Magisterarbeit, 2009
171 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Identität
1.1 Begriffsklärung
1.2 Die Identitätstheorien
1.2.1 H. Tajfel & J.C. Turner: Theorie der sozialen Identität
1.2.2 Erik H. Erikson: Stufentheorie der Entwicklung
1.2.2 H. Keupp: Patchwork-Identität
1.2.3 Bikulturelle Identität
2. Sozialisation türkischer Migranten
2.1 Die Akkulturation
2.1.1 Das Akkulturationsmodell von Berry
2.1.2 Das Interaktive Akkulturationsmodell von Bourhis et al.
2.2 Sozialisationsmodell von Schräder u.a.
2.3 Sozialisationsbedingungen türkischer Jugendlicher der zweiten Generation
2.3.1 Familie
2.3.2 Schule
2.3.3 Peer-Groups
2.3.4 Ausbildung
3. Identität und Migration in Zeiten der Globalisierung
3.1 Nationale Identität und Migration
3.2 Geschichte der türkischen Arbeitsmigranten
3.3 Identitätsmerkmale der türkischen Migranten der ersten und zweiten Generation
3.3.1 Die erste Generation
3.3.2 Die zweite Generation
4. Abgrenzungen und Differenzierungen
4.1 Das Türkenbild in Deutschland
4.2 Ausgrenzungen der türkischen Migranten in der deutschen Gesellschaft
4.3 Besonderer Fall: Frauen mit Kopftuch
III. Empirischer Teil
Empirische Untersuchung der Identitätsentwicklung türkischer Jugendlicher in Deutschland
5. Methodik
5.1 Das interpretative Paradigma qualitativer Sozialforschung
5.2 Das qualitative problemzentrierte Interview als eine Methode der qualitativen Forschung
5.3 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
6. Zur Durchführung der eigenen Untersuchung
6.1 Fragestellung
6.2 Erstellung des Leitfadens
6.3 Auswahl der Interviewpartner
6.4 Fallbeispiele
7. Die Auswertung
7.1 Die Einzelanalyse
7.1.1 Das 1. Interview
7.1.2 Das 2. Interview
7.1.3 Das 3. Interview
7.1.4 Das 4. Interview
7.2 Vergleichende Analyse der Interviews
7.3 Interpretation der Ergebnisse
IV. Schlussbemerkung
V. Anhang
8. Interviewleitfaden
9. Transkription der Interviews
9.1 Das 1. Interview
9.2 Das 2. Interview
9.3 Das 3. Interview
9.4 Das 4. Interview
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Identitätsentwicklung bei jungen türkischen Migranten der zweiten Generation in Deutschland. Ziel ist es, zu analysieren, wie diese Jugendlichen ihre Situation des Aufwachsens unter dem Einfluss zweier Kulturen – des türkischen Elternhauses und der deutschen Mehrheitsgesellschaft – erleben und welche Strategien sie zur Bewältigung dieses bikulturellen Umfelds entwickeln.
1.2.2 Erik H. Erikson: Stufentheorie der Entwicklung
Als das wohl berühmteste Identitätskonzept gilt in der Identitätsforschung die Stufentheorie der psychosozialen Entwicklung von Erik H. Erikson. Mit seiner 1959 erschienenen Arbeit "Identity and the Life Cycle" (deutsch 1966 "Identität und Lebenszyklus") legte Erik H. Erikson den Grundstein einer großen Diskussion um den Identitätsbegriff.
Um seine Theorie besser zu verstehen, ist ein Einblick in die Lebensgeschichte Eriksons angebracht. Erik H. Erikson sagte über sich selbst: „Wenn eine Identitätskrise im Leben eines Menschen eine zentrale Rolle spielte und sich lange hinzog, dann war es bei mir der Fall“.
