Masterarbeit, 2025
202 Seiten
1. Einleitung
1.1 Bedeutung und Aktualität des Themas
1.2 Zielsetzung und Forschungsinteresse
2. Der Genozid an den Armeniern im Geschichtsunterricht: Forschungstand und gesellschaftlicher Diskurs
3. Historischer Kontext des Armenozids – Relevanz für den Geschichtsunterricht
3.1 Europäische Einflüsse und die Nationsbildung im Osmanischen Reich – Der Weg zum Genozid im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts
3.2 Der „Orient“ in der Außenpolitik des Deutschen Reiches
3.3 Das Erbe des deutsch-osmanischen Bündnisses und die Bedeutsamkeit einer fehlenden Aufarbeitung respektive Anerkennung eines Genozids
4. Vermittlung im Unterricht - Analyse bestehender Unterrichtsmaterialien
5. Darstellung der empirischen Erhebung
5.1 Methodische Vorgehensweise und Auswahlkriterien
5.2 Konzeption des Fragebogens
5.2.1 Begründung der Befragungskriterien und Durchführung der Befragung
5.2.2 Auswertungsverfahren des Fragebogens
5.3 Konzeption des Interviewleitfadens
5.3.1 Durchführung des Interviews
5.3.2 Auswertungsverfahren der Interviews
6. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
6.1 Perspektiven der Schülerinnen und Schüler
6.2 Perspektiven der Lehrkräfte
6.3 Gesamtauswertung und Implikationen für den Geschichtsunterricht
6.4 Reflektion der methodischen Vorgehensweisen
7. Politische- und schulische Reaktionen auf Lehrmaterialien und die Thematisierung des Genozids
8. Schlusszusammenfassung
Das primäre Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung der Wahrnehmung des Genozids an den Armeniern durch Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler im schulischen Kontext. Aufbauend auf einer Analyse des Forschungsstandes und historischen Kontextes soll die Forschungsfrage beantwortet werden, wie diese Akteure den Genozid wahrnehmen und welche Perspektiven sie vor dem Hintergrund seiner Thematisierung im modernen Geschichtsunterricht einnehmen, um den Mangel an Daten zu verringern und Impulse für die historische Bildung zu liefern.
3.1 Europäische Einflüsse und die Nationsbildung im Osmanischen Reich – Der Weg zum Genozid im Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts
Grundsätzlich stellt sich die Frage in welcher Klasse oder Kursart der Genozid an den Armeniern im Kernlehrplan des Geschichtsunterrichts NRW Anklang finden könnte. Tatsächlich findet das Osmanische Reich primär in der frühen Neuzeit im Inhaltsfeld 2 der SEK II eine Thematisierung. Die darauffolgenden Inhaltsfelder behandeln Menschenrechte oder die Französische Revolution mit ihrer Auswirkung auf die politische Kultur Europas. Ersprießliche Voraussetzungen für Themenbereiche die ebenfalls das Osmanische Reich betreffen. Denn oftmals wird die Französische Revolution und ihre Wirkung nur in Europa betrachtet. Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass der von den Franzosen im Jahr 1793 eingepflanzte Revolutionsbaum im Osmanischen Reich mit der Gründung des jungtürkischen Komitee 1889 begann Früchte zu tragen.
Während per exemplum Deutschland unter der Fremdherrschaft Napoleons das nationale Bewusstsein ausbaute, förderten zahlreiche Gebietsverluste und Interventionen europäischer Mächte sowie der aufklärerische nationale Gedanke in Europa innerhalb des Osmanischen Reiches den Gedanken einer homogenen Nation im europäischen Stil voran.
Der im Folgenden aufgeführte historische Kontext soll die komplexen Verflechtungen des Osmanischen Reiches beleuchten. Diese Verbindungen verdeutlichen die weitreichenden historischen Rahmenbedingungen, die den Genozid an den Armeniern beeinflussten und die Möglichkeiten der Thematisierung im Unterricht in einen umfassenderen geopolitischen und ideologischen Kontext einbetten. Zudem wird durch das Elaborieren des historischen Kontextes die defizitäre Aufarbeitung des Genozids, basierend auf verschweigenden, legitimierenden und leugnenden Ansätzen illustriert, welches bis dato gegenwärtige Auswirkungen auf die Erinnerungskultur hat.
