Magisterarbeit, 2002
164 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Mehr Praxisbezug! Das Verhältnis von Wissenschaft und Praxis
1.1 Funktionswandel der Hochschulen
1.1.1 Historische Aspekte zum Praxisbezug
1.1.2 Vorgaben des Hochschulgesetzes
1.2 „Praxisbezug“
1.2.1 Motive für Praxisbezug
1.2.1.1 Legitimation
1.2.1.2 Weg in die Profession
1.2.1.3 Marketing- und Motivationsargument
1.2.1.4 Studentische Prioritäten
1.2.2 Herausforderungen im Kontext von Praxisbezug
1.2.2.1 Missachtung des Bildungsauftrages
1.2.2.2 Fremde Kompetenzen
1.2.2.3 Einzelinitiativen statt umfassender Studiumsreformen
1.2.2.4 Instrumentalisierung
1.2.2.5 Und zu guter Letzt: „Entthematisierung“?
1.2.3 Fragmente einer Definition
1.2.4 Fazit und Versuch einer Definition
1.3 Hochschule als Qualifikationsinstanz
1.3.1 Studiumskonzeptionen und -abschlüsse
1.3.2 Ausbildung von Schlüsselqualifikationen
1.3.3 Integration in wissenschaftliche Arbeit
1.3.4 Kooperationen und Praxisveranstaltungen
1.3.5 Praxisinitiativen, Simulationen und Praktika
1.4 Zusammenfassung
2. Das Praxisreferat am IfKW
2.1 Entstehung
2.2 Entwicklung bis heute
2.2.1 Finanzierung
2.2.2 Angebotsformen
2.2.3 Kommunikation und Vermarktung
2.3 Studien zum Praxisreferat
2.3.1 Image- und Akzeptanzanalyse, Karl Pauler, WS 1998
2.3.2 Konzeption des Online-Praxisreferats, Thomas Wolf, WS 1998
2.3.3 Inhaltsanalyse der Stellenangebote, Martina Korff, SS 2002
3. Studienperspektiven nach Reinhard Gawatz
4. Forschungsfragen und Umsetzung im Fragebogen
4.1 Forschungsfragen
4.2 Methode, Grundgesamtheit und Stichprobe
4.2.1 Methode
4.2.2 Grundgesamtheit
4.2.3 Stichprobe
4.3 Fragebogen
4.4 Pretest
5. Ergebnisse der Studentenbefragung am IfKW
5.1 Soziodemographische Daten
5.2 Studiumsentscheidung
5.2.1 Einflüsse der beruflichen Vorgeschichte
5.2.2 Nutzen des Studiums
5.3 Verhältnis von Studium und Beruf
5.3.1 Gründe für berufliche Tätigkeit
5.3.2 Einfluss von Berufsvorstellungen auf die Studiumsgestaltung
5.3.3 Berufsvorbereitung im Rahmen des Studiums
5.3.4 Studentische Nebentätigkeiten
5.4 Bachelor-/Master-System
5.5 Praxisreferat
5.5.1 Konkurrenz des Praxisreferats
5.5.2 Stellenangebote
5.5.3 Art und Bereich der gesuchten Tätigkeit
5.5.4 Erfahrungen
5.5.5 Konzeptionelle Veränderungen des Praxisreferats
5.6 Praxisbezug
5.7 Studienperspektiven
5.7.1 Verteilung auf die Studienperspektiven
5.7.2 Studienperspektiven und das Verhältnis von Studium und Beruf
5.7.2.1 Wissenschaftlerperspektive
5.7.2.2 Professionsperspektive
5.7.2.3 Akademikerperspektive
5.7.2.4 Karriereperspektive
5.7.2.5 Sachbearbeiterperspektive
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von wissenschaftlicher Ausbildung und beruflicher Praxis im Fach Kommunikationswissenschaft. Das zentrale Ziel ist es, die Erwartungen von Studenten an die praktische Berufsvorbereitung zu analysieren und die Akzeptanz sowie die Rolle des Praxisreferats am Institut für Kommunikationswissenschaft (IfKW) der LMU München zu bewerten.
1.2 „Praxisbezug“
Bei jeder Befragungsrunde, die ich für meine Magisterarbeit durchgeführt habe wiederholte sich dasselbe Spiel. Ich betrat den Seminarraum, bewaffnet mit einem dicken Stapel Fragebögen und der Ausstrahlung nie enden wollender Motivation. Die Studenten, denen nicht schnell genug eine gute Ausrede einfiel, überließen sich teils mit gequälter, teils mit wissender Mine den neugierigen Bögen.
