Diplomarbeit, 2007
234 Seiten, Note: 1,0
1. Ambulante Palliativberatung
1.1 Der Palliative Kontext: Definitionen und Begriffsklärungen zum Konzept von Palliative Care
1.2 Inhalte, Ziele und gesetzliche Grundlage der Palliativberatung in Niedersachsen
1.3 Die Palliative Care Ausbildung
1.4 Das interdisziplinäre Team
2. Rolle, Bedeutung und Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Palliativberatung
2.1 Zur Bedeutung der psychosozialen Beratung in der Palliativberatung
2.2 Sterben und Tod als kritisches Lebensereignis
2.3 Aufgaben und Inhalte der Sozialpädagogischen Beratung in der Palliativberatung
2.3.1 Diagnose und Hilfeplanung
2.3.2 Symptome und ihr pädagogischer Auftrag
2.3.3 Arbeit mit der Familie und Bezugspersonen
2.3.4 Ethische und sozialrechtliche Beratung
2.3.5 Trauer und Trauerarbeit
2.3.6 Weitere Aufgaben im Rahmen der Palliativberatung
3. Methodische Arbeitsansätze in der Palliativberatung
3.1 Beratungsansätze
3.2 Exkurs Ressourcenorientierung, Empowerment und Care-Case Management
4. Kompetenz der SozialpädagogInnen in der Palliativberatung
4.1 Kompetenz in der Palliativberatung
4.2 Grenzerfahrungen, Konfliktfelder und spezifische Berufsprobleme
5. Studie zur aktuellen Beratungspraxis in Ambulanten Hospizdiensten in Niedersachen
5.1 Quantitative Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften und die Auswahl der Methode
5.2 Hypothesengewinnung und Theoriebildung
5.3 Forschungskontext
5.4 Hypothesenbildung
5.5 Fragebogen
5.6 Forschungsdesign
5.7 Untersuchungsmethode
6. Ergebnisse der Studie
6.1 Beschreibung der Untersuchungsgruppe
6.2 Fragestellung 2: inhaltliche Schwerpunkte während der letzten Palliativberatung mit PatientInnen
6.3 Fragestellung 3: Was zählen Sie zu Ihren Aufgaben?
6.4 Fragestellung 4: Wie häufig führen Sie folgende Aufgaben aus?
6.5 Vergleich der Fragestellungen 3 und 4
6.6 Fragestellungen 11 und 13
6.7 Hypothesenprüfung
7. Diskussion der Ergebnisse
8. Fazit
Die Arbeit untersucht die aktuelle Beratungspraxis in ambulanten niedersächsischen Hospizdiensten, mit dem primären Ziel, die unterrepräsentierte Rolle der Sozialen Arbeit zu verdeutlichen und die Notwendigkeit ihrer verstärkten Integration in die Palliativberatung zu begründen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie die sozialpädagogische Beratung gestaltet ist und welche Akteure diese Arbeit ausführen.
1.1 Der Palliative Kontext: Definitionen und Begriffsklärungen zum Konzept von Palliative Care
Das Konzept der Palliative Care geht auf die Hospizbewegung zurück, deren bekannteste Vorreiterin auf diesem Gebiet die Sozialpädagogin und Pflegefachkraft Cicely Saunders war. Sie engagierte sich für unheilbar kranke Menschen mit dem Ziel, ihnen frei von Schmerzen und Fremdbestimmung, ein Leben bis zum Tod zu ermöglichen. Ihre Ideen und Ziele sind in die Entwicklung des St. Christophers Hospice in London geflossen und wurden von ihr in die ganze Welt getragen. Die daraus entstehende Hospizbewegung und das heutige Palliative Care hielten und halten sich an die von ihr verfassten Grundsätze zur Multidisziplinarität, zur Enttabuisierung von Sterben und Tod und dem Total Pain. Der Ausdruck Palliative Care wurde in den 70er Jahren von Dr. Balfour Mount geprägt und soll die aktive Betreuung verdeutlichen, die nicht mehr auf kurativer Basis fußt (vgl. Heller 2000, S.12).
Ausgehend von der Definition der World Health Organisation (WHO) ist Palliative Care: „[…] an approach witch improves the quality of life of patients and their families facing life – threatening illness, through the prevention and relief of suffering by means of early identification and impeccable assessment and treatment of pain and other problems, physical, social, psychological and spiritual” (WHO, 2004).