Erikson wurde 1902 als Sohn dänischer Eltern in Deutschland geboren. Seine Eltern trennten noch vor seiner Geburt und er wuchs mit der Mutter und dem Stiefvater in Karlsruhe auf. Nach seinem Kunststudium in München geht er nach Wien, wo er die Familie von Sigmund Freud kennen lernt und Interesse an Psychoanalyse bekommt.
1. Identität: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe und identitätstheoretische Ansätze, darunter die Theorien von Tajfel & Turner, Erikson und Keupp.
2. Sozialisation türkischer Migranten: Hier werden Akkulturationsmodelle und die spezifischen Bedingungen wie Familie, Schule und Peer-Groups für die zweite Generation dargelegt.
3. Identität und Migration in Zeiten der Globalisierung: Dieses Kapitel betrachtet Migration im globalen Kontext und arbeitet Identitätsmerkmale der verschiedenen Migrantengenerationen heraus.
4. Abgrenzungen und Differenzierungen: Der Abschnitt fokussiert sich auf gesellschaftliche Vorstellungen, Diskriminierung und den speziellen Fall von Frauen mit Kopftuch.
5. Methodik: Hier werden das interpretative Paradigma der qualitativen Forschung sowie das problemzentrierte Interview und die Inhaltsanalyse nach Mayring als wissenschaftliches Instrumentarium eingeführt.
6. Zur Durchführung der eigenen Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt die konkrete Fragestellung, die Leitfadenerstellung und die Auswahl der Interviewpartner für die empirische Analyse.
7. Die Auswertung: Der zentrale empirische Teil, in dem vier Einzelinterviews analysiert und in einer vergleichenden Queranalyse interpretiert werden.
Identität, Identitätsentwicklung, türkische Migranten, zweite Generation, Sozialisation, Akkulturation, Migration, Kulturkonflikt, Bikulturalität, qualitative Sozialforschung, problemzentriertes Interview, Diskriminierung, Integration, Adoleszenz, Patchwork-Identität.
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche türkischer Herkunft der zweiten Generation in Deutschland ihre Identität unter dem Einfluss zweier verschiedener Kulturen entwickeln und mit dieser Lebenssituation umgehen.
Zentrale Themen sind die Identitätsbildung in einem bikulturellen Umfeld, Akkulturationsprozesse, die Rolle von Sozialisationsinstanzen wie Familie und Schule sowie die Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung.
Das Hauptziel ist es, den Prozess der Identitätsentwicklung bei jungen türkischen Migranten der zweiten Generation zu untersuchen und zu ergründen, ob diese Jugendlichen das Aufwachsen zwischen zwei Kulturen eher als Belastung oder als Bereicherung wahrnehmen.
Die Untersuchung nutzt qualitative Methoden, insbesondere das problemzentrierte Interview nach Witzel, um individuelle Lebensgeschichten zu erfassen. Die Auswertung erfolgt mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Der Hauptteil ist zweigeteilt: Zunächst wird der theoretische Rahmen (Identitätskonzepte, Sozialisationsmodelle) abgesteckt, gefolgt vom empirischen Teil, der auf Basis von vier problemzentrierten Interviews die Identitätsentwicklung konkret analysiert.
Die wichtigsten Schlagworte sind Identitätsentwicklung, türkische Migranten zweiter Generation, bikulturelle Sozialisation, Akkulturation und Diskriminierungserfahrungen.
Das Kopftuch wird als ein spezifisches Identitätsmerkmal betrachtet. Die Arbeit untersucht die Beweggründe der kopftuchtragenden Frauen und wie diese ihr Leben zwischen den Anforderungen der islamischen Kultur und der modernen Gesellschaft gestalten.
Die Ergebnisse widerlegen die These einer notwendigen Zerrissenheit. Die befragten Jugendlichen bewerten das Aufwachsen in zwei Kulturen mehrheitlich als Bereicherung und als Chance, wobei die Stigmatisierung durch die Mehrheitsgesellschaft als das eigentliche Hauptproblem identifiziert wird.
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