Magisterarbeit, 2007
177 Seiten, Note: Sehr Gut
0 EINLEITUNG
1 ALLGEMEINE GRUNDLAGEN
1.1 FORMEN POPULÄRER SPRACHBERATUNG
1.1.1 Ratgeber
1.1.2 Gebrauchsgrammatiken und Wörterbücher
1.1.3 Kommunikationstrainings
1.2 DEFINITIONEN
1.2.1 Ratgeber als Anleitungen zum Gebrauch der Muttersprache
1.2.2 Ratgeber als Anleitungen der „praktischen Rhetorik“
1.2.3 Ratgeber als Teil der „Laien-Linguistik“
1.2.4 Ratgeber als Manifestation von Alltagstheorien
1.3 TYPOLOGISIERUNG(EN)
1.3.1 Typologisierung nach Produktions- bzw. Rezeptionsmedium
1.3.2 Typologisierung nach Anwendungsbereichen
1.4 GESELLSCHAFTLICHE FUNKTIONEN DER SPRACHBERATUNG
1.4.1 Rhetorik-Kompetenzen und (Berufs)Ausbildung
1.4.2 Bedarf an „Kommunikationskompetenz“
2 RATGEBER ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND ALLTAGSERFAHRUNG
2.1 EINLEITENDE BEMERKUNGEN
2.2 ABGRENZUNGEN: LAIENTHEORIEN VS. WISSENSCHAFTLICHE THEORIEN
2.2.1 Merkmale von Laientheorien
2.2.1.1 Induktives vs. deduktives Vorgehen
2.2.1.2 Deskriptivität vs. Präskriptivität
2.2.2 Zusammenfassung
2.3 EXKURS: PRINZIPIEN WISSENSCHAFTLICHEN ARBEITENS
2.3.1 Wissenschaftliche Methoden
2.3.1.1 Nach W. Peterßen
2.3.1.2 Nach U. Eco
2.3.2 Wissenschaftliches Darstellen
2.3.2.1 Darstellungshaltung
2.3.2.2 Wortwahl
2.3.2.3 Abstraktionsniveau
2.3.2.4 Korrektheit
2.3.2.5 Sachbezug
2.3.2.6 Titelgebung
2.3.2.7 Fazit
3 „GOLDENE MITTE“ POPULÄRWISSENSCHAFT?
3.1 ZUR ROLLE DER LINGUISTIK
3.1.1 Linguistik und populäre Sprachratgeber
3.1.2 Linguistik und Öffentlichkeit
3.2 SPRACHBERATUNG – EINE FORM VON POPULÄRWISSENSCHAFT?
3.2.1 Gemeinsame Merkmale
3.2.2 Wissenstransfer und Wissenstransformation
3.2.2.1 Quantitativer Wissenstransfer
3.2.2.2 Qualitativer Wissenstransfer
3.2.3 Wissenschaftsdistanz
3.3 CHARAKTERISTIKEN POPULÄRWISSENSCHAFTLICHEN DARSTELLENS
3.3.1 Darstellungshaltung
3.3.2 Perspektive
3.3.3 Redewiedergabe
3.3.4 Gedankenfolge und Anordnung
3.3.5 Vorgangsgehalt
3.3.6 Satzgestaltung
3.3.7 Zusammenfassung
4 TYPISCHE GRUNDANNAHMEN IN RATGEBERN
4.1 „KOMMUNIKATION IST LERNBAR“
4.2 „KOMMUNIKATION FUNKTIONIERT NACH FESTEN REGELN“
4.2.1 Kommunikation als „Technologie“
4.2.2 Redezentriertheit
4.3 „WER RICHTIG KOMMUNIZIERT, HAT MEHR ERFOLG“
4.3.1 Sprache als „Schlüssel zum Erfolg“
4.3.2 Widersprüche
4.3.3 Soziologische Sichtweise
4.3.4 Fazit
5 ANFORDERUNGEN AN DIE RATGEBER
5.1 AUTORENKOMPETENZ
5.1.1 Ausbildung und beruflicher Werdegang
5.1.2 Fachliche Kompetenz
5.1.3 Kompetenzdemonstrationen im Text
5.1.4 Fazit
5.2 PRAXISRELEVANZ
5.2.1 Ratgeber als Teil des Alltagslebens
5.2.2 Praxishilfe-Aspekt
5.2.3 „Primat der Praxis“
5.3 EINFACHHEIT/VERSTÄNDLICHKEIT
5.3.1 Sprachliche Einfachheit
