Bachelorarbeit, 2009
41 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
3 Betriebswirtschaftliche Bedeutung des Delkredererisikos
3.1 Grundlage für das Delkredererisiko im Unternehmen
3.2 Forderungen und ihre potenziellen Risikofolgen
3.2.1 Entstehung von Forderungen
3.2.2 Konsequenz eines Zahlungsverzugs
3.2.3 Konsequenz eines Zahlungsausfalls
4 Debitorenmanagement als Handlungsbereich im Unternehmen
4.1 Aufgaben und Bedeutung des Debitorenmanagements im betrieblichen Umfeld
4.2 Die Prozesskette des Debitorenmanagements
4.3 Bonitätsprüfungsphase
4.3.1 Aufgaben der Bonitätsprüfung
4.3.2 Möglichkeiten der Informationsbeschaffung
4.3.3 Klassifizierung der Bonitätsrisiken
4.3.4 Möglichkeiten der eigenständigen Risikoauslagerung
4.3.5 Entscheidungsfindung über die Auftragsablehnung oder -annahme
4.4 Vertragsgestaltungsphase
4.4.1 Aufgaben der Vertragsgestaltung
4.4.2 Stärkung der eigenen Rechtsposition durch Verwendung von AGB
4.4.3 Gestaltung von Zahlungsvereinbarungen
4.4.4 Forderungsabsicherung
4.5 Verwaltungsphase
4.5.1 Aufgaben der Debitorenbuchhaltung
4.5.2 Rechnungsstellung
4.5.3 Zahlungsabwicklung und Risikoüberwachung
4.6 Mahn- und Inkassowesen
4.6.1 Aufgaben des Mahn- und Inkassowesens
4.6.2 Betriebliches Mahnwesen
4.6.3 Gerichtliches Mahnverfahren
5 Möglichkeiten der Refinanzierung mit und ohne Risikoauslagerung
5.1 Aufgaben der Refinanzierung
5.2 Das Factoring
5.3 Die Forfaitierung
5.4 Der Zessionskredit
6 Fazit
Die Arbeit untersucht das Debitorenmanagement im Kontext des Delkredererisikos mit dem Ziel, Strategien zur Liquiditätssicherung und Minimierung von Forderungsausfällen durch ein effektives Forderungsmanagement aufzuzeigen.
4.3.2 Möglichkeiten der Informationsbeschaffung
Um eine qualifizierte Bonitätsbewertung über einen Kunden vornehmen zu können, sollten möglichst aktuelle und aussagekräftige Informationen herangezogen werden. Bei der Informationsbeschaffung kann zwischen externen und internen Quellen unterschieden werden. Die überwiegende Zahl der Unternehmen bezieht ihre Informationen über die Inanspruchnahme von Diensten vereinzelter Inkassounternehmen wie zum Beispiel die Intrum Justitia oder Wirtschaftsauskunfteien wie zum Beispiel der Creditreform. Diese Auskunfteien ermitteln betriebswirtschaftlich relevante Informationen über Unternehmen zu deren Bonität, Struktur und Finanzlage. Aber auch Informationen bezüglich der Unternehmensentwicklung, der Auftragslage sowie der Personallage werden gesammelt, ausgewertet und kostenpflichtig an Dritte weitergegeben. Dabei stützen sich die Informationen u.a. auf öffentliche Registerauszüge, Brancheninformationen, aber auch auf Selbstauskünfte der betrachteten Unternehmen.
Die Kosten für die Erteilung einer Firmenauskunft variieren dabei je nach Frequenz der Prüfungsabfrage. Die Gläubigerunternehmen haben die Möglichkeit, Mitglied in einer organisierten Auskunftei zu werden. Für die Mitgliedsbeiträge kann dann für die Auskunftseinholung ein bestimmtes Freivolumen aufgebraucht werden. Die Gläubigerunternehmen können aber auch Firmenauskünfte einholen, ohne dass sie Mitglied einer Auskunftei sind. Allerdings werden Einzelabfragen dann zu Festpreisen kalkuliert.
