Masterarbeit, 2014
80 Seiten
I. Einleitung
II. Begriff Demokratie in der islamischen Geschichte von Muḥammad ʽAbduh bis hin zu al-Qaraḍāwī
III. Demokratie ist Šūra
1. Der Begriff Šūra
2. Gleicht die Demokratie der Šūra?
IV. Wissenschaftliche Umfrage an islamischen Rechtsgelehrten über den Begriff Demokratie in der innerislamischen Diskussion
V. Die Antworten der Großmuftis und Rechtsgelehrten
VI. Zusammenfassung der Antworten und Schlussfolgerungen
VII. Konklusion
1. Bedeutet Demokratisierung Säkularisierung?
2. Historische Versuchung zur Mitwirkung an nicht-islamischer Herrschaftsformen
3. Gründe zur Abweisung der Demokratie
4. Der Begriff Demokratie in der innerislamischen Diskussion
VIII. Die Lehren der Geschichte
Die vorliegende Arbeit analysiert das Verständnis des Demokratiebegriffs im islamischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf aktuelle innerislamische Diskurse nach dem „arabischen Frühling“, und prüft, ob westliche Demokratiekonzepte mit der islamischen Šūra vereinbar sind oder ob sie von islamischen Gelehrten als mit dem Glauben unvereinbar abgelehnt werden.
Die soziale Gerechtigkeit
Einstmals dachte der Mensch dass die soziale Gerechtigkeit aus einer bloßen Idee, die dem Herrscher einfällt, entspringt und sie damit den Pfad der Gerechtigkeit einschlagen können. Diese Anschauung kann sich die gegenwärtige soziologische Logik nicht mehr erlauben. Denn eine bloße Idee ist nicht instande das Verhalten des Menschen zu lenken. Zumal der Mensch zum größten Teil nichts weiter ist als eine von seinen seelischen, gesellschaftlichen und kulturellen Umständen abhängige Maschine, bei der das Denken einen nur minimalen Einfluss auf das Verhalten haben kann.
Daher kann die soziale Gerechtigkeit nicht verwirklicht werden indem du den Herrscher vor der Strafe Gottes ermahnst oder einschüchterst. Es mag nämlich sein dass der Herrscher Gott mehr fürchtet als du selbst, und dich ebenso ermahnen kann wie du ihn ermahnst. Ja sogar sich gegenüber Gott ebenso demütigt wie du.
Selbst wenn du ihn tausend Mal ermahnen würdest, so würde er weiterhin der selbe sein – [indem er] die Menschen [weiterhin] unterdrückt und dabei „o, Gott stehe mir bei!“ ruft. Die Gerechtigkeit ist ein gesellschaftliches Phänomen, welches erst nach einem Kampf zwischen dem Herrscher und den Beherrschten existieren kann. Der Herrscher kann nicht von sich aus gerecht sein, da er in erster Linie ein Mensch ist, der wie andere Fehler in sich trägt die zur Natur [des Menschen] gehören.
I. Einleitung: Beleuchtung der demokratischen Bestrebungen in der islamischen Welt und der Ursprünge des Demokratiebegriffs in der antiken Philosophie.
II. Begriff Demokratie in der islamischen Geschichte von Muḥammad ʽAbduh bis hin zu al-Qaraḍāwī: Untersuchung der historischen Aufnahme und Transformation westlicher Ideologien in der islamischen Welt ab dem 18. Jahrhundert.
III. Demokratie ist Šūra: Analyse des Vergleichs zwischen der westlichen Demokratie und dem islamischen Beratungskonzept sowie die historische Herleitung dieses Vergleichs.
IV. Wissenschaftliche Umfrage an islamischen Rechtsgelehrten über den Begriff Demokratie in der innerislamischen Diskussion: Darstellung der Methodik und des Rahmens der befragten Rechtsgelehrten zur Demokratiediskussion.
V. Die Antworten der Großmuftis und Rechtsgelehrten: Zusammenfassende Dokumentation und inhaltliche Analyse der Expertenmeinungen der befragten sunnitischen und schiitischen Gelehrten.
VI. Zusammenfassung der Antworten und Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse aus der Expertenbefragung zur Vereinbarkeit von Demokratie und Islam.
VII. Konklusion: Abschließende Betrachtung der Säkularisierungsthematik, der historischen Partizipationsversuche und der kritischen Abweisung der Demokratie durch konservative Denker.
VIII. Die Lehren der Geschichte: Theoretische Auseinandersetzung mit den Bedingungen für soziale Gerechtigkeit und das Scheitern autokratischer Herrschaftssysteme.
Demokratie, Šūra, Islam, Säkularisierung, Rechtsgelehrte, Fatwa, Herrschaftstheorie, Arabischer Frühling, Politik, Gottesherrschaft, Partizipation, Ethik, Religion, Rechtswissenschaft, Reformbewegungen.
Die Arbeit untersucht das Verständnis und die Definition von Demokratie im islamischen Kontext und analysiert, wie moderne islamische Denker und Rechtsgelehrte dieses Konzept im Spannungsfeld zwischen westlicher Ideologie und dem islamischen Glauben bewerten.
Zentrale Themen sind die historische Rezeption westlicher Demokratie, das Konzept der Šūra (Beratung) als vermeintliches Äquivalent, die Säkularisierungsthematik sowie die Haltung von Großmuftis und Rechtsgelehrten zur demokratischen Staatsform.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer Expertenbefragung unter 25 Rechtsgelehrten zu eruieren, ob eine eigenständige „islamische Demokratie“ existiert oder ob Demokratie als mit den islamischen Prinzipien unvereinbar abgelehnt wird.
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse und einer empirischen, qualitativen Expertenbefragung (E-Mail-Interviews) bei international anerkannten islamischen Rechtsgelehrten angewandt.
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Erörterung der Antworten der Experten zu verschiedenen Schlüsselfragen, der historischen Einordnung der Demokratiediskussion und der Auseinandersetzung mit Begriffen wie Säkularismus und politischem Islam.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratie, Šūra, Islam, Säkularisierung, Rechtsgelehrte, Fatwa, Herrschaftstheorie und politischer Islam charakterisiert.
Die Resonanz war gemischt; nur fünf der 25 angeschriebenen Gelehrten antworteten ausführlich, was die Sensibilität des Themas und die komplexe politische Lage in den Herkunftsländern unterstreicht.
Nicht in jedem Fall, jedoch wird die westliche, säkulare Form der Demokratie weitgehend abgelehnt. Viele Gelehrte propagieren stattdessen ein an islamische Werte angepasstes System, das die Souveränität Gottes betont und westliche Einflüsse als „fremde“ Ideologien kritisiert.
Dies ist eine interpretative These einiger Traditionalisten, die versuchen, das moderne westliche Demokratiekonzept theologisch durch das klassische islamische Prinzip der Beratung (Šūra) zu legitimieren, um es der eigenen Kultur schmackhaft zu machen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