5.3.1.1 Fachterminologie
5.3.1.2 Eigenwillige Begriffsbildungen
5.3.2 Inhaltliche Einfachheit
5.3.3 Kausale/relationale Einfachheit
5.3.4 Fazit
5.4 HANDHABBARKEIT
5.4.1 Anweisungscharakter
5.4.2 Überschaubarkeit
5.4.3 Visuelle Gestaltung der Ratgeber
5.5 UNTERHALTUNGSFUNKTION
5.5.1 Humoristische Darstellungsformen
5.5.2 Sprüche und eigenwillige Begriffe
5.5.3 Einbeziehung der Leser
5.5.4 Subjektive Wertungen
5.5.5 Salopper Sprachgebrauch
5.5.6 Fazit
6 DAS „HAMBURGER VERSTÄNDLICHKEITSMODELL“
6.1 DIE VIER „VERSTÄNDLICHMACHER“
6.1.1 Einfachheit
6.1.2 Gliederung/Ordnung
6.1.3 Kürze/Prägnanz
6.1.4 Anregende Zusätze
6.2 FAZIT
6.3 BEDEUTUNG FÜR DIE POPULÄRE SPRACHBERATUNG
7 EMPIRISCHE ANALYSEN - ALLGEMEINES
7.0 VORBEMERKUNGEN
7.1 FRAGESTELLUNGEN
7.2 VORGEHENSWEISE
7.3 AUSWAHL DER RATGEBER
8 „LES SECRETS DE L’ECRITURE JOURNALISTIQUE“
8.1 AUTOR
8.2 ZIELGRUPPE(N) UND ANWENDUNGSBEREICHE
8.3 INHALTLICHE SCHWERPUNKTE
8.3.1 Überblick
8.3.2 Begründung und Argumentation
8.3.3 Anweisungenscharakter
8.3.4 Plausibilität statt Belege
8.3.5 Eigenwillige Begriffe
8.4 FORMALE GESTALTUNG
8.4.1 Typographisches
8.4.2 Umgangssprachlichkeit
8.5 VORGEHENSWEISE/METHODEN
8.5.1 Kompetenzdarstellungen/Abgrenzungen
8.5.2 Anweisungscharakter
8.5.3 Nähebeziehung
8.6 FAZIT/NUTZEN
9 „PRÜFUNGSGESPRÄCHE ERFOLGREICH FÜHREN“
9.1 AUTOREN
9.2 ZIELGRUPPE(N) UND ANWENDUNGSBEREICHE
9.3 INHALTLICHE SCHWERPUNKTE
9.3.1 Tipps zur Person des Prüfers
9.3.2 „Allgemeines Kommunikationsmodell“
9.3.3 Gesprächstechniken
9.3.3.1 Verbale Konditionierung
9.3.3.2 Dialekt vs. Hochsprache
9.4 FORMALE GESTALTUNG
9.5 VORGEHENSWEISE/METHODEN
9.5.1 Fachlicher Bezug
9.5.2 „Erfolg durch Anpassung“
9.6 FAZIT/NUTZEN
10 „ERFOLGREICH DURCH KILLERPHRASEN“
10.1 AUTOR
10.2 ZIELGRUPPE(N) UND ANWENDUNGSBEREICHE
10.3 INHALTLICHE SCHWERPUNKTE
10.3.1 Mögliche Lesarten
10.4 FORMALE GESTALTUNG
10.5 VORGEHENSWEISE/METHODEN
10.6 FAZIT/NUTZEN
11 „REDE, GESPRÄCH, DISKUSSION“
11.1 AUTOR
11.2 ZIELGRUPPE(N) UND ANWENDUNGSBEREICHE
11.3 INHALTLICHE SCHWERPUNKTE
11.3.1 Sprechtechnik
11.3.2 Ratschläge zum ‚effektiven’ Sprechen
11.4 FORMALE GESTALTUNG
11.5 VORGEHENSWEISE/METHODEN
11.6 FAZIT/NUTZEN
12 EMPIRISCHE ANALYSEN - FAZIT
13 ZUSAMMENFASSUNG
14 RESUME
15 BIBLIOGRAPHIE
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle von populärer Ratgeberliteratur und Kommunikationstrainings im heutigen, von Kommunikation geprägten Alltag. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Theoriebildung und der praxisorientierten, laienhaften Beratung zu analysieren sowie die (oftmals mangelnde) wissenschaftliche Fundierung dieser Publikationen kritisch zu hinterfragen.