Eine weitere Quelle zur Informationsbeschaffung im Rahmen der Bonitätsprüfung ist die SCHUFA. Die SCHUFA Holding AG ist ein privatwirtschaftlicher Zusammenschluss der kreditgebenden deutschen Wirtschaft. Sie sammelt Daten von natürlichen Personen und stellt diese ihren Mitgliedern zur Verfügung. Unternehmen, die Auskünfte abfragen, müssen sich jedoch der SCHUFA gegenüber verpflichten, ihrerseits Informationen aus getätigten Geschäften zur Verfügung zu stellen. So verlangt es das Gegenseitigkeitsprinzip, auf das der Informationsaustausch der Gemeinschaft basiert. Zu den Informationen gehören beispielsweise Kündigungen von Kreditverträgen, das Vorliegen von Mahn- oder Vollstreckungsbescheiden, die Abgabe von eidesstattlichen Versicherungen, Scheckkartenbetrug und sonstiges auffälliges Zahlungsverhalten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Unternehmensinsolvenzen in Deutschland und betont die Notwendigkeit eines effektiven Debitorenmanagements zur Sicherung der Liquidität.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel klärt die Definitionen und Abgrenzungen zwischen Debitoren- und Forderungsmanagement, wobei beide Begriffe synonym verwendet werden.
3 Betriebswirtschaftliche Bedeutung des Delkredererisikos: Das Kapitel erläutert die Risiken durch Forderungen und Zahlungsverzug, welche die Kapitalbindung erhöhen und die Kreditwürdigkeit belasten können.
4 Debitorenmanagement als Handlungsbereich im Unternehmen: Hier werden die Kernphasen des Debitorenmanagements, von der Bonitätsprüfung über die Vertragsgestaltung bis hin zum Mahnwesen, detailliert beschrieben.
5 Möglichkeiten der Refinanzierung mit und ohne Risikoauslagerung: Dieses Kapitel stellt Finanzierungsinstrumente wie Factoring, Forfaitierung und Zessionskredit zur Liquiditätsverbesserung vor.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung eines individuell angepassten Debitorenmanagements zur Risikominimierung und Existenzsicherung zusammen.
Debitorenmanagement, Delkredererisiko, Bonitätsprüfung, Forderungsmanagement, Liquidität, Zahlungsausfall, Mahnwesen, Lieferantenkredit, Factoring, Forfaitierung, AGB, Risikoauslagerung, Inkasso, Forderungsabsicherung, Kreditwürdigkeit.
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung des Debitorenmanagements in Unternehmen, um finanzielle Risiken, die aus dem sogenannten Delkredererisiko resultieren, zu minimieren.
Die zentralen Themen umfassen die Identifikation und Bewertung von Kreditrisiken, die Gestaltung vertraglicher Rahmenbedingungen sowie die Auswahl geeigneter Maßnahmen zur Forderungsbeitreibung und Refinanzierung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch ein systematisches Debitorenmanagement Liquiditätsengpässe vermeiden und den Fortbestand des Unternehmens sichern können.
Die Arbeit nutzt die Methodik der deduktiven Vorgehensweise, bei der die Thematik vom Allgemeinen zum Detail hin abgehandelt wird.
Der Hauptteil analysiert die Prozesskette des Debitorenmanagements, inklusive Bonitätsprüfung, Vertragsgestaltung, Verwaltungsphasen sowie Mahn- und Inkassowesen.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Debitorenmanagement, Delkredererisiko, Bonitätsprüfung, Liquiditätssicherung und Forderungsabsicherung.
Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Delkredererisiko vollständig, während beim unechten Factoring der Gläubiger weiterhin für einen Forderungsausfall haftet.
Die Wahl zwischen betrieblichem Mahnwesen und gerichtlichem Mahnverfahren hängt von der Bedeutung der Kundenbeziehung und der Bonität des Schuldners ab, um den Zielkonflikt zwischen Zahlungseingang und Kundenpflege zu managen.
Sie dient dazu, das Ausfallrisiko frühzeitig zu bewerten, um gegebenenfalls durch Vorkasse, Anzahlungen oder Kreditlimite das Risiko zu steuern, bevor eine Geschäftsbeziehung eingegangen wird.
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