Examensarbeit, 2009
126 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
I EINFÜHRUNG IN DEN THEORETISCHEN TEIL
2. Entwicklung der Geschlechtsidentität
2.1 Zur pränatalen Entwicklung
2.2 Entwicklungspsychologische Aspekte
2.2.1 Das Säuglingsalter
2.2.2 Das Kleinkindalter
2.2.3 Das Vorschulalter
2.2.4 Das Grundschulalter
3. Theorien zu den Geschlechtsunterschieden
3.1 Die biologische Theorie – die evolutionstheoretische Position
3.2 Die psychologische Theorie
3.2.1 Lerntheoretische Konzepte
3.2.2 Kognitive Theorie
3.3 Die Sozialisationstheorie
3.3.1 Sozialisationsinstanzen
3.3.1.1 Eltern
3.3.1.2 Kindergarten/ Schule
3.3.1.3 Peers
3.3.1.4 Massenmedien
3.4 Perspektive: Die bio-psycho-soziale Theorie
4. Geschlechtsspezifische Betrachtung im Rahmen der Koedukation in der Grundschule
4.1 Zum Begriff „Koedukation“
4.2 Historische Entwicklung der Koedukation
4.3 Benachteiligung der Mädchen aufgrund der Koedukation
4.4 Benachteiligung der Jungen aufgrund der Koedukation
4.5 Ergebnisse einer Meinungsumfrage zur Koedukation
II EINFÜHRUNG IN DEN EMPIRISCHEN TEIL
5. Leitfaden-Interviews zur Untersuchung des geschlechtsbewussten Umgangs in Kindergarten und Grundschule
5.1 Hintergrund der Befragung
5.2 Ergebnisse der Erzieherinnen-Interviews
5.2.1 Inhaltsanalyse
5.2.2 Auswertung
5.2.3 Reflexion
5.3 Ergebnisse der LehrerInnen-Interviews
5.3.1 Inhaltsanalyse
5.3.2 Auswertung
5.3.3 Reflexion
5.4 Zwischenfazit
6. Konsequenzen für pädagogisches Handeln
6.1 Kindergarten
6.1.1 Kenntnis über geschlechtsspezifische Unterschiede
6.1.2 Bewusste Gestaltung des Alltags
6.1.3 Einbezug der Eltern
6.2 Grundschule
6.2.1 Differenzierende Behandlung
6.2.2 Maßnahmen außerhalb des Unterrichts
6.2.3 Maßnahmen innerhalb des Unterrichts
7. Fazit
Die Arbeit untersucht die geschlechtergerechte Pädagogik in der Grundschule unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren, aktuellen Diskursen und praktischen Lösungsansätzen. Das Hauptziel besteht darin, die Frage zu beantworten, wie Lehrkräfte beiden Geschlechtern im Schulalltag gerecht werden können, um Chancengleichheit zu fördern.
2.1 Zur pränatalen Entwicklung
Zwischen dem weiblichen und männlichen Gehirn sind strukturelle und funktionale Unterschiede festzustellen. Diese Geschlechtsunterschiede im Gehirn lassen sich durch die frühen hormonellen Einflüsse auf die Hirnstruktur erklären.
Durch den Vater wird das genetische Geschlecht eines Kindes bei der Zeugung festgelegt. „Männer verfügen über ein unpaarig angelegtes XY-Geschlechtschromosom, für das weibliche Geschlecht ist ein paarig angelegtes X-Chromosom zuständig.“ (KASTEN 2008: 57) Nach dieser Festlegung des genetischen oder chromosomalen Geschlechts (XX oder XY) zu Beginn, differenzieren sich dadurch ungefähr ab der fünften Schwangerschaftswoche männliche oder weibliche Keimdrüsen (Hoden oder Eierstock) aus. (vgl. TRAUTNER 2002: 656) Diese beginnen mit der Hormonabsonderung sobald sie fertig ausgebildet sind, was die weitere Entwicklung entscheidend bestimmt. (vgl. KASTEN 2008: 58) Die Hormonausschüttungen der Keimdrüsen zwischen der zehnten und zwölften Schwangerschaftswoche führen dazu, dass sich männliche oder weibliche innere und äußere Genitalstrukturen ausbilden. (vgl. TRAUTNER 2002: 656) Nach der Ausbildung der Hoden beim männlichen Fötus schütten diese das männliche Geschlechtshormon Testosteron aus. Dadurch wird eine vorgeburtliche Maskulinisierung des Organismus eingeleitet. (vgl. STRÜBER 2008: 44) In der weiblichen Keimdrüse hingegen wird das Hormon Östrogen gebildet, das für die Funktion und das Wachstum der weiblichen Sexualorgane zuständig ist. (vgl. WALTER 1978: 7)
Neben der sexuellen Differenzierung körperlicher Merkmale bewirken die Hormone einen Geschlechtsunterschied in der Entwicklung des Gehirns. (vgl. STRÜBER 2008: 44) „Der vielleicht offensichtlichste und am häufigsten berichtete Hirnunterschied zwischen Männern und Frauen betrifft die Größe des Gehirns.“ (a.a.O.: 36) Das Gehirnvolumen von Männern ist durchschnittlich um etwa acht bis zehn Prozent größer als das von Frauen und die Großhirnrinde von Männern beinhaltet zudem 16 Prozent mehr Nervenzellen.
