Bachelorarbeit, 2009
29 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Wirtschaftsethische Theorieansätze
2.1 Unternehmensethik nach Horst Steinmann und Albert Löhr
2.2 Ökonomische Ethik nach Karl Homann
2.3 Integrative Unternehmensethik nach Peter Ulrich
2.3.1 Wirtschaftsethik als Kritik der „reinen“ ökonomischen Vernunft
2.3.2 Vermittlung zwischen ökonomischer Rationalität und ethisch-praktischer Vernunft
2.3.3 Verantwortungsebenen für moralisches Wirtschaften
3. Die Frage nach dem Einfluss der Philosophie auf Ulrichs integrativen Ansatz
4. Fazit
5. Literaturangaben
Die vorliegende Arbeit untersucht drei prominente deutschsprachige Konzepte der Wirtschafts- und Unternehmensethik der 1990er-Jahre – den integrativen Ansatz von Peter Ulrich, die ökonomische Ethik von Karl Homann sowie die Unternehmensethik von Steinmann und Löhr – und analysiert kritisch, inwieweit philosophische Grundlagen, insbesondere Kants Vernunftethik, den integrativen Ansatz von Ulrich beeinflussen.
2.3.2 Vermittlung zwischen ökonomischer Rationalität und ethisch-praktischer Vernunft
Ulrich kritisiert die Sichtweise, dass der Wirtschaft mit Rücksicht auf ihre vermeintlich „wertfreie“ ökonomische Sachlogik eine „angewandte“ Ethik hinzugefügt werden muss. Er weist darauf hin, dass die ökonomische Rationalität selbst einen normativen Geltungsanspruch erhebt, da jedes Rationalitätskonzept bereits eine normative Bedeutung in sich birgt. Die Vorgaben der ökonomischen Rationalität, nach denen wirtschaftlich gehandelt werden soll, geraten daher mit den Leitideen der ethischen Vernunft in Konflikt, was eine Klärung des Verhältnisses der beiden konkurrierenden normativen Logiken erforderlich macht.
Der Anspruch, ausschließlich auf der Grundlage der ökonomischen Rationalität eine Wirtschaftsethik in Form der normativen Ökonomik zu liefern, wird von Ulrich als Reduktion von Wirtschaftsethik auf Moralökonomik kritisiert, weil dabei das ökonomische Prinzip überbewertet wird. Wirtschaftsethik kann weder eine „angewandte Ethik“, noch eine „normative Ökonomik“ sein, sondern muss mit der systematischen Vermittlung eines ethischen Vernunftanspruchs und ökonomischen Rationalitätsanspruchs den Reflexionsstopp beider bewerkstelligen, weil die Ökonomik immer schon eine „normative Idealtheorie vernünftigen Wirtschaftens“ beinhaltet. Die Rationalität, im Sinne einer Legitimation für vernünftiges wirtschaftliches Handeln, stellt dabei das verbindende Grundthema zwischen der praktischen Philosophie und der Wirtschaftstheorie dar. Im integrativen Ansatz wird im Zuge dieser Vermittlung die sozialökonomische Rationalitätsidee, auch „regulative Idee vernünftigen Wirtschaftens“, die den moral point of view einer Vernunftethik des Wirtschaftens bereits beinhaltet, gewonnen.
Die integrative Wirtschaftsethik stellt sich daher mit ihrer Ökonomismuskritik die Aufgabe, die scheinbare Wertfreiheit oder ethische Neutralität der ökonomischen Sachlogik zu hinterfragen und den tatsächlichen normativen Gehalt der ökonomischen Rationalität zu analysieren, damit die Integration der ethischen Vernunft ein vernünftiges Wirtschaften ermöglichen kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung wirtschaftsethischer Entscheidungssituationen ein und definiert den Fokus der Arbeit auf Peter Ulrichs integrativen Wirtschaftsethikansatz.
2. Wirtschaftsethische Theorieansätze: In diesem Kapitel werden exemplarisch drei maßgebliche Ansätze der deutschsprachigen Wirtschaftsethik vorgestellt und ihre theoretischen Differenzen sowie Gemeinsamkeiten beleuchtet.
2.1 Unternehmensethik nach Horst Steinmann und Albert Löhr: Das Kapitel erläutert den dialogethischen Ansatz, der die Bedeutung der Kommunikation und der Organisationsstruktur für ethisches Handeln in Unternehmen hervorhebt.