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz des Themas angesichts der anhaltenden Wissenslücken und der problematischen Erinnerungskultur gegenüber dem armenischen Genozid.
2. Der Genozid an den Armeniern im Geschichtsunterricht: Forschungstand und gesellschaftlicher Diskurs: Das Kapitel skizziert den akademischen und gesellschaftlichen Diskurs sowie das Fehlen einer bundesweiten unterrichtlichen Behandlung des Völkermords.
3. Historischer Kontext des Armenozids – Relevanz für den Geschichtsunterricht: Es werden die historischen Hintergründe beleuchtet, insbesondere die Einflüsse europäischer Ideologien auf die Nationsbildung im Osmanischen Reich und das deutsch-osmanische Bündnis.
4. Vermittlung im Unterricht - Analyse bestehender Unterrichtsmaterialien: Dieses Kapitel untersucht die Verfügbarkeit und Qualität aktueller Unterrichtsmaterialien und deren Einbettung in Lehrpläne.
5. Darstellung der empirischen Erhebung: Der Autor erläutert hier das methodische Vorgehen, das auf einem Mixed-Methods-Ansatz basiert, inklusive der Konzeption von Fragebögen und Experteninterviews.
6. Darstellung und Diskussion der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse der Befragungen von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften ausgewertet, diskutiert und methodisch reflektiert.
7. Politische- und schulische Reaktionen auf Lehrmaterialien und die Thematisierung des Genozids: Dieses Kapitel widmet sich den politischen Spannungen und Interventionen, die durch schulische Aufarbeitung des Themas entstehen.
8. Schlusszusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die den dringenden Bedarf einer verbesserten historischen Bildung und Unterstützung für Lehrkräfte unterstreicht.
Genozid, Armenien, Geschichtsunterricht, Erinnerungskultur, Nationsbildung, Osmanisches Reich, Leugnungskampagne, historische Bildung, Mixed-Methods, Lehrplan, deutsch-osmanisches Bündnis, Empirische Untersuchung, Antisemitismus, Politischer Diskurs, Holocaust-Vergleich.
Die Arbeit untersucht, wie das Thema des Genozids an den Armeniern im aktuellen Geschichtsunterricht in Deutschland wahrgenommen wird, welche Wissenslücken bestehen und welche Rolle dabei politische und sozio-kulturelle Faktoren spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Kontextualisierung, dem Forschungsstand, der Analyse von Unterrichtsmaterialien sowie der empirischen Untersuchung der Perspektiven von Schülern und Lehrkräften.
Ziel ist es, Daten über den aktuellen Kenntnisstand zu erheben und aufzuzeigen, inwiefern der Genozid bisher vernachlässigt wurde und welche Auswirkungen diese Aufarbeitungslücke auf das historische Bewusstsein hat.
Die Arbeit nutzt einen Mixed-Methods-Ansatz, welcher quantitative Daten (Fragebögen bei Schülern) mit qualitativen Daten (Experteninterviews mit Lehrkräften) kombiniert.
Neben dem historischen Kontext des Aussterbens und der Nationsbildung im Osmanischen Reich analysiert der Hauptteil die empirischen Ergebnisse der Erhebung und reflektiert über die politische Brisanz der Thematisierung.
Typische Schlüsselwörter sind Genozid, Erinnerungskultur, Historische Bildung, türkische Leugnungskampagne sowie deutsch-osmanische Bündnisgeschichte.
Die Arbeit zeigt Tendenzen auf, dass türkisch-sozialisierte Schülerinnen und Schüler auf Basis erlernter Narrative der Türkei oder externer Einflüsse häufiger Vorbehalte oder Leugnungshaltungen gegenüber der Anerkennung des Genozids zeigen.
Lehrkräfte fungieren als zentrale Akteure, die in einem geschützten Raum für multiperspektivisches Denken sensibilisieren können, jedoch oft unter mangelndem Material und politischer Zurückhaltung leiden.
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