Diplomarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1. FRAGESTELLUNG
1.2. ZIELE
1.3. AUFBAU DER ARBEIT
1.4. WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE GRUNDLAGEN
1.4.1. Definition: Wissenschaftstheorie
1.4.2. Notwendigkeit der Wissenschaftstheorie
1.4.3. Forschungskonzeptionen
2. CONTROLLING UND MANAGEMENT
2.1. GRUNDSÄTZE UND DEFINITIONEN
2.1.1. Management
2.1.2. Controlling
2.1.3. Aufgabenteilung zwischen Manager und Controller
2.2. KONZEPTIONEN DES CONTROLLINGS
2.2.1. Controlling als Rationalitätssicherung
2.2.2. Controlling als Koordinationsfunktion
2.2.3. Controlling als umfassende Koordinationsfunktion
2.2.4. Controlling als Ergänzungsfunktion
2.3. VORLÄUFIGE CONCLUSIO I
3. DER (UN)FREIE WILLE – DETERMINISMUS UND INDETERMINISMUS VON ENTSCHEIDUNGEN
3.1. DETERMINISMUS
3.1.1. Wissen
3.1.2. Bewusstsein
3.1.3. Freiheit
3.1.4. Entscheidungen
3.1.5. Zusammenfassung
3.1.6. Kritik
3.2. INDETERMINISMUS
3.2.1. Das Bereitschaftspotential
3.2.2. Geist
3.2.3. Bewusstsein
3.2.4. Freiheit
3.2.5. Entscheidungen
3.2.6. Zusammenfassung
3.2.7. Kritik
3.3. WEITERE WILLENSKONZEPTE
3.3.1. Der freie Wille als Vetofunktion
3.3.2. Kompatibilismus
3.4. VORLÄUFIGE CONCLUSIO II
4. CONTROLLING DETERMINIERTER ENTSCHEIDUNGEN
4.1. DETERMINIERTE ENTSCHEIDUNGEN DER MANAGER
4.1.1. Einfluss des Controllers
4.1.2. Entscheidungen von Managern in Unternehmen
4.1.3. Controlling von determinierten Entscheidungen
4.2. KONSEQUENZEN FÜR DIE UNTERNEHMENSORGANISATION
4.2.1. Determiniertheit als dezentrales Entscheidungssystem
4.2.2. Entwicklung eines dezentralen Entscheidungssystems
4.3. URSACHEN FÜR DAS EXISTIEREN EINES CONTROLLINGS
4.3.1. Existenz des Controllings als Erfolgsfaktor
4.3.2. Komplexität unternehmerischer Entscheidungen
5. CONCLUSIO
Diese Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der Determiniertheit unternehmerischer Entscheidungen auf das Controlling. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und wie Manager von Controllern erfolgreich unterstützt und koordiniert werden können, wenn ihre Willensentscheidungen biologisch determiniert sind.
3.1.4. Entscheidungen
Die Evolution hat das Gehirn mit Mechanismen zur Selbstorganisation ausgestattet, so dass Entscheidungen nicht von einer hierarchisch übergeordneten Stelle im Gehirn getroffen werden. Singer vergleicht die Entscheidungsfindung im Gehirn vielmehr mit der Organisation von Insektenstaaten, die über ein eng verschaltetes Netzwerk miteinander kommunizieren. „Das Gehirn fungiert zwar als Zentrum des Organismus, nicht aber in sich wie ein hierarchisch-identitäres Gesamtzentrum von funktionsspezifischen Zentren.“ Von den einzelnen Zentren werden simultan eigene Entscheidungen in ihren jeweiligen Spezialgebieten getroffen.