3.1.1 Linguistik und populäre Sprachratgeber
Mit dieser bislang schematischen Darstellung von Ratgebern und Trainings auf der Folie der Wissenschaft/der Linguistik, sollten in erster Linie die Unterschiede bzw. die Grenzen zwischen akademischer und alltagsbezogener Beschäftigung mit Sprache ausgelotet werden. Selbstverständlich sollten bei all der berechtigten Kritik an populären Ratgebern durch die Linguistik nicht die unterschiedlichen Zielsetzungen aus den Augen verloren werden. Während bei wissenschaftlichen Beiträgen eine bestimmte Methodik (vgl. 2.3.1) zu den unumgänglichen Grundvoraussetzungen gehört, gelten auf dem populären Ratgebersektor gänzlich andere Grundsätze. Praxisratgeber unterliegen ganz anderen Anforderungen, was ihre inhaltliche und formale Gestaltung betrifft, da sie aufgrund der üblicherweise recht breit gefächerten Leserschaft besondere Rücksicht auf Verständlichkeit sowie eine gewisse „Überschaubarkeit“ nehmen müssen (vgl. Bergmann 2002:236). Die besonders erfolgreichen Exemplare der Ratgeberliteratur können darüber hinaus auch als Produkte gesehen werden, die sich auf einem bereits unübersichtlich gewordenen Markt behaupten müssen (die sich mit Superlativen und Erfolgsversprechen gegenseitig überbietenden Titel der Bücher bezeugen dies).
Das heißt, eine große Zielgruppe sollte sich von diesen Werken grundsätzlich angesprochen fühlen können und darin einen konkreten Nutzen für ihre kommunikative Praxis erkennen. Diese Überschaubarkeit/Einfachheit impliziert eine weitgehende Reduktion von Theorie und ein deutliches Überwiegen von Praxisratschlägen (vgl. Bergmann 2002:239). Von Seiten der Linguistik wird deshalb häufig der Vorwurf erhoben, es handle sich bei diesen Werken um fachlich wenig fundierte „Alltags- oder Laientheorien“ (Antos) oder „Geschmacksäußerungen“ (Bremerich-Vos), was zwar nicht unbedingt zur Folge hat, dass die unterschiedlichen Zwecksetzungen tendenziell ignoriert werden, dass aber der von den Ratgebern „abgedeckte“ Bereich als Teil der Linguistik eingestuft wird, und diese dann mit wissenschaftlichen Standards verglichen – und angefochten werden.
0 EINLEITUNG: Zusammenfassung der Relevanz von Sprachberatung in der Informationsgesellschaft und Zielsetzung der Arbeit.
1 ALLGEMEINE GRUNDLAGEN: Beschreibung der Formen populärer Sprachberatung und Abgrenzung zu Fachliteratur.
2 RATGEBER ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND ALLTAGSERFAHRUNG: Analyse der methodischen Unterschiede zwischen laienhaften Alltagstheorien und wissenschaftlichen Theorien.
3 „GOLDENE MITTE“ POPULÄRWISSENSCHAFT?: Untersuchung der Schnittstelle zwischen populärwissenschaftlicher Vermittlung und laienorientierter Sprachberatung.
