Examensarbeit, 2009
89 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1. Einleitung
2. Langfristige Ursachen des Ersten Weltkrieges
2.1 Die Veränderung des europäischen Bündnissystems seit Bismarck
2.1.1. Die Entstehung der Triple Entente
2.1.1.1. Die Entstehung des russisch-französischen Militärbündnisses
2.1.1.2. Der Abschluss der Entente England – Frankreich
2.1.1.3. Das Zustandekommen der Entente England – Russland
2.1.2. Die Polarisierung des Bündnissystems und die Verfestigung der Machtblöcke
2.1.2.1. Die Vertiefung der englisch-französischen Beziehungen
2.1.2.2. Die Außenpolitik Frankreichs und Russlands vor dem Ersten Weltkrieg
2.1.2.3. Die Theorie der „Einkreisung“ des Deutschen Reichs
2.1.3. Entspannungsversuche
2.2. Ökonomische und technische Veränderungen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts
2.2.1. Imperialismus und Nationalismus um die Jahrhundertwende
2.3. Das Wettrüsten der Großmächte
2.3.1. Das Wettrüsten zur See
2.3.2. Das Wettrüsten zu Lande
2.4. Die internationale Krisen vor 1914
2.4.1. Die Erste Marokkokrise 1905/06
2.4.2. Die Bosnische Annexionskrise 1908/09
2.4.3. Die Zweite Marokkokrise 1911
2.4.4. Die Balkankriege 1912/13
2.4.5. Die Liman von Sanders Affäre 1913
2.5. „Je eher, desto besser“ – Kriegserwartungen und Erwartungen an den Krieg
2.5.1. Der Schlieffen-Plan
3. Julikrise und Kriegsausbruch 1914
3.1. Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914
3.2. Die Konflikte auf dem Balkan als Gefahr für Österreich-Ungarn
3.3. Die Julikrise 1914
3.3.1. Die Diplomatie zwischen Sarajevo und dem Blankoscheck am 5. Juli 1914
3.3.1.1. Das Kalkül eines lokal begrenzten Krieg
3.3.1.2. Der Plan des unannehmbaren Ultimatums an Serbien
3.3.2. Die Phase der relativen Ruhe zwischen dem 7. und dem 23. Juli 1914
3.3.2.1. Staatsbesuch Poincarés in St. Petersburg zwischen dem 20. und dem 23. Juli 1914
3.3.3. Die Phase der Eskalation - Das österreichische Ultimatum an Serbien am 23. Juli 1914
3.3.3.1. Die internationale Krisendiplomatie seit dem 23. Juli 1914
3.3.3.2. Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli 1914
3.3.4. Die russische Krisenpolitik und das Überschreiten des „Point of no return“
3.3.4.1. Das endgültige Hinzutreten Englands gegen die Mittelmächte
3.3.4.2. Vergebliche Versuche Bethmann Hollwegs, den Krieg abzuwenden
3.3.5. Kriegsausbruch – Der „Zustand drohender Kriegsgefahr“ und die Mobilisierung im Deutschen Reich
3.3.5.1. Kriegserklärung des Deutsches Reichs an Russland
3.3.5.2. Kriegserklärung des Deutschen Reichs an Frankreich
3.3.5.3. Die Verletzung der belgischen Neutralität und der Eintritt Englands in den Krieg
3.3.5.4. Der Austritt Italiens aus dem Dreibund
4. August 1914
4.1. Die Kriegsbetrachtung in der Bevölkerung
4.1.1. Die Stimmung der Bevölkerung nach Bekanntgabe des Kriegszustandes
4.1.2. Das „Augusterlebnis“
4.1.3. Der „Geist“ und die „Ideen von 1914“
4.2. Das Verhalten der Sozialdemokraten
5. Zusammenfassung
5.1. Der Erste Weltkrieg als „Urkatastrophe 20. Jahrhunderts“
Die Arbeit analysiert die multikausalen Ursachen des Ersten Weltkriegs, indem sie langfristige Entwicklungen wie Imperialismus, Nationalismus und das Wettrüsten der Großmächte mit den unmittelbaren diplomatischen Prozessen der Julikrise 1914 verknüpft. Das primäre Ziel ist es, den Kriegsausbruch historisch einzuordnen und zu erörtern, ob dieser das Ergebnis gezielter Planung oder unglücklicher Umstände war.