„Entscheidungen entstehen im Gehirn als Resultat von Selbstorganisationsprozessen, wobei Kompetition zwischen unterschiedlich wahrscheinlichen Gruppierungsanordnungen die treibende Kraft und kohärente Systemzustände die Konvergenzpunkte der Entscheidungstrajektorien darstellen. [...] [I]n aller Regel konvergiert das System sehr schnell auf die wahrscheinlichste Lösung und trifft eindeutige Entscheidungen.“
Auf der neuronalen Ebene treten unterschiedliche, sich ausschließende Aktivierungsmuster in einen Wettbewerb, wodurch das System eine Folge wechselnder Zustände durchläuft, bis schlussendlich ein stabiler Zustand, mithin eine Lösung bzw. Entscheidung gefunden wurde. Die so gefundenen Entscheidungen können jedoch nicht mehr als frei getroffen angesehen werden, sondern müssen als Entscheidungs-Prozess vieler verschiedener Zentren mit Zuhilfenahme größtenteils unbewusster, bedingter Variablen verstanden werden. Die Entscheidungsfindung erfolgt dabei in keiner Weise linear; selbst für lineare Probleme werden im Gehirn komplexe, nicht-lineare Prozesse angewandt. Durch diese Dynamik entsteht Kreativität und der Wille und die Fähigkeit, Neues zu erfinden.
1. EINLEITUNG: Definiert die Forschungsfrage nach den Auswirkungen determinierter Entscheidungen auf das Controlling und skizziert den wissenschaftstheoretischen Rahmen.
2. CONTROLLING UND MANAGEMENT: Analysiert verschiedene Definitionen und Konzeptionen des Controllings, insbesondere dessen Rolle als Unterstützungsinstrument der Unternehmensführung.
3. DER (UN)FREIE WILLE – DETERMINISMUS UND INDETERMINISMUS VON ENTSCHEIDUNGEN: Untersucht aus neurobiologischer und philosophischer Sicht die Debatte, ob der menschliche Wille determiniert ist oder durch ein hierarchisches Zentrum Freiheit besitzt.
4. CONTROLLING DETERMINIERTER ENTSCHEIDUNGEN: Entwickelt Lösungsansätze, wie Controlling in einem Umfeld agieren kann, in dem Manager nicht vollkommen frei, sondern determiniert entscheiden.
5. CONCLUSIO: Fasst zusammen, dass ein zukunftsorientiertes Controlling Manager nicht über hierarchische Veto-Macht, sondern über Koordination und Informationsnetzwerke steuern sollte.
Controlling, Management, Determinismus, Indeterminismus, Willensfreiheit, Neurobiologie, Entscheidungsfindung, Koordination, Rationalitätssicherung, Gehirn, Führungshilfe, Informationsversorgung, Selbstorganisation, Dezentralisierung, neuroökonomische Forschung.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der neurobiologischen Annahme determinierter Entscheidungen und der betriebswirtschaftlichen Praxis des Controllings.
Die Themen umfassen Controlling-Konzeptionen, die neurobiologische Debatte um den freien Willen sowie die Organisation betrieblicher Entscheidungssysteme.
Wie muss ein Controllingsystem gestaltet sein, wenn die getroffenen Entscheidungen von Managern nicht frei, sondern durch biologische oder frühkindliche Prägungen determiniert sind?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die betriebswirtschaftliche Controlling-Theorien mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung und Neuroökonomie verknüpft.
Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Entscheidungsfindung im menschlichen Gehirn (Determiniertheit vs. Freiheit) und leitet daraus Konsequenzen für die Steuerung im Unternehmen ab.
Die wichtigsten Begriffe sind Controlling, Willensfreiheit, Determinismus, Entscheidungssysteme und Führungshilfe.
Das Bereitschaftspotential ist ein Indikator für deterministische Entscheidungsprozesse im Gehirn, was die klassische Sichtweise vom "frei entscheidenden" Manager infrage stellt.
Analog zur dezentralen Selbstorganisation des Gehirns schlägt die Arbeit vor, auch Unternehmen dezentraler zu organisieren, um die Effektivität bei determinierten Entscheidungen zu steigern.
Controller sollten sich vom klassischen Bild des "Kontrolleurs" entfernen und vermehrt als Koordinatoren fungieren, die durch Informationsbereitstellung und positive Anreize beeinflussen.
Ja, Controlling dient als notwendige Koordinationseinheit, um trotz determinierter Einzelentscheidungen die Komplexität der Unternehmensführung zu strukturieren und Fehlentscheidungen zu minimieren.
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