Bachelorarbeit, 2010
80 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1 Inklusive Bildung
1.1 Menschenrecht auf inklusive Bildung
1.2 Begriffsklärung Integration & Inklusion in der Pädagogik
1.3 Konsequenzen für das deutsche Schulsystem
1.3.1 Veränderungsprozesse auf struktureller Ebene
1.3.1.1 Lehramtsstudium NRW
1.3.1.2 (Bildungs-) Räume schaffen
1.3.1.3 Förderdiagnostik im Sinne einer Kind-Umfeld-Analyse
1.3.2 Index für Inklusion
1.3.3 Kompetenzzentren - Ausbau der Förderschulen
1.3.3.1 Gesetzliche Voraussetzungen
1.3.3.2 Aufgaben und Ziele
1.3.3.3 Diskussionsansätze
2 Bildungsstandards und Schlüsselkompetenzen
2.1 Schlüsselkompetenzen aus Sicht des VDW & der OECD
2.2 Bildungsstandards in einer inklusiven Pädagogik
2.3 Kompetenzorientierung an Grundschulen in NRW
3 Lernprozesse ästhetisch und inklusiv gestalten
3.1 Bedeutung von Wahrnehmung und Wahrnehmungsförderung
3.2 Ästhetische Wahrnehmung und ästhetische Erfahrung
3.2.1 Begriffserläuterung Erfahrung
3.2.2 Exkurs: Ästhetik im geschichtlichen Kontext
3.2.3 Ästhetische Bildung nach Klaus Mollenhauer
3.2.4 Ästhetische Erfahrungsbildung nach Gerd Schäfer
3.3 Ästhetische Lernprozesse
4 Didaktische und methodische Vorschläge für inklusiven Unterricht
4.1 Grundvoraussetzungen:
4.1.1 Altersmischung:
4.1.2 Forschendes und entdeckendes Lernen in Projektarbeit
4.1.3 Veränderte Zeitstrukturen
4.1.4 Räume und Material
4.2 Methodische Mittel zur Förderung ästhetischen Verhaltens
4.2.1 Bildungsprozesse durch Spiel
4.2.2 Gestalten als Mittel der Ausdrucksfähigkeit und Kommunikation
4.2.2.1 Malen und Zeichnen
4.2.2.2 Basteln
4.2.2.3 Bauen, Konstruieren, Werken
4.2.2.4 musikalisches Handeln und Gestalten
4.3 Unterrichtsstruktur
5 Zusammenfassung – Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der ästhetischen Erfahrungsbildung als integralen Bestandteil inklusiver Lernprozesse an Grundschulen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch die Gestaltung von Bildungsprozessen, die über rein kognitive Wissensvermittlung hinausgehen und stattdessen an die Lebenswelt und die vielfältigen Wahrnehmungszugänge der Kinder anknüpfen, eine inklusive Schulkultur gefördert werden kann, die den individuellen Voraussetzungen aller Schülerinnen und Schüler gerecht wird.
1.3.1.2 (Bildungs-) Räume schaffen
„Die heute üblichen Raumstrukturen sind immer noch weitgehend vom Modell der Kaserne bestimmt und repräsentieren die alte Vermittlungsschule“ (Heyer 2002, 196). Peter Heyer kritisiert, dass Fragen nach der Gestaltung der Unterrichtsräume und des Schulgeländes in den Fachdiskussionen wenig Beachtung finden. Dabei sind entsprechende Raumstrukturen für individuelle Lernprozesse der Kinder eine wichtige Voraussetzung. Die Räume müssen so gebaut und ausgestattet sein, dass Platz für tatsächliches, experimentelles, aktives Lernen möglich wird. Den Kindern muss neben den entsprechenden Räumlichkeiten auch ausreichend Material für vielfältige Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um ihnen zu ermöglichen, eigenes Wissen zu konstruieren und Schaffungsprozesse in Gang zu setzen.
Bezüglich der ästhetischen Erfahrungsbildung sollte ein grundsätzlicher Werkstattcharakter erkennbar sein. Detaillierte Ausführungen hierzu sind im Kapitel 4.1.4 Räume und Material zu finden.
Heyer fordert bei Grundschulneu- und Erweiterungsbauten, dass von Beginn an integrationspädagogische Prinzipien und spezielle behindertenspezifische Erfordernisse berücksichtigt werden (vgl. ebd., 197).
