Bachelorarbeit, 2009
134 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung
2.1 Geistige Behinderung und Lernbehinderung
2.1.1 Begriffsbestimmung geistige Behinderung
2.1.1.1 Ursachen
2.1.1.2 Soziologische Sichtweise
2.1.1.3 Die ICD-10
2.1.2 Einordnung der Lernbehinderung
2.2 Kennzeichen elterlicher Kompetenz
2.2.1 Das Parental Skills Model
2.2.1.1 Lebenspraktische Fähigkeiten
2.2.1.2 Familiärer Hintergrund
2.2.1.3 Zugang zu Unterstützungsmöglichkeiten
2.2.1.4 Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung
2.2.2 Das erweiterte Parental Skills Model
2.3 Vorurteile gegenüber der Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung
2.3.1 Vererbung der geistigen Behinderung
2.3.2 Hohe Kinderzahl
2.3.3 Missbrauch der Kinder
2.3.4 Vernachlässigung der Kinder
2.3.5 Unangemessenes Elternverhalten
3. Methodischer Zugang zum Fall
3.1 Grundlagen der Aktenanalyse
3.2 Kennzeichen „schwieriger“ Fälle – Risikofaktoren
3.2.1 Risikofaktoren im Hilfesystem
3.2.1.1 Mangelnde Kooperation der Hilfesysteme
3.2.1.1.1 Kooperation zwischen den Hilfesystemen
3.2.1.1.2 Kooperation innerhalb der Hilfesysteme
3.2.1.2 Dominanz der Interessen der Hilfesysteme
3.2.1.2.1 Minimaler Eingriff
3.2.1.2.2 Ausgrenzung
3.2.1.2.3 Orientierung an verfügbaren Hilfen
3.2.1.2.4 Kurzsichtigkeit
3.2.1.3 Mangelnde Selbstreflexion
3.2.1.4 Symptomorientierung
3.2.1.5 Unreflektierte Identifikation mit dem Klientensystem
3.2.1.6 Ausblendung des „subjektiven Faktors“
3.2.1.7 Fehlende Partizipation der Klienten
3.2.1.8 Mangelnde Fachlichkeit
3.2.2 Risikofaktor „geistige Behinderung der Eltern“?
4. Wie aus Familie Schulz ein schwieriger Fall wurde – Analyse der Jugendhilfeakten
4.1 Überblick über den Hilfeverlauf
4.2 Darstellung und Analyse der Lebens- und Hilfegeschichte
4.2.1 Familiärer Hintergrund der Kindesmutter
4.2.2 Beginn und Verlauf der ersten Hilfe (11/2001 bis 02/2004)
4.2.2.1 Der erste Hilfeplan: Beginn der Hilfe
4.2.2.2 Der zweite Hilfeplan: Reflexion und Konkretisierung
4.2.2.3 Der dritte Hilfeplan: Konflikte und Krisen
4.2.2.4 Der vierte Hilfeplan: Fortführung der Hilfe
4.2.2.5 Der fünfte Hilfeplan: Wechsel der Familienhelfer
4.2.2.6 Der sechste Hilfeplan: neuer Helfer neue Ängste
4.2.2.7 Die Geburt des zweiten Kindes
4.2.3 Änderung der Hilfeart und Umzug (02/2004 bis 06/2004)
4.2.3.1 Gründe für die stationäre Betreuung der Familie
4.2.3.2 Beginn der stationären Hilfe (03/2004)
4.2.3.3 Abbruch der Hilfe von Seiten der Kindesmutter
4.2.3.4 Erneute Aufnahme der Familie in die Einrichtung
4.2.4 Das Leben in B-Stadt (07/2004 bis 02/2006)
4.2.4.1 Die sozialstrukturelle Situation im Hilfeverlauf
4.2.4.2 Die Familiensituation
4.2.4.2.1 Die Entwicklung der Tochter
4.2.4.2.2 Die Entwicklung des Sohnes
4.2.4.3 Das soziale Umfeld der Familie
4.2.4.4 Ressourcen der Kindesmutter
4.2.5 Umzug und Leben in E-Stadt (03/2006 bis 07/2007)
4.2.5.1 Familiendiagnose
4.2.5.2 Der erste Hilfeplan in E-Stadt
4.2.5.3 Fortführung der Hilfe im Haushalt des Vaters
4.2.5.4 Fortführung der Hilfe in der neuen Wohnung
4.2.5.5 Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf das Jugendamt
4.2.5.6 Vorbereitung eines erneuten Umzuges
4.2.6 Umzug und Leben in A-Stadt (07/2007 bis 02/2008)
4.2.6.1 Beginn der neuen Hilfe
4.2.6.2 Die ersten Wochen in der neuen Wohnung
4.2.6.3 Der weitere Verlauf der Hilfe (12/2007 bis 02/2008)
4.2.6.3.1 Die Wohnsituation
4.2.6.3.2 Die Lebenssituation der Kindesmutter
4.2.6.3.3 Die Beziehung der Kindesmutter zum Partner
4.2.6.3.4 Die Situation der Kinder
4.2.6.3.5 Das Hilfeplangespräch
4.2.7 Zuspitzung des Hilfeverlaufs und Eskalation (03/2008 bis 06/2008)
4.2.7.1 Der Hilfeverlauf bis 05/2008
4.2.7.1.1 Die alltägliche Lebensführung
4.2.7.1.2 Soziales Netzwerk
4.2.7.1.3 Psychische Belastungen
4.2.7.2 Abbruch der Hilfe von Seiten des Trägers (06/2008)
4.2.7.2.1 Gründe für den Abbruch der Hilfe
4.2.7.2.2 Klärung der Perspektive der Familie
4.2.8 Das Leben der Familie seit 07/2008
4.2.8.1 Die Entwicklung der Tochter
4.2.8.2 Die Entwicklung des Sohnes
4.3 Ergebnisse der Analyse
5. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Faktoren, die Eltern mit geistiger Behinderung sowie ihre Kinder zu „schwierigen Fällen“ in der Jugendhilfe werden lassen, mit dem Ziel, Risikofaktoren im Hilfe- und Klientensystem sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für die Soziale Arbeit zu identifizieren.