1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert ihre Arbeit durch eigene Schul- und Studienerfahrungen und skizziert die Problematik geschlechtsspezifischer Benachteiligung im Rahmen der Koedukation.
2. Entwicklung der Geschlechtsidentität: Das Kapitel erläutert die pränatale biologische Differenzierung sowie die entwicklungspsychologischen Stadien der Identitätsbildung von der frühen Kindheit bis zum Grundschulalter.
3. Theorien zu den Geschlechtsunterschieden: Es werden biologische, psychologische und sozialisationstheoretische Ansätze vorgestellt, ergänzt durch eine bio-psycho-soziale Perspektive auf die Entstehung von Geschlechterdifferenzen.
4. Geschlechtsspezifische Betrachtung im Rahmen der Koedukation in der Grundschule: Der Abschnitt behandelt die historische Entwicklung, aktuelle Debatten um Benachteiligungen beider Geschlechter und präsentiert Ergebnisse einer Meinungsumfrage zur Koedukation.
5. Leitfaden-Interviews zur Untersuchung des geschlechtsbewussten Umgangs in Kindergarten und Grundschule: Die Autorin präsentiert und reflektiert Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften, um deren Bewusstsein für Geschlechterthemen in der Praxis zu eruieren.
6. Konsequenzen für pädagogisches Handeln: Basierend auf den theoretischen und empirischen Erkenntnissen werden praktische Handlungsempfehlungen für Kindergarten und Grundschule abgeleitet, die eine reflexive Koedukation fördern sollen.
7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Koedukation allein keine Chancengleichheit garantiert und betont die Notwendigkeit von Selbstreflexion und geschlechtssensibler Pädagogik.
Koedukation, Geschlechtsidentität, Geschlechtsstereotype, Sozialisation, Geschlechterdifferenz, Mädchenforschung, Jungenforschung, pädagogisches Handeln, reflexive Koedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Grundschule, Kindergarten, Experteninterviews, Leistungsunterschiede, Entwicklungspsychologie.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie eine geschlechtergerechte Pädagogik in der Grundschule aussehen kann, um beiden Geschlechtern im Schulalltag gerecht zu werden.
Die zentralen Felder sind die psychologische und soziale Entwicklung der Geschlechtsidentität, die historische und aktuelle Koedukationsdebatte sowie der geschlechtsbewusste Umgang in pädagogischen Einrichtungen.
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte aktiv Benachteiligungen vermeiden und Lernen für alle Kinder gleichermaßen ermöglichen können.
Die Arbeit kombiniert eine umfangreiche Literaturanalyse mit einem empirischen Teil, in dem leitfadengestützte Experteninterviews mit Erzieherinnen und Lehrkräften sowie eine Umfrage unter Grundschulkindern ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Geschlechtsidentität und Koedukation sowie einen empirischen Teil, der durch Konsequenzen für das pädagogische Handeln abgerundet wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Koedukation, Geschlechtsidentität, Sozialisation, Geschlechtergerechtigkeit und reflexive Koedukation definiert.
Die Arbeit erkennt biologische Unterschiede an, betont jedoch, dass diese nicht als Determinanten für Lernfähigkeit fungieren, sondern in Wechselwirkung mit sozialen Faktoren stehen.
Sie ermöglicht es, Geschlechterdifferenzen wahrzunehmen und in die pädagogische Planung einzubeziehen, ohne das Ziel der Gleichberechtigung aufzugeben oder starre Rollenbilder zu zementieren.
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