftlicher Prozess vs. die persönliche Intention: Dieses Kapitel beleuchtet den Kontrast zwischen technologisch/wissenschaftlichen Zeitreisen und solchen, die durch persönliche oder schicksalhafte Motive der Protagonisten getrieben werden.
6. Ändern vs. Nicht-Ändern: Es wird die moralische und erzählerische Frage erörtert, ob Zeitreisen dazu dienen sollten, die Vergangenheit zu verändern oder als unveränderlich zu akzeptieren.
7. Zeitreise als Bestandteil der Gegenwart vs. Schmetterlingseffekt: Die Analyse konzentriert sich darauf, wie kleine Handlungen in der Vergangenheit massive Auswirkungen auf die Zukunft haben und wie Zeitreisen teils schon immer Teil der Gegenwart waren.
8. Hilfsmittel und Zeitmaschinen: Ein Vergleich der verschiedenen Methoden des Zeitreisens, von physischen Maschinen bis hin zu genetischen oder magischen Fähigkeiten.
09. Glaube, Akzeptanz und Skepsis: Dieses Kapitel thematisiert, wie Charaktere und Publikum auf die Existenz von Zeitreisen reagieren und welche psychologischen Hürden bei der Akzeptanz dieser Konzepte überwunden werden müssen.
10. Das Großvater-Paradoxon vs. die Viele-Welten Theorie: Untersuchung der theoretischen und physikalischen Probleme des Zeitreisens sowie der narrativen Lösungen mittels Parallelwelten-Konzepten.
11. Gefangen in der Zeitschleife: Analyse der repetitiven Struktur von Zeitreisen und deren Auswirkung auf die psychische Verfassung der Protagonisten.
12. Der Zeitreisende: Dieses Kapitel widmet sich der Charakterisierung der Zeitreisenden, ihrer persönlichen Entwicklung und ihren sozialen Bindungen.
13. Schlussbetrachtung: Ein Resümee der Ergebnisse, das die Beständigkeit des Zeitreisemotivs trotz konstanter Neuerungen durch Genremixe betont.
Zeitreise, Science-Fiction, Fantasy, H.G. Wells, Schmetterlingseffekt, Großvater-Paradoxon, Viele-Welten Theorie, Charakterstudie, Narration, Popkultur, Genremix, Zeitmaschine, Identität, Schicksal, Zeitkontinuum.
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Arten, wie das Motiv der Zeitreise in der modernen Literatur und im Film bearbeitet wird, und untersucht dabei sowohl wissenschaftliche Ansätze als auch deren Vermischung mit anderen Genres wie Fantasy.
Zu den zentralen Themen gehören der Vergleich zwischen wissenschaftlicher Forschung und persönlicher Intention bei Zeitreisen, der Einfluss auf das Schicksal der Protagonisten, die Bedeutung des Schmetterlingseffekts und der Umgang mit zeitlichen Paradoxa.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Zeitreisemotiv seit H.G. Wells' Pionierarbeit entwickelt hat und warum der Fokus heute verstärkt auf der individuellen Charakterentwicklung der Reisenden liegt statt auf bloßen technischen Effekten.
Es handelt sich um eine vergleichende Literatur- und Medienanalyse, die ausgewählte Primärwerke wie "The Time Machine", "Harry Potter and the Prisoner of Azkaban" und "Back to the Future" in den Kontext zeitgenössischer Theoriebildung stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene analytische Kapitel, die unter anderem die Unterscheidung zwischen Science-Fiction und Fantasy, die Rolle von Hilfsmitteln, das Großvater-Paradoxon, Zeitschleifen und die Psychologie der Zeitreisenden detailliert untersuchen.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Zeitreise, Science-Fiction, Charakterentwicklung, Schmetterlingseffekt, Paradoxa, Genremix und narrative Struktur.
Die Arbeit argumentiert, dass Harry Potter trotz der Nutzung von Zeitreisen als Fantasy zu kategorisieren ist, da die zugrundeliegende Logik "Magie" ist, die keinerlei wissenschaftliche Herleitung oder technische Erklärung benötigt.
Während Wells' Reisender ein neutraler Wissenschaftler ohne tiefere Charakterisierung ist, steht bei modernen Protagonisten wie Evan in "The Butterfly Effect" oder Marty in "Back to the Future" die persönliche emotionale Bindung und die Verantwortung für das eigene Umfeld im Vordergrund.
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