Bachelorarbeit, 2021
73 Seiten, Note: 1,4
Die vorliegende Bachelorarbeit zielt darauf ab, zu veranschaulichen, wie im stationären Wohnen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung mit den derzeit zur Verfügung gestellten Ressourcen gearbeitet werden kann.
Menschen mit Behinderung im Mittelalter bis zur Neuzeit
Im Mittelalter wurden die Menschen mit Behinderung mit abwertenden Adjektiven wie „armselig“, „krüppelhaft“, „idiotisch“ oder „irre“ beschrieben. Durch die Ausbreitung des christlichen Glaubens wurde sich vermehrt um Menschen gekümmert, die durch ihre Behinderung in Armut lebten und Hilfe benötigten. Für den Teil der behinderten Menschen, die keine wohlhabende Familie oder Spender hatte, bedeutete es, in Armut zu leben. Die in Armut lebenden Menschen bestanden aus einer heterogenen Gruppe: alte Menschen, Witwen, Waisen, kranke Menschen, Menschen mit Behinderungen, die außer der christlichen Nächstenliebe und Barmherzigkeit niemanden hatten, der sie versorgen konnte.9 Die Gesellschaft war nach Ständen geordnet und das Christentum hatte bedeutenden Einfluss auf: Weltbild, Wissenschaft, Literatur, Architektur, Kunst, Kultur. Latein war unter dem Klerus und dem Adel die gemeinsame, übergreifende Bildungssprache.10 Es war die Angelegenheit der Kirchen, vor allem der Klöster, sich um die Armen zu kümmern. Die Armen bettelten vor den Kirchen und versprachen den Gebern Fürbitte. Die Armen brauchten die Reichen zum Lebensunterhalt, die Reichen die Fürbitte der Armen für ihr Seelenheil. 11 Im 13. und 14. Jahrhundert konnte dieses System nicht aufrechterhalten werden und es entstanden die ersten mittelalterlichen Spitäler, welche von Klöstern oder Ordensgemeinschaften betriebene Pilger- und Fremdenherbergen waren. Ab dem 13. Jahrhundert wurden die ersten kommunalen Spitäler gegründet, weil die kirchliche Sozialfürsorge an ihre Grenzen gestoßen ist. Die Spitäler waren Armenfürsorgeeinrichtungen mit einer großen Bandbreite an Hilfsbedürftigen. Die Bereitstellung einer Unterkunft, einer Verpflegung sowie einer geistlichen Betreuung waren die wichtigsten Fürsorgeleistungen dieser Institutionen. 12 Es ist nicht davon auszugehen, dass der Mensch mit Behinderung im Mittelalter seinen Platz in der Gemeinschaft gefunden hatte. Die Betreuung in den kirchlichen oder kommunalen Institutionen führte hauptsächlich zu einer Abkapselung, da sie der Verwahrung zum "Schutz der Öffentlichkeit" diente. 13 Menschen mit Behinderung wurde als Bedrohung wahrgenommen und es wurde ihnen nachgesagt, dass ihr bloßer Anblick, den normalen Menschen schädigen könnte. Der christliche Glaube stellte die Menschen zwar unter den göttlichen Schutz, ihre Einschränkungen waren aber die Strafe Gottes für ihre Sünden. Da die kirchliche Scholastik die weltliche Anschauung bestimmte, wurde nicht nach anderen Erklärungsmodellen gesucht.14
1 Einleitung: Gibt einen Überblick über die persönliche Motivation der Autorin und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Ökonomisierung auf die Methodenwahl in der Behindertenhilfe dar.
2 Die Behindertenhilfe: Beleuchtet die historische Entwicklung der Behindertenhilfe von der Armenfürsorge bis hin zu modernen Wohnformen und theoretischen Ansätzen wie Lebenswelt- und Ressourcenorientierung sowie dem Bundesteilhabegesetz.
3 Methoden der Sozialen Arbeit: Erklärt grundlegende Begriffe wie Konzept, Verfahren und Technik in der Sozialen Arbeit und stellt spezifische Methoden im Arbeitsfeld der Behindertenhilfe wie Alltagsbegleitung, Beratung und Soziale Netzwerkarbeit vor.
4 Autismus-Spektrum-Störung: Definiert und klassifiziert die Autismus-Spektrum-Störung, beschreibt kognitive Besonderheiten und stellt sozialpädagogische Ansätze wie TEACCH und PECS vor.