Die außerschulische Lebenswelt gestaltet sich genauso heterogen wie die Klassenzusammenstellung. Die Lebens- und Lernbedingungen der Kinder unterscheiden von daher oftmals gravierend. Ziel sollte sein, diese Unterschiede ein Stück weit auszugleichen. Eine inklusive Schule soll nicht nur Lern-, sondern auch Lebensstätte sein (vgl. ebd, 196). Kinder wie Erwachsene müssen sich gleichermaßen wohl fühlen können. Um Lebenswelt und Schule miteinander verknüpfen zu können, muss die räumliche Nähe gegeben sein sowie die Bereitschaft der Schule zur Öffnung nach außen. Hierdurch erweitern sich die Bildungsräume, da auf den Alltagserfahrungen der Kinder im Unterricht aufgebaut werden kann und die kulturellen Lernräume im eigenen Lebensfeld für alle Familien eine Relevanz finden.
0 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Inklusionsdebatte und verortet die Arbeit im Kontext des Integralen Ansatzes, wobei die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Menschenbildes betont wird.
1 Inklusive Bildung: Dieses Kapitel erörtert die rechtlichen Grundlagen, die Begriffe Integration und Inklusion sowie die spezifischen strukturellen Veränderungsprozesse im Schulsystem von Nordrhein-Westfalen, einschließlich der Rolle der Kompetenzzentren.
2 Bildungsstandards und Schlüsselkompetenzen: Hier werden unterschiedliche Bildungsmodelle analysiert und kritisch hinterfragt, inwieweit moderne Bildungsstandards und die Kompetenzorientierung mit inklusiven Werten vereinbar sind.
3 Lernprozesse ästhetisch und inklusiv gestalten: Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Wahrnehmung und ästhetischer Erfahrung als Basis für Lernprozesse, gestützt durch theoretische Ansätze von Mollenhauer und Schäfer.
4 Didaktische und methodische Vorschläge für inklusiven Unterricht: Dieses Kapitel bietet konkrete praktische Ansätze, wie durch eine veränderte Raum- und Zeitgestaltung sowie den Einbezug von ästhetischen Mitteln (Spiel, Gestalten) inklusives Lernen im Unterricht realisiert werden kann.
5 Zusammenfassung – Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels hin zu einem Bildungssystem für Alle, wobei die Rolle der Kindheitspädagogik hervorgehoben wird.
Inklusion, Integration, Ästhetische Bildung, Inklusive Grundschule, Bildungsstandards, Schlüsselkompetenzen, Wahrnehmung, Schulentwicklung, Förderdiagnostik, Kindheitspädagogik, Ganzheitliche Bildung, Inklusive Didaktik, Kompetenzzentren, Lebensweltorientierung, Projektarbeit
Die Arbeit untersucht, wie ästhetische Erfahrungsbildung als Chance genutzt werden kann, um Inklusionsprozesse an Grundschulen erfolgreich zu gestalten und zieldifferenten Unterricht zu ermöglichen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Inklusion, die Analyse der Schulentwicklung in NRW, der Stellenwert von ästhetischem Lernen sowie die praktische Umsetzung durch eine inklusive Didaktik.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ästhetische Bildung als Basis für inklusives Lernen dienen kann, um dem individuellen Bedarf jedes Kindes gerecht zu werden und ein gemeinsames Lernen und Leben in der Grundschule zu ermöglichen.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Bachelor-Thesis, die einschlägige Fachliteratur, pädagogische Konzepte (z.B. von Feuser, Mollenhauer, Schäfer) sowie aktuelle ministeriale Vorgaben für NRW systematisch aufbereitet und kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung inklusiver Bildung, die Auseinandersetzung mit Standards und Kompetenzen, die Fundierung ästhetischer Lernprozesse und die Darstellung konkreter didaktischer Vorschläge wie Altersmischung und Projektarbeit.
Die wichtigsten Begriffe sind Inklusion, Ästhetische Bildung, Inklusive Didaktik, Schulentwicklung, Ganzheitliche Förderung und Kindheitspädagogik.
Die Autorin diskutiert den Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren in NRW kritisch und hinterfragt, inwieweit diese Maßnahme tatsächlich zur Inklusion beiträgt oder lediglich ein Beibehalt des segregierenden Systems darstellt.
Die Arbeit plädiert dafür, dass Kindheitspädagoginnen und -pädagogen mit dem Schwerpunkt heilpädagogische Entwicklungsbegleitung in die Bedarfsplanung der Regelschulen einbezogen werden sollten, um die Multiprofessionalität und Qualität der inklusiven Arbeit zu steigern.
Sie stützt sich dabei primär auf Gerd Schäfer und definiert es als vielsinnliche Wahrnehmung und Veränderung von Wirklichkeit durch das Mittel des Spielens und Gestaltens, womit es weit über den bloßen Kunstunterricht hinausgeht.
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