Bachelorarbeit, 2009
118 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Sinn und Nutzen der Fußreflexzonentherapie für die Entwicklung und das Befinden schwerstmehrfachbehinderter Kinder – Kontextualisierung der Fragestellung
3 Die Fußreflexzonentherapie nach Hanne Marquardt
3.1 Historischer Hintergrund
3.2 Das Konzept
3.2.1 Reflexzonen
3.2.2 Ziele und Indikationen
3.2.3 Kontraindikationen
3.2.4 Griffe und Technik
3.3 Die Durchführung
3.3.1 Behandlungsbedingungen
3.3.2 Symptom- und Hintergrundzonen
3.3.3 Befund der Reflexzonentherapie
3.3.4 Dosierungsgrenze und Normalisierung einer Reflexzone
3.4 Wissenschaftliche Evidenz der Wirkung
3.4.1 Zusammengefasste Ergebnisse diverser Studien
3.4.2 Studie: Fußreflexzonentherapie für eine gesteigerte Nierendurchblutung
3.4.3 Fazit zur wissenschaftlichen Evidenz der Fußreflexzonentherapie
4 Das schwerstmehrfachbehinderte Kind
4.1 Begriffsklärung der Schwerstmehrfachbehinderung
4.2 Die Ursachen von Schwerstmehrfachbehinderung
4.3 Auftretende Störungen und Probleme
5 Die Fußreflexzonentherapie als Behandlungsmöglichkeit für das schwerstmehrfachbehinderte Kind
5.1 Die Ziele
5.2 Vorteile der Fußreflexzonentherapie als Behandlungsansatz
5.3 Die Behandlungsbedingungen
6 Ein Pretest zum Effektivitätsnachweis der Fußreflexzonentherapie
6.1 Methode
6.2 Anamnese und Befund der Kinder
6.2.1 Anamnese und Befund von Kind 1
6.2.2 Anamnese und Befund von Kind 2
6.3 Durchführung
6.4 Ergebnisse
6.4.1 Kind 1
6.4.2 Kind 2
6.5 Diskussion der Ergebnisse und Transfer zur International Classification of Health, Disability and Functioning
7 Fazit
Die Arbeit untersucht den Einsatz der Fußreflexzonentherapie (RZF) nach Hanne Marquardt als therapeutische Ergänzung bei schwerstmehrfachbehinderten Kindern, mit dem Ziel, deren Wohlbefinden und Entwicklungsbedingungen zu verbessern und die Wirksamkeit der Methode mittels eines Pretests zu evaluieren.
3.2.4 Griffe und Technik
Die Grundlage der RZF ist die Arbeit mit den eigenen Händen. Dementsprechend ist es wichtig, dass der Therapeut seine Hand ohne Überdehnung oder Verkrampfung entspannt einsetzen kann. Der Abstand zu den Füßen des Patienten sollte dabei ungefähr einer Unterarmlänge entsprechen (Marquardt 2007). Die Behandlungsbank sollte auf der individuellen Arbeitshöhe eingestellt sein, um sowohl Rücken- als auch Schulter- und Armschmerzen während der Arbeit zu vermeiden.
Der wichtigste Griff der RZF ist der Daumen-Grundgriff (s. Abb. 14a & b, Anhang S. 69). „Die heutzutage ausgeführte Grifftechnik wurde auf dem Wege jahrelanger praktischer Erprobung entwickelt, um die Hand bestmöglich funktionsgerecht einzusetzen“ (Marquardt 2005, S.12). Hierbei wird auf einen zu starken mechanischen Druck verzichtet, da der Reiz nur über die Bewegungsabfolge des Daumens entsteht, während die Finger passiv ruhen und Halt geben. Der Daumen-Grundgriff kann in zwei Phasen unterteilt werden, um die Bewegung besser nachvollziehen zu können. Die erste Phase ist die aktive. Der Unterarm steht in der Semipronationsstellung, Hand und Unterarm bilden eine horizontale Linie. Durch die drucklose Berührung des Fußes mit dem Daumen, befindet sich dieser in einer leichten Opposition. Durch ein entspanntes Vorwärtsschwingen des Armes, welches aus dem Schultergelenk kommt und nicht aus dem Handgelenk, resultiert eine passive Flexion des Daumenendgliedes. Nun übernimmt der Daumen die aktive Phase und steigert den Flexionswinkel auf 90°, damit über den Daumenba llen schließlich der therapeutische Reiz punktuell im Gewebe gesetzt werden kann. Es folgt die passive Phase des Griffes, denn durch ein spontanes Entspannen der Daumen und Handmuskulatur kann der Arm passiv zurückschwingen. Schließlich ruht der Daumen wieder auf dem Fuß (Marquardt 2005). Der Wechsel zwischen aktiver und passiver Phase führt zu einem harmonischen Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung, was einerseits dem Therapeuten die Möglichkeit einräumt, sich wieder neu auf jeden therapeutischen Reiz konzentrieren zu können, und andererseits dem Fußgewebe von neuem Zeit zu Verarbeitung des eben gesetzten Reizes gibt.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fußreflexzonentherapie vor und begründet die Relevanz einer Anwendung im Bereich der pädiatrischen Physiotherapie.