Ein Kreuz folgte dem anderen, angestrengte Mimik wechselte sich mit nachdenklicher oder überraschter ab. Gegen Ende wurde es spannend. Der Schlusssatz meines Fragebogens lautet: „Keine Kreuzchen mehr: Bitte nutze doch die Rückseite des Fragebogens, um kurz mit eigenen Worten zu beschreiben, wie Du für Dich ‚Praxisbezug’ definierst.“ Die Atmosphäre wurde ab diesem Punkt deutlich geschäftiger. Fast jeder konnte und wollte etwas zu diesem Thema sagen.
Damit hat sich nur ein weiteres Mal bewiesen, was seit jeher problematisch ist: jeder kennt den Begriff, alle benutzen ihn – aber niemand fragt, was der andere damit meint. Machen wir uns also auf den Weg:
1. Mehr Praxisbezug! Das Verhältnis von Wissenschaft und Praxis: Dieses Kapitel erörtert den Funktionswandel der Universität von einer reinen Bildungsinstitution hin zu einer Einrichtung, die auch berufsqualifizierende Aspekte integriert, und diskutiert das Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis.
2. Das Praxisreferat am IfKW: Hier wird die Entstehung und Entwicklung des Praxisreferats am Institut für Kommunikationswissenschaft nachgezeichnet, inklusive der Finanzierung, Angebotsformen und bisheriger Studien zur Akzeptanz.
3. Studienperspektiven nach Reinhard Gawatz: Dieses Kapitel führt das Konzept der Studienperspektiven ein, um die unterschiedlichen Einstellungen und Erwartungen von Studenten gegenüber Studium und Beruf theoretisch einzuordnen.
4. Forschungsfragen und Umsetzung im Fragebogen: Die Methodik der Untersuchung, einschließlich der Forschungsfragen, der Stichprobenziehung und des Aufbaus des Fragebogens, wird detailliert dargelegt.
5. Ergebnisse der Studentenbefragung am IfKW: Der umfangreiche Hauptteil präsentiert und interpretiert die empirischen Daten der Befragung zu den Themen Soziodemographie, Studiumsentscheidung, Praxisreferat und berufliche Perspektiven.
Kommunikationswissenschaft, Praxisbezug, Praxisreferat, Berufsvorbereitung, Studium, Studienperspektiven, Akademisierung, berufliche Qualifikation, Schlüsselqualifikationen, Hochschulreform, studentische Umfrage, IfKW, LMU München, Berufsfelder, Arbeitsmarkt.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der wissenschaftlichen Ausbildung in der Kommunikationswissenschaft und den Anforderungen der beruflichen Praxis.
Die zentralen Themen sind der Funktionswandel der Hochschule, der Praxisbezug im Studium, die Konzeption des Praxisreferats sowie studentische Erwartungen und Berufsvorstellungen.
Die Untersuchung geht der Frage nach, welche Rolle berufs- oder praxisorientierte Aspekte in einem wissenschaftlichen Studiengang spielen und wie das Praxisreferat die Berufsvorbereitung unterstützt.
Die Arbeit basiert auf einer standardisierten, schriftlichen Befragung von 222 Studenten sowie einer Inhaltsanalyse von Stellenanzeigen des Praxisreferats aus den Jahren 2000 bis 2002.
Der Hauptteil wertet die Studentenbefragung aus, beleuchtet das Praxisreferat am IfKW, stellt Studienperspektiven vor und analysiert, wie Studenten ihr Studium im Hinblick auf den Berufseinstieg gestalten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Praxisbezug, Kommunikationswissenschaft, Berufsqualifikation und der Zusammenhang zwischen Studium und erwerbswirtschaftlicher Tätigkeit.
Das Praxisreferat fungiert als Schnittstelle, die Praktika vermittelt und den Austausch zwischen Institut und Wirtschaft durch einen Praxisbeirat zu fördern versucht.
Die Arbeit stellt fest, dass Studenten eine reine theoretische Ausbildung ablehnen und eine Kombination aus wissenschaftlicher Bildung und praktischer Erfahrung anstreben, wobei das Praxisreferat als nützliche, aber in der Kommunikation verbesserungswürdige Einrichtung wahrgenommen wird.
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