2.1.2.3. Die Theorie der „Einkreisung“ des Deutschen Reichs
Im Zusammenhang mit den dargestellten Absprachen und der zunehmenden Zusammenarbeit innerhalb der Ententemächte, wurde durch die deutsche Führung und die Öffentlichkeit das Gespenst der „Einkreisung“ Deutschlands durch das feindlich gesinnte Ausland kreiert. Im Nachhinein kann man mit Sicherheit sagen, dass es seitens der Triple Entente bis 1914 keinen Plan eines offensiv geführten Krieg gegen den Dreibund gegeben hat. Dennoch lässt sich aus der Sicht der deutschen Führung in Anbetracht der gezeigten militärischen Absprachen sowohl zwischen Frankreich und England, als auch zwischen Frankreich und Russland im Jahr 1912 die Befürchtung einer Umzingelung Deutschlands zumindest nachvollziehen.
Hinzu kam, dass die deutsche Außenpolitik aufgrund ihrer elementarer Fehler während der internationalen Krisen vor 1914 nicht in der Lage war, effektiv gegen die sich verdichtenden militärischen Absprachen vorzugehen. Die bekannt gewordenen geheimen Flottenverhandlungen Englands und Russlands in der ersten Hälfte des Jahres 1914 schienen den lapidaren Satz Kaiser Wilhelms, den er in einer Bemerkung 1907 an von Bülow niederschrieb, nämlich, dass „die Einkreisungspolitik ihren ruhigen, unveränderlichen Gang“ nehme, zu bestätigen. Dennoch war bis 1914 ein Angriffskrieg seitens einer der Entente-Mächte nie ernsthaft geplant.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung des 20. Jahrhunderts und positioniert den Ersten Weltkrieg als dessen „Urkatastrophe“, wobei der Fokus auf der Notwendigkeit liegt, langfristige und unmittelbare Ursachen für den Kriegsausbruch zu verknüpfen.
2. Langfristige Ursachen des Ersten Weltkrieges: Dieses Kapitel untersucht die diplomatischen Verschiebungen, das Wettrüsten und den imperialistischen Konkurrenzkampf vor 1914, die das internationale Machtgefüge destabilisierten.
3. Julikrise und Kriegsausbruch 1914: Das Kapitel analysiert den diplomatischen Eskalationsprozess von der Ermordung Franz Ferdinands bis zur Mobilisierung der Großmächte und dem endgültigen Kriegseintritt Englands.
4. August 1914: Der Fokus liegt auf der Stimmung in der deutschen Bevölkerung, der Kriegsbegeisterung in den Großstädten und dem Mythos des „Augusterlebnisses“ sowie dem „Geist von 1914“.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und betont, dass der Kriegsausbruch kein unerwarteter Schicksalsschlag, sondern das Ergebnis eines fatalen Zusammenspiels aus langfristigen Spannungen und politischem Versagen war.
Erster Weltkrieg, Julikrise, Bündnissysteme, Imperialismus, Nationalismus, Triple Entente, Dreibund, Blankoscheck, Schlieffen-Plan, Augusterlebnis, Kriegsbegeisterung, Wettrüsten, Mobilisierung, Einkreisungspolitik, Militär.
Die Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914.
Die Schwerpunkte liegen auf der langfristigen Entwicklung der europäischen Bündnissysteme, den ökonomischen Faktoren, dem militärischen Wettrüsten und der Eskalationsdynamik der diplomatischen Beziehungen.
Das Ziel ist es, die multikausalen Zusammenhänge darzulegen, die zum Krieg führten, und zu ergründen, ob der Ausbruch das Ergebnis bewusster Planung oder unglücklicher Krisenverläufe war.
Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, die diplomatische Dokumente und historische Sekundärliteratur auswertet.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Julikrise, das Kalkül der Mittelmächte, das Scheitern diplomatischer Entspannungsversuche und die Reaktion der Bevölkerung auf den Kriegsbeginn.
Wichtige Begriffe sind unter anderem „Einkreisung“, „Blankoscheck“, „Augusterlebnis“, „Schlieffen-Plan“ und „Volksgemeinschaft“.
Das Ultimatum war der entscheidende Katalysator, dessen kurze Frist und Härte eine diplomatische Lösung nahezu unmöglich machten.
Der Autor argumentiert, dass die Kriegsbegeisterung ein differenziert zu betrachtendes Phänomen ist, das sich vor allem auf die bürgerliche Schicht in Großstädten beschränkte, während in anderen Teilen der Bevölkerung eher Sorge vorherrschte.
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