2.2 Ökonomische Ethik nach Karl Homann: Hier wird der Ansatz der ökonomischen Ethik vorgestellt, der das marktwirtschaftliche System als zentrales Element sieht und ethische Fragen primär über die Rahmenordnung klären möchte.
2.3 Integrative Unternehmensethik nach Peter Ulrich: Dieses Kapitel detailliert Ulrichs Ansatz, der Wirtschaftsethik als Kritik an der „reinen“ Ökonomik versteht und nach einer lebensdienlichen Integration ethischer Vernunft in das Wirtschaften sucht.
2.3.1 Wirtschaftsethik als Kritik der „reinen“ ökonomischen Vernunft: Es wird die Notwendigkeit erläutert, ökonomische Rationalität um ethische Reflexion zu erweitern, um das Ziel des vernünftigen Wirtschaftens zu erreichen.
2.3.2 Vermittlung zwischen ökonomischer Rationalität und ethisch-praktischer Vernunft: Das Kapitel untersucht, wie der integrative Ansatz systematisch zwischen ökonomischen Sachzwängen und ethischen Vernunftansprüchen vermittelt.
2.3.3 Verantwortungsebenen für moralisches Wirtschaften: Hier wird die Notwendigkeit einer differenzierten Konzeption von Verantwortungsebenen dargestellt, die Individual- und Institutionenethik miteinander verknüpft.
3. Die Frage nach dem Einfluss der Philosophie auf Ulrichs integrativen Ansatz: Dieses Kapitel analysiert die philosophischen Wurzeln des integrativen Ansatzes, insbesondere den Einfluss der Vernunftethik nach Kant und der Diskursethik.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Relevanz von Ulrichs Ansatz für ein am Menschen orientiertes, vernünftiges Wirtschaften.
5. Literaturangaben: Dieses Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise auf.
Wirtschaftsethik, Unternehmensethik, Integrative Wirtschaftsethik, Peter Ulrich, Ökonomische Ethik, Karl Homann, Vernunftethik, Lebensdienlichkeit, Rahmenordnung, Sozialökonomische Rationalität, Diskursethik, Kant, Wirtschaftsordnung, Verantwortung, Wirtschafts- und Unternehmensethik.
Die Arbeit analysiert die zentralen Ansätze der deutschsprachigen Wirtschaftsethik der 1990er-Jahre und setzt diese in den Kontext philosophischer Grundlagen.
Die zentralen Themen umfassen die Legitimation wirtschaftlichen Handelns, das Verhältnis zwischen ökonomischer Rationalität und ethischer Vernunft sowie die Rolle von Institutionen und Individuen in der Marktwirtschaft.
Das Ziel ist es, die drei wichtigsten Theorieansätze (Ulrich, Homann, Steinmann/Löhr) zu vergleichen und insbesondere den philosophischen Einfluss auf Peter Ulrichs integrativen Ansatz herauszuarbeiten.
Die Arbeit nutzt eine komparative theoretische Analyse, indem sie die verschiedenen wirtschaftsethischen Ansätze anhand ihrer Begründungsmuster und normativen Forderungen vergleicht und reflexiv einordnet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorieansätze von Steinmann/Löhr, Homann und Ulrich sowie eine vertiefte philosophische Untersuchung von Ulrichs integrativer Ethik im Hinblick auf Kant und die Diskursethik.
Wesentliche Begriffe sind die integrative Wirtschaftsethik, Lebensdienlichkeit, Ordnungsethik, ökonomische Rationalität, Dialogethik und die Verantwortungsebenen des Wirtschaftsbürgers.
Ulrich kritisiert an Homann, dass dieser Ethik weitgehend der Rahmenordnung überlässt und die ökonomische Rationalität nicht hinreichend durch ethische Reflexion kritisiert, während Ulrich eine tiefgreifende Integration der Ethik in die ökonomische Sachlogik fordert.
Lebensdienlichkeit ist der von Peter Ulrich betonte Zweck des Wirtschaftens, der besagt, dass wirtschaftliches Handeln von vornherein sinnvoll für den Menschen gestaltet sein muss, anstatt nur monetäre Effizienz anzustreben.
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