4 TYPISCHE GRUNDANNAHMEN IN RATGEBERN: Kritische Reflexion der Annahmen zur Lernbarkeit und Regelhaftigkeit von Kommunikation.
5 ANFORDERUNGEN AN DIE RATGEBER: Analyse der Autorenperspektive und der Erwartungen an Praxisnähe und Verständlichkeit.
6 DAS „HAMBURGER VERSTÄNDLICHKEITSMODELL“: Anwendung des Modells auf die Gestaltung der analysierten Ratgeber.
7 EMPIRISCHE ANALYSEN - ALLGEMEINES: Einleitung in den empirischen Teil und Erläuterung der Auswahlkriterien.
8 „LES SECRETS DE L’ECRITURE JOURNALISTIQUE“: Analyse eines berufsbezogenen Ratgebers für Journalisten.
9 „PRÜFUNGSGESPRÄCHE ERFOLGREICH FÜHREN“: Untersuchung eines psychologisch orientierten Gesprächsratgebers.
10 „ERFOLGREICH DURCH KILLERPHRASEN“: Besprechung einer stark kritisierten Spruchsammlung.
11 „REDE, GESPRÄCH, DISKUSSION“: Analyse eines fundierten Ratgebers zu mündlicher Kommunikation.
12 EMPIRISCHE ANALYSEN - FAZIT: Synthese der empirischen Untersuchungsergebnisse.
13 ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenführende Darstellung der Arbeitsschwerpunkte.
14 RESUME: Zusammenfassende Darstellung der Arbeit auf Französisch.
15 BIBLIOGRAPHIE: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Quellen.
Sprachratgeber, Kommunikationstrainings, Laien-Linguistik, praktische Rhetorik, Alltagstheorien, Kommunikation, Verständlichkeit, Hamburger Verständlichkeitsmodell, Wissenstransfer, Medienkompetenz, Journalistisches Schreiben, Rhetorik, Gesprächsführung, Erfolgsversprechen, Sprachberatung.
Die Arbeit untersucht populäre Ratgeberliteratur und Kommunikationstrainings, die Menschen Tipps für sprachlich-kommunikative Probleme im Alltag oder Beruf geben. Dabei wird analysiert, wie diese Werke aufgebaut sind und ob sie wissenschaftlichen Standards entsprechen.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Wissenschaft und Populärwissenschaft, die Lernbarkeit von Kommunikation, die Anforderungen an Autoren von Ratgebern sowie die Wirksamkeit und methodische Fundierung der vermittelten Techniken.
Das Hauptziel ist es, Sprach- und Kommunikationsberatung im Kontext von Wissenschaft und Populärwissenschaft einzuordnen und aufzuzeigen, wie Laien-Theorien (oft "Laientheorien" genannt) sich methodisch von wissenschaftlichen Theorien unterscheiden.
Der Autor führt eine Inhaltsanalyse an vier ausgewählten Ratgeberbeispielen durch. Diese Analyse stützt sich auf die methodischen Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens und kontrastiert diese mit den Strukturen und Zielen der populären Ratgeberliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (Grundlagen der Sprachberatung, Laientheorien, Verständlichkeitsmodelle) und einen empirischen Teil (Inhaltsanalysen zu spezifischen Werken wie z.B. zu journalistischem Schreiben oder Prüfungsgesprächen).
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Sprachratgeber, Laien-Linguistik, Kommunikation, Alltagstheorien, Rhetorik und praktische Kommunikationsberatung.
Der Autor zeigt sich skeptisch. Er argumentiert, dass viele Ratgeber "Erfolgsrezepte" versprechen, ohne die situative Komplexität menschlicher Interaktion zu berücksichtigen. Er sieht sie eher als "Praxishilfen" mit begrenzter Tiefe, warnt aber vor einer zu mechanistischen Betrachtung von Sprache als Werkzeug.
Das Modell wird herangezogen, weil es sich sehr genau für die Beschreibung der formalen Gestaltung populärer Ratgeber eignet. Die Kriterien "Einfachheit", "Gliederung", "Kürze" und "anregende Zusätze" spiegeln viele der von den Ratgeberautoren angewandten Prinzipien wider.
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