Diplomarbeit, 2001
108 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Streetwork
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Entstehungsgeschichte
2.3 Schaffung von Streetworkprojekten und ihr sozialer und politischer Hintergrund
2.4 Rechtliche Grundlagen
2.4.1 Gesetzlicher Auftrag
2.4.2 Rechtsstellung der Streetworker
2.5 Konzeptionelle Grundlagen
2.5.1 Professionelles Grundverständnis
2.5.2 Qualitätsmerkmale und Qualitätsstandards
2.5.3 Ziele
2.5.4 Arbeitsprinzipien
2.6 Zur Person des Streetworkers
2.6.1 Rolle des Streetworkers
2.6.2 Anforderungsprofil
2.6.3 Nähe und Distanz
2.6.4 Umgang mit Gewalt
2.7 Zielgruppen
2.8 Momentaner Stand
3. Konzeption von City-Streetwork, Jugendamt Nürnberg
3.1 Beschreibung der Einrichtung
3.2 Einzugsgebiet
3.3 Adressaten
3.4 Ziele des Hilfsangebotes
3.5 Grundprinzipien der Arbeit
3.6 Arbeitsschwerpunkte und methodische Umsetzung
3.6.1 Streetwork/Aufsuchende Arbeit
3.6.2 Anlaufstelle/Offene Tür
3.6.3 Beratung, Begleitung und Vermittlung
3.6.4 Freizeitpädagogische und jugendkulturelle Aktivitäten
3.6.5 Kooperation, Vernetzung, Fachaustausch
4. Zur spezifischen Situation von Jugendlichen
5. Zur Subkultur und Lebenswelt der Punks
6. Fallbeispiele jugendlicher Punks und ihr Weg durch das Hilfesystem
6.1 „Unsere Tochter Karin macht nie, was wir wollen...“
6.1.1 Vorgeschichte und Situationsbeschreibung
6.1.2 Beschreibung der Problemaspekte und Fehlentwicklungen
6.2 „Wir sagen Sonja doch nicht die Wahrheit...“
6.2.1 Vorgeschichte und Situationsbeschreibung
6.2.2 Beschreibung der Problemaspekte und Fehlentwicklungen
7. Analyse der Schwachstellen und Probleme in der Hilfe für Jugendliche
7.1 Die Angebote und Struktur der Jugendhilfe als Gründe für das Scheitern
7.2 Die Jugendlichen, ihr Umfeld und ihre Lebenswelt als Grund für das Scheitern
8. Verbesserungs- und Änderungsvorschläge
9. Neue Wege von Streetwork am Beispiel von Walk Man, Streetwork mit CrackkonsumentInnen in Frankfurt/Main
10. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Streetwork als sozialpädagogischen Ansatz zur Unterstützung von schwer erreichbaren Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum klassische Angebote der Jugendhilfe bei diesen Jugendlichen oft scheitern und inwiefern niedrigschwellige, lebensweltorientierte Konzepte wie das Projekt City-Streetwork in Nürnberg eine effektive Alternative darstellen können, um Verelendung zu vermeiden und Hilfe zur Lebensbewältigung zu leisten.
2.1 Begriffsbestimmung
In der Literatur werden die Begriffe Streetwork, Straßensozialarbeit, Mobile Jugendarbeit und Aufsuchende (Jugend-)Arbeit weitgehend synonym verwendet. Ich werde mich in dieser Arbeit auch an diese (nahezu) gleichwertige Nennung halten. In der Entwicklung von Streetwork wurden diese Begriffe je nach Schwerpunkt der Arbeit und Projekte und Stand der jeweiligen Diskussion des Arbeitsfeldes unterschiedlich bewertet. Als grundsätzliche Unterschiede lassen sich trotz vieler Überschneidungen nennen: Mobile Jugendarbeit wurde in den Freizeitheimen und Freizeitstätten geprägt, die den Gang auf die Straße zur Kontaktierung der Jugendlichen des betreffenden Stadtteils benutzt, um diese in erster Linie zum Besuch der Einrichtungen zu bewegen. Diese „Schlepperfunktion“ hat klassische Streetwork nicht im Sinne. Streetwork — und ihre deutsche Übersetzung Straßensozialarbeit — entstand ursprünglich in der Arbeit in der Drogenszene. Bei Streetwork liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit auf der Straße. Anlaufstellen und Büros dienen (nur) dazu, diese Arbeit mit Angeboten, die in geschlossenen Räumen stattfinden, zu ergänzen.
„Streetwork als lebensweltnaher und niedrigschwelliger Arbeitsansatz kann sozialpädagogische Angebote auch Zielgruppen zugänglich machen, die klassische einrichtungsgebundene Beratungsangebote nicht annehmen. Qualitativ gute Streetwork verfügt in jedem Fall über fundierte Lebensweltkenntnisse und einen reichen Fundus an Handlungs- und Erfahrungswissen“ (Gref, 1995, S. 20). Streