Doktorarbeit / Dissertation, 1999
248 Seiten, Note: magna cum laude
A. EINLEITUNG
I. Die Evangelikale Bewegung
1. Begriffsbestimmung
2. Evangelikale und Fundamentalisten
3. Evangelikale Charakteristik
a) Individuelle Bekehrung und Wiedergeburt
b) Autorität der Bibel
c) Gemeinschaft
d) Persönliche Lebensführung und Mission
e) Herkunftsverständnis
4. Evangelikale Typologie
4.1. Die Evangelikale Fraktion
4.2. Vorstellung der Gruppen
a) Pietisten
b) Allianzevangelikale
c) Bekenntnisevangelikale
d) Charismatiker
e) Fundamentalisten
5. Evangelikale und Kirche
II. Hintergrund der Untersuchung
1. Die christliche Bedingtheit des modernen Verfassungsstaates
2. Die religiöse Situation in Deutschland
2.1. Der Wandel in der religiösen Landschaft
2.2. Religion und Politik
3. Die politische Lage
4. Zusammenfassung und Methodik
III. Historisch-theologischer Rahmen
1. Protestantische Staatslehre im 20. Jahrhundert
1.1. Grundlage: Die Reformatoren
1.2. Die Entwicklung bis zur Barmer Synode 1934
1.3. Die Entwicklung von 1934 bis 1998
2. Zusammenfassung
3. Die politischen Entwürfe der historischen Vorläufer der Evangelikalen
3.1. Der klassische Pietismus im 18. Jahrhundert
a) Distanziert-ablehnend
b) Distanziert-gleichgültig
c) Aktivistisch
3.2. Die Erweckungsbewegung im 19. Jahrhundert
3.3. In Demokratie und Totalitarismus
4. Zusammenfassung
B. HAUPTTEIL
I. Zwischen Quietismus und Aktivismus
1. Die quietistische Versuchung
2. Die aktivistische Haltung
2.1. Die Forderungen der evangelikalen Wortführer
2.2. Gründe für die politische Mobilisierung
a) Die Reformphase der BRD
b) Die Initialzündung: Lausanne 1974
c) Unmittelbare Gegenwart
2.3. Aktionsforen
a) Die christlichen Kleinparteien
b) Die ‘Aktion: Die Wende’
c) Kommunitäten
d) Themenbezogene Gruppen
e) Bündnissuche
3. Zusammenfassung
II. Die politischen Axiome einer evangelikalen Sozialethik
1. Politische Anthropologie
1.1. Der pessimistische Grundtenor
1.2. Der optimistische Aspekt
1.3. Menschenbild und Politik
1.4. Überblick: Menschenbild
2. Die transzendente Stiftung der politischen Ordnung
3. Verhältnisbestimmungen der Zwei-Reiche-Lehre
3.1. Staat und Religion
3.2. Staat und Kirche
4. Die Souveränität Gottes
5. Zusammenfassung
III. Evangelikale Variationen in der Bestimmung von Staat und Politik
1. Kennzeichnungen
1.1. Begriffsbestimmungen
1.2. Schematische Übersicht:
2. Ordo- Evangelikalismus
2.1. Leitmotiv: Adiaphora
2.1.1. Die bedingte Geltung der Gebote Gottes
2.1.2. Staatstheoretische Indifferenz
2.1.3. Politik im Zeichen der Vernunft
2.1.4. Widerspruch und Widerstand
2.1.5. Die Eigenschaften ‘rechter Obrigkeit’
2. 2. Leitmotiv: Das ganze Gesetz Gottes: Theonomie
2.2.1. Die unbedingte Geltung der Gebote Gottes
2.2.2. Biblische Staatsformenlehre
2.2.3. Politik im Zeichen der Gesetze Gottes
2.2.4. Biblisches Widerstandsrecht
2.3. Ordo-Betonung und Normenstrenge
2.3.1. Ordo-Vorstellungen
a) Macht, Autorität und der starke Staat
b) Meta-Normen
c) Das Votum für die Demokratie
d) Parteinahme für die normsetzenden Ansprüche des Grundgesetzes
e) Die Bewahrung der Schöpfung
2.3.2. Gefährdungen der Ordnung
a) Das Anomiepotential der Moderne und der Wertewandel
b) Nation und Multikulturelle Gesellschaft
c) Demokratisierung und ausgedehnte Staatstätigkeit
d) Die Negierung des Allgemeinwohls
e) Politikwandel und der Verlust des Primats der Politik
2.3.3. (Wieder)herstellung der Ordnung
a) Erweckung und ‘geistig-moralische Wende’
b) Wahlempfehlungen
2.3.4. Wirtschaftsordnung
a) Soziale Marktwirtschaft
b) Arbeit
c) Eigentum
d) Der Sozialstaat
2.4. EXKURS: Günter Rohrmoser
a) Analyse der Moderne
b) Der Weg aus der Krise: Die Forderung nach einer geistigen Wende
3. Emanzipativer Evangelikalismus
3.1. Leitmotiv: Das Reich Gottes
3.2. Staatsaufgaben im Lichte des Reiches Gottes
3.3. Politik im Lichte des Reiches Gottes
a) Gegenwartsanalyse
b) Politikgestaltung
3.4. Widerstandsrecht
3.5. Wirtschaftsordnung
3.6. Demokratie und Reich Gottes
3.7. EXKURS: Die Vordenker des emanzipativen Evangelikalismus
4. Zusammenfassung
5. Übersicht: Evangelikales Staats- und Politikverständnis
C. SCHLUSSTEIL
1. Die Axiome evangelikaler Sozialethik
2. Die politische Heteronomität der Evangelikalen Bewegung
a) Das unterschiedliche Staatsverständnis
b) Das unterschiedliche Politikverständnis
c) Das unterschiedliche Demokratieverständnis
d) Politischer Mobilisierungsgrad
e) Parteibindung
3. Die Chancen der Evangelikalen
4. Was den Evangelikalen im Wege steht
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das politische Selbstverständnis sowie die Einstellungen der Evangelikalen Bewegung in Deutschland zu den Themen Staat, Gesellschaft, Verfassung und Politik systematisch zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Evangelikale ihr Verhältnis zum demokratischen Rechtsstaat, zu Grundrechten und zum Parteiensystem definieren und inwieweit ihr Glaube ihr politisches Handeln determiniert.