2 Sinn und Nutzen der Fußreflexzonentherapie für die Entwicklung und das Befinden schwerstmehrfachbehinderter Kinder – Kontextualisierung der Fragestellung: Das Kapitel verknüpft die RZF mit dem ICF-Modell der WHO, um den ganzheitlichen Nutzen für schwerstmehrfachbehinderte Kinder theoretisch zu fundieren.
3 Die Fußreflexzonentherapie nach Hanne Marquardt: Es werden der historische Hintergrund, das Konzept, die verschiedenen Griffe sowie der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Evidenz zur Methode erläutert.
4 Das schwerstmehrfachbehinderte Kind: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Schwerstmehrfachbehinderung und beschreibt die damit einhergehenden komplexen Störungsbilder und sekundären Probleme.
5 Die Fußreflexzonentherapie als Behandlungsmöglichkeit für das schwerstmehrfachbehinderte Kind: Hier werden spezifische Ziele und Bedingungen für die RZF-Anwendung bei dieser Zielgruppe dargestellt und in den therapeutischen Alltag eingeordnet.
6 Ein Pretest zum Effektivitätsnachweis der Fußreflexzonentherapie: Ein Pretest mit zwei Kindern im St. Antoniushaus Kiel dient dazu, erste qualitative Erkenntnisse über die Wirksamkeit der RZF zu gewinnen und diese in Bezug zur ICF zu diskutieren.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die RZF als sinnvolle, unterstützende physiotherapeutische Methode ausweist und den Bedarf an weiteren wissenschaftlichen Studien unterstreicht.
Fußreflexzonentherapie, RZF, Hanne Marquardt, schwerstmehrfachbehinderte Kinder, Physiotherapie, Pädiatrie, Ganzheitlichkeit, ICF-Modell, vegetative Stabilisation, Wirksamkeitsnachweis, Pretest, Anamnese, Befundaufnahme, Entwicklung, Rehabilitation.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Fußreflexzonentherapie nach Hanne Marquardt sinnvoll als ergänzende physiotherapeutische Methode bei schwerstmehrfachbehinderten Kindern eingesetzt werden kann.
Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung der RZF, das Verständnis der komplexen Bedürfnisse schwerstmehrfachbehinderter Kinder sowie die Überprüfung der therapeutischen Wirksamkeit in der pädiatrischen Praxis.
Das Hauptziel ist es, die RZF als hilfreiche physiotherapeutische Ergänzung bekannter zu machen und deren positiven Einfluss auf Wohlbefinden und Organfunktionen bei betroffenen Kindern evidenzbasiert zu untermauern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und führt einen explorativen Pretest an zwei Kindern durch, bei dem mittels Befundaufnahmen und Fragebögen für das Pflegepersonal qualitative Daten erhoben wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Konzepts der RZF, die Beschreibung des schwerstmehrfachbehinderten Kindes, die Anwendungsmöglichkeiten der RZF sowie die detaillierte Durchführung und Diskussion des Pretests.
Neben der Fußreflexzonentherapie (RZF) sind dies insbesondere die Schwerstmehrfachbehinderung, Pädiatrie, die physiotherapeutische Behandlung, das ICF-Modell zur Klassifizierung von Gesundheit und Behinderung sowie die vegetative Stabilisation.
Das ICF-Modell dient als ganzheitlicher Rahmen, um die Auswirkungen der RZF nicht nur auf die Symptomlinderung, sondern auch auf die Teilhabe und Lebensumwelt der Kinder zu verstehen.
Die Autorin hebt die Sanftheit der Methode, den direkten Kontakt zwischen Therapeut und Kind sowie die Möglichkeit hervor, ohne technische Hilfsmittel direkt auf das vegetative Nervensystem und das Wohlbefinden einzuwirken.
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