5 Ökonomisierung der Sozialen Arbeit: Erläutert die Definition und Auswirkungen der Ökonomisierung auf die Soziale Arbeit, insbesondere die Anpassung sozialer Teilsysteme an wirtschaftliche Regeln und deren Folgen für die Leistungserbringung.
6 Empirische Untersuchung über die eingesetzten Methoden im stationären Wohnen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung: Beschreibt das quantitative Befragungsdesign, den Aufbau des Fragebogens und die Durchführung einer Studie zur Erfassung der tatsächlich eingesetzten Methoden.
7 Auswertung der Befragung der pädagogischen Mitarbeiter: Präsentiert die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zu Themen wie auffälliges Verhalten, Gestaltung der Lebensführung, Selbst- und Mitbestimmung sowie Arbeitsbedingungen.
8 Diskurs der Ergebnisse: Setzt die erhobenen Daten in einen theoretischen und praktischen Kontext, diskutiert die Auswirkungen des Personalmangels und ökonomischer Zwänge auf die Teilhabe und Förderung von Menschen mit ASS.
9 Fazit und Ausblick: Fasst die Kernbefunde der Arbeit zusammen, kritisiert die Auswirkungen der Ökonomisierung auf die Behindertenhilfe und hinterfragt die Umsetzung von Teilhabe und Förderung unter diesen Bedingungen.
Ökonomisierung, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Autismus-Spektrum-Störung, Methodenwahl, stationäres Wohnen, Teilhabe, Selbstbestimmung, Ressourcenorientierung, Lebensweltorientierung, Bundesteilhabegesetz, quantitative Befragung, Personalmangel, Arbeitsbedingungen, Krisenkonzept, TEACCH, PECS
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Ökonomisierung auf die Wahl und Anwendung von Methoden in der Sozialen Arbeit, speziell im Bereich des stationären Wohnens für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung.
Die zentralen Themenfelder sind die Geschichte und aktuelle Situation der Behindertenhilfe, Methoden der Sozialen Arbeit, die Autismus-Spektrum-Störung, die Ökonomisierung des Sozialsektors sowie eine empirische Untersuchung im stationären Wohnen.
Das primäre Ziel ist es, zu veranschaulichen, wie mit den derzeit zur Verfügung stehenden Ressourcen im stationären Wohnen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung gearbeitet werden kann, und ob staatlich begrenzte Geldmittel die Methodenwahl beeinflussen.
Es wird eine quantitative Befragung als Forschungsmethode eingesetzt, um Daten von pädagogischen Mitarbeitern zu erheben und statistische Zusammenhänge zu analysieren.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Behindertenhilfe, die Darstellung von Methoden der Sozialen Arbeit, die Autismus-Spektrum-Störung, die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit und präsentiert die empirische Untersuchung inklusive Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Ökonomisierung, Soziale Arbeit, Behindertenhilfe, Autismus-Spektrum-Störung, Methodenwahl, stationäres Wohnen, Teilhabe und Personalmangel.
Die Ökonomisierung führt oft zu einer Reduzierung der Ressourcen und einem Fokus auf Kosteneffizienz, was zur Folge hat, dass methodisches Arbeiten wie echte Alltagsbegleitung aufgrund von Personalmangel kaum möglich ist und die Qualität der Förderung leidet.
Pädagogische Fachkräfte sehen sich mit Herausforderungen wie mangelnden Ressourcen für autismusspezifische Methoden (TEACCH, PECS), schwieriger Kommunikationsgestaltung, geringen Möglichkeiten zur Selbstbestimmung der Bewohner und dem Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten konfrontiert.
Die Untersuchung zeigt, dass autismusspezifische Methoden wie TEACCH und PECS in der Praxis zu wenig angewendet werden oder den Mitarbeitern nicht ausreichend bekannt sind, was auf fehlende zeitliche und personelle Ressourcen zurückzuführen ist.
Ein unzureichender Personalschlüssel ist ein zentrales Problem, das eine adäquate Förderung und Teilhabe der Bewohner stark einschränkt. Er führt zu einer Überlastung der Mitarbeiter und dazu, dass primär nur Grundbedürfnisse versorgt werden können, anstatt individuelle Entwicklungen zu unterstützen.
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