1. Begriffsbestimmung
Der Begriff evangelikal scheint sich einer genauen Definition zu entziehen. Er ist sowohl Selbstbezeichnung wie auch ein innerkirchlicher Kampfbegriff, der gerne abwertend benutzt wird. Die Sache gestaltet sich noch schwieriger, da viele Gruppen und Personen, die der Sache nach ‚evangelikal‘ gelten, für sich selbst andere Bezeichnungen wie ‚bibeltreu‘, ‚bekenntnisgebunden‘, ‚bekenntnistreu‘, ‚pietistisch‘ u. ä. vorziehen. Generell verstehen sich Evangelikale schlicht als ‚Protestanten‘, also glaubende, praktizierende evangelische Christen. Der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, behauptet deshalb auch, „Evangelikal bedeutet nicht mehr und nicht weniger als radikal evangelisch: von der Wurzel her dem Evangelium von Jesus Christus verpflichtet.“ In der Eigenwahrnehmung sieht man sich als die rechtmäßigen, eigentlichen Erben und Verteidiger der Reformation. Eine Beurteilung der deutschen Situation muss im Auge behalten, dass zu den Evangelikalen auch eine Vielzahl einzelner Christen gehören, die nicht aktiv bei evangelikalen Organisationen mitarbeiten, auch nicht alle von dort kommenden Verlautbarungen unterstützen wollen oder können, aber den evangelikalen Anliegen zustimmen.
Man kann voraussetzen, dass es aufgrund der evangelikalen Schwerpunkte, dem Festhalten an den zentralen Aussagen des christlichen Glaubens, „eine breite Übereinstimmung zwischen vielen evangelischen Christen unterschiedlicher Herkunft und Prägung gibt.“
A. EINLEITUNG: Die Einleitung verortet die Evangelikale Bewegung im deutschen Protestantismus und erläutert die Herausforderungen bei der Definition und statistischen Erfassung dieser heterogenen Gruppe.
II. Hintergrund der Untersuchung: Dieses Kapitel legt dar, wie christliche Ideen den modernen Verfassungsstaat bedingen und analysiert die sich wandelnde religiöse Szene in Deutschland.
III. Historisch-theologischer Rahmen: Hier wird die Entwicklung der protestantischen Staatslehre von den Reformatoren bis zur heutigen Zeit sowie die Entstehung der evangelikalen Vorläufer analysiert.
B. HAUPTTEIL: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen quietistischer Weltabwendung und aktivistischer Einmischung, die Analyse politischer Axiome einer evangelikalen Sozialethik sowie eine differenzierte Betrachtung verschiedener evangelikaler Staats- und Politikverständnisse.
C. SCHLUSSTEIL: Der Schlussteil synthetisiert die Ergebnisse, indem er die Kernaxiome der evangelikalen Sozialethik zusammenfasst und die politischen Chancen sowie Hindernisse für die Bewegung im demokratischen Prozess bewertet.
Evangelikale Bewegung, Protestantismus, Staat, Verfassung, Politik, Sozialethik, Pietismus, Bekehrung, Bibelautorität, Demokratie, Rechtsstaat, Säkularisierung, Religionsfreiheit, Politische Anthropologie, Reich Gottes.
Die Dissertation untersucht das politische Selbstverständnis der Evangelikalen Bewegung in Deutschland und ihr Verhältnis zum demokratischen Staat.
Zentrale Themen sind das evangelikale Staatsverständnis, die theologische Begründung politischer Positionen sowie das Spannungsverhältnis zwischen Glaubensüberzeugungen und demokratischer Politik.
Die Arbeit fragt danach, wie Evangelikale Staat, Gesellschaft und Politik aus ihrer religiösen Perspektive bewerten und ob sie politisch selbstbewusster und eigenständiger agieren.
Der Autor nutzt die qualitative Inhaltsanalyse und hermeneutische Ansätze, um evangelikale Zeitschriften, Bücher und Verlautbarungen zum Themengebiet Staat und Politik auszuwerten.
Es soll dargestellt werden, inwieweit evangelikale Überzeugungen eine eigene politische Konflikt- und Überzeugungspotentialität im demokratischen Staat entfalten können.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Evangelikalismus, Zwei-Reiche-Lehre, theonomer Ansatz, Bekehrung und das christliche Menschenbild.
Ordo-Evangelikale sind primär an staatlicher Stabilität und Ordnung interessiert, während emanzipative Evangelikale den Staat stärker als Solidarverband für sozial Schwache definieren.
Sie dient als Beispiel für ein evangelikales Aktionsforum, das auf Basis der Sozialphilosophie Günter Rohrmosers eine geistig-kulturelle Erneuerung Deutschlands anstrebt.
Sie gilt als Grenzsituation, die Evangelikale dazu trieb, sich als politisch aktive Kraft neben den verfassten Kirchen zu positionieren, da sie hier fundamentale christliche Werte gefährdet sehen.
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