Über die Semantik des Wortes palliare (lat. verbergen, mit einem Mantel (pallium) bedecken) ist es möglich zur Bedeutung in der Medizin zu gelangen. Diese ist die Schmerzlinderung. Dabei geht es um die Behandlung der Beschwerden einer Krankheit, nicht deren Ursache: „Die kurative Medizin legt ihren Schwerpunkt auf die „Heilung“ (curare, lat. = heilen) und Lebenserhaltung bzw. -Verlängerung. Der Tod eines Patienten soll so lange wie möglich hinausgezögert werden und gilt in manchen Bereichen (immer noch) als „Versagen“ der ärztlichen Kunst. In der Palliativmedizin geht es vor allem um die Linderung von Leiden […]. Die Zeit des Sterbens wird als eine (wichtige) Zeit des Lebens gesehen und wird weder hinausgezögert noch verkürzt. Die Behandlung von krankheitsbedingten Beschwerden (physisch, psychisch, sozial und spirituell) stehen [sic] im Mittelpunkt. Ziel ist die bestmögliche Lebensqualität für den Patienten und seine Angehörigen“ (Bausewein et al. 2004, S.2).
Ambulante Palliativberatung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe von Palliative Care, skizziert die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Niedersachsen und beleuchtet die Bedeutung interdisziplinärer Teams.
Rolle, Bedeutung und Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Palliativberatung: Hier wird der theoretische Auftrag der Sozialen Arbeit definiert, kritische Lebensereignisse wie Sterben und Tod erläutert sowie spezifische Aufgabenbereiche der psychosozialen Beratung dargestellt.
Methodische Arbeitsansätze in der Palliativberatung: Dieser Teil befasst sich mit Beratungsansätzen und Exkursen zu Ressourcenorientierung, Empowerment und Care-Case-Management als methodischem Fundament.
Kompetenz der SozialpädagogInnen in der Palliativberatung: Das Kapitel analysiert notwendige berufliche Kompetenzen und die damit einhergehenden Grenzerfahrungen und Konfliktfelder in der palliativen Beratungspraxis.
Studie zur aktuellen Beratungspraxis in Ambulanten Hospizdiensten in Niedersachen: Hier werden das Forschungsdesign, die gewählten Methoden und der Forschungskontext der empirischen Studie beschrieben.
Ergebnisse der Studie: Die Studie präsentiert die deskriptiven und analytischen Ergebnisse der Befragung zur Beratungspraxis in Bezug auf die untersuchten Gruppen.
Diskussion der Ergebnisse: Die Resultate werden kritisch interpretiert, in Bezug auf die Ausgangshypothesen reflektiert und in den fachlichen Kontext eingeordnet.
Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet notwendige Forderungen für die künftige Praxis der palliativen Sozialarbeit ab.
Palliative Care, Soziale Arbeit, Palliativberatung, Ambulante Hospizdienste, Sterbebegleitung, psychosoziale Beratung, interdisziplinäre Teams, Empowerment, Ressourcenorientierung, Trauerarbeit, Diagnose, Hilfeplanung, Versorgungsmanagement, Patientenverfügung, Krisenintervention
Die Arbeit befasst sich mit der Palliativberatung als Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit, wobei sie speziell die aktuelle Beratungspraxis in ambulanten Hospizdiensten in Niedersachsen unter die Lupe nimmt.
Zentrale Themen sind die Rolle der Sozialpädagogik in der Sterbebegleitung, die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams, ethische Fragestellungen, Trauerarbeit und die methodischen Grundlagen für die psychosoziale Beratung.
Das Ziel ist es, die Bedeutung und Notwendigkeit der Sozialen Arbeit in der Palliativberatung hervorzuheben, da diese bisher oft unterrepräsentiert ist und der Bereich stark von medizinisch-pflegerischen Perspektiven dominiert wird.
Die Autorin führt eine quantitative Studie durch, basierend auf einer postalischen Befragung mittels Fragebögen, um die Beratungspraxis zu erfassen und zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Begriffsbestimmung (Palliative Care), die Beschreibung der Aufgaben sozialpädagogischer Berater sowie die Darstellung verschiedener methodischer Arbeitsansätze und notwendiger Kompetenzen.
Neben Palliative Care und Hospizarbeit sind dies vor allem Sozialpädagogische Beratung, Empowerment, Ressourcenorientierung und die interdisziplinäre Teamarbeit.
Es zeigt sich, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit zwar gefordert wird, in der Praxis jedoch häufig an hierarchischen Strukturen und unklaren Zuständigkeitsbereichen scheitert, wobei die Soziale Arbeit oftmals eine nachgeordnete Rolle spielt.
Die Autorin stellt fest, dass, obwohl viele Berater eine Palliative-Care-Ausbildung besitzen, die Vermittlung psychosozialer Kompetenzen und die Klärung spezifischer Aufgabenbereiche der Professionen noch unzureichend standardisiert sind.
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