Bachelorarbeit, 2019
33 Seiten, Note: 6 (Schweiz - sehr gut)
1. Einleitung: Zerstreuung für den Rey Planeta
2. Soldaten beten den Teppich an – Zivilisten pflegen einen Verwundeten
3. Minerva und Olivares bekränzen Philipp IV. – Ein gemalter Fürstenspiegel
4. Schlüsselposition der Herrschertapisserie als Bild im Bild im Salon de Reinos
5. Weltliche und religiöse Metaphorik der Porträttapisserie
6. Porträttapisserie des Regenten als Repräsentation der Rechtspersönlichkeit
7. Abschliessende Überlegungen
8. Literaturnachweis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Mediums Tapisserie im Gemälde "Wiedereroberung von Bahía" von Juan Bautista Maíno und analysiert dessen Rolle innerhalb des komplexen ikonographischen Programms des Salon de Reinos, wobei die Verbindung von Materialität, politischer Ikonographie und Herrschaftsrepräsentation im Fokus der Forschung steht.
6. Porträttapisserie des Regenten als Repräsentation der Rechtspersönlichkeit
In der römischen Kaiserzeit war die Auffassung, dass zwischen dem Abbild und der Person des Dargestellten eine ausserordentliche Beziehung besteht, die so lebhaft empfunden wird, dass das Bild die Person buchstäblich vertritt, so dass Handlungen, die von dritter Seite vor dem Bild vorgenommen werden, unmittelbar der Person des Dargestellten selbst gelten, also eine weitgehende Gleichsetzung von Person und Bild allgemein verbreitet. Der offizielle Gebrauch von Kaiserbildern war seit Kaiser Augustus (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) ein Hoheits- und Legalitätszeichen. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches hielten die byzantinischen Kaiser an dieser Praxis fest; diese wurde von den Regenten des Römischen Reiches Deutscher Nation wieder aufgenommen. Dies erklärt jedoch noch nicht die spezifische Bedeutung der Tapisserie für Herrscherporträts.
Diese ging vielmehr aus der Rechtspraxis der römischen Kaiserzeit hervor. Die Verwendung von Vorhängen in der Gerichtsbarkeit ist schon aus der Antike bekannt. Während der Regentschaft Diokletians (244-311) entwickelte sich neben dem Tribunal ein Raum für der Öffentlichkeit nicht zugängliche Rechtsprechung, der ab dem 5. Jahrhundert alleiniger Verhandlungsort wurde. Seine Abtrennung wurde durch ein velum vorgenommen.
1. Einleitung: Zerstreuung für den Rey Planeta: Einführung in den historischen Kontext des Palastes Buen Retiro und des Salon de Reinos als Zentrum der habsburgischen Herrscherverherrlichung.
2. Soldaten beten den Teppich an – Zivilisten pflegen einen Verwundeten: Detaillierte ikonographische Analyse der Komposition von Maínos Gemälde, insbesondere der Interaktion zwischen den verschiedenen Personengruppen.
3. Minerva und Olivares bekränzen Philipp IV. – Ein gemalter Fürstenspiegel: Untersuchung der allegorischen Darstellung des Königs und der Rolle von Minerva und Olivares als Tugendhelfer.
4. Schlüsselposition der Herrschertapisserie als Bild im Bild im Salon de Reinos: Erläuterung der dramaturgischen Bedeutung des Werkes innerhalb der Hängung des Salons.
5. Weltliche und religiöse Metaphorik der Porträttapisserie: Analyse der symbolischen Gründe für die Wahl des Mediums Tapisserie und deren Rückgriff auf religiöse Bildmotive.
6. Porträttapisserie des Regenten als Repräsentation der Rechtspersönlichkeit: Herleitung der rechtshistorischen Bedeutung von textilem Dekor als Stellvertreter der staatlichen Autorität.
7. Abschliessende Überlegungen: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Bildteppichs als Instrument der Herrschaftsrepräsentation.
Philipp IV., Juan Bautista Maíno, Buen Retiro, Salon de Reinos, Tapisserie, Herrscherbild, Bild-im-Bild, Pax Hispanica, Ikonographie, Machtrepräsentation, Rechtspersönlichkeit, Allegorie, textile Behänge, Fürstenspiegel, Wiedereroberung von Bahía.
Die Arbeit untersucht die kunsthistorische und politische Funktion eines spezifischen Gemäldes von Juan Bautista Maíno im Kontext des spanischen Hofes unter Philipp IV.
Im Zentrum stehen die Ikonographie der Macht, die Verwendung von Tapisserien als auratische Medien und die symbolische Verherrlichung des spanischen Königshauses.
Es wird untersucht, warum Maíno sein zentrales Herrscherporträt explizit als Bildteppich innerhalb des Gemäldes darstellte und welche politische sowie rechtliche Bedeutung dieser Medienwahl zukommt.
Die Autorin kombiniert ikonographische Bildanalyse mit historischer Kontextualisierung, insbesondere unter Einbeziehung von zeitgenössischen literarischen Quellen und rechtshistorischen Traditionen.
Der Hauptteil analysiert die Komposition des Gemäldes, die christliche Metaphorik, die Einbettung in das Raumprogramm des Buen Retiro und die symbolische Kraft von Textilien in der Rechtsprechung.
Besonders relevant sind die Begriffe Herrscherbild, Tapisserie, Buen Retiro, Stellvertreterfunktion und politische Bildsprache.
Olivares wird nicht nur als Premierminister dargestellt, sondern agiert im allegorischen Programm als Kriegsgott und engster Vertrauter des Königs, der dessen Macht stützt.
Die Arbeit erläutert, dass textile Behänge (wie das Velum) historisch eng mit der Rechtsprechung und der Präsenz des Herrschers als Rechtsinstanz verbunden waren.
Laut den Schlussfolgerungen des Autors ist nicht bekannt, ob dieser spezifische Wandteppich tatsächlich existiert hat; das Motiv dient primär der symbolischen Überhöhung.
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