3.2 Kennzeichen „schwieriger“ Fälle – Risikofaktoren
Schwierige Fälle sind insbesondere durch Dynamiken sowie Wirkungszusammenhänge institutionellen Handelns gekennzeichnet, welche dazu beitragen, dass die Bearbeitung des Falls behindert bzw. der Verlauf verschärft wird (vgl. Ader 2006, S. 163). Auf Grund der Individualität der Einzelfälle lassen sich die Kennzeichen schwieriger Fälle nicht einheitlich festlegen. Daher spreche ich von Risikofaktoren, welche zwar existieren, aber im individuellen Hilfeverlauf nicht unbedingt negative Auswirkungen haben müssen.
S. Ader stellte eine Reihe von Risikofaktoren im Hinblick auf die Frage, wie Kinder in Schwierigkeiten zu schwierigen Fällen werden, zusammen (vgl. ebd., S. 163ff.). Risikofaktoren können sowohl im Klientensystem als auch in den Hilfesystemen liegen, wobei sich diese wechselseitig beeinflussen (vgl. ebd., S. 206). In einer Übersicht im Anhang sind die Risikofaktoren sowie deren Wirkungszusammenhänge veranschaulicht.
Im folgenden Abschnitt werde ich zunächst die Risikofaktoren im Hilfesystem betrachten. Anschließend gehe ich auf die Risikofaktoren im Klientensystem ein. Dabei betrachte ich explizit den Risikofaktor „geistige Behinderung der Eltern“, da im Einzelfall herausgearbeitet werden soll, wodurch gerade diese Elterngruppe zu schwierigen Fällen wird. Im Gegensatz zu S. Ader betrachte ich eine spezifische Gruppe und daher soll diese „Besonderheit“ im Vordergrund stehen. Sicherlich ist die Betrachtung eines einzigen Einzelfalls nicht unbedingt repräsentativ, jedoch werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Kernpunkte „schwieriger“ Fälle des besonderen Klientels der Eltern mit geistiger Behinderung sowie deren Kindern sichtbar.
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Forschungsfrage, warum Eltern mit geistiger Behinderung zu „schwierigen Fällen“ werden und welche Risikofaktoren dabei eine Rolle spielen.
2. Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel definiert geistige Behinderung und elterliche Kompetenz, diskutiert das Parental Skills Model (PSM) und setzt sich kritisch mit gesellschaftlichen Vorurteilen auseinander.
3. Methodischer Zugang zum Fall: Hier wird die Aktenanalyse als empirische Methode eingeführt und das Konzept „schwieriger“ Fälle durch verschiedene Risikofaktoren in Hilfe- und Klientensystemen theoretisch begründet.
4. Wie aus Familie Schulz ein schwieriger Fall wurde – Analyse der Jugendhilfeakten: Die Analyse des Falls Familie Schulz verdeutlicht anhand der Aktenverläufe die Auswirkungen der identifizierten Risikofaktoren auf die tatsächliche Praxis der Jugendhilfe.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Notwendigkeit fachlicher Weiterentwicklung und verbesserter Kooperation in der Hilfe für Eltern mit geistiger Behinderung.
Elternschaft, geistige Behinderung, Jugendhilfe, Risikofaktoren, Parental Skills Model, Fallanalyse, Sozialarbeit, Aktenanalyse, Kindeswohl, Familienhilfe, Hilfesystem, Partizipation, Elternkompetenz, Erziehung, Vorurteile.
Die Arbeit untersucht die Bedingungen und institutionellen Faktoren, die Eltern mit geistiger Behinderung und deren Kinder in der Jugendhilfe zu sogenannten „schwierigen Fällen“ werden lassen.
Zentrale Themen sind die elterliche Kompetenz, die wissenschaftliche Einordnung von geistiger Behinderung, die Analyse von Vorurteilen sowie die strukturellen Risikofaktoren innerhalb der Jugendhilfe.
Ziel ist es, Konflikte und Herausforderungen für die Soziale Arbeit aufzuzeigen, die bei der Betreuung von Eltern mit geistiger Behinderung entstehen, und die Prozesse hinter „schwierigen Fallverläufen“ transparent zu machen.
Die Autorin verwendet die Methode der Aktenanalyse, um den Hilfeverlauf einer betroffenen Familie (Familie Schulz) empirisch nachzuzeichnen und auf Risikofaktoren zu untersuchen.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der theoretischen Herleitung von elterlichen Kompetenzen, einer umfassenden Auseinandersetzung mit Vorurteilen sowie der chronologischen Auswertung und Analyse der Jugendhilfeakten der Fallfamilie.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Elternschaft bei geistiger Behinderung“, „Risikofaktoren im Hilfesystem“, „Parental Skills Model“ und „Partizipation“ charakterisieren.
Die Autorin stellt fest, dass die geistige Behinderung der Mutter in den Akten oft als primäre Begründung für Defizite und Scheitern herangezogen wird, was die Notwendigkeit unterstreicht, dieses Etikett kritisch zu hinterfragen.
Der familiäre Hintergrund der Kindesmutter, insbesondere ihre eigene Kindheitserfahrung in Heimen und Gewaltkontexten, wird als essenziell betrachtet, um ihre jetzigen Verhaltensweisen und die Schwierigkeiten bei der Erziehung zu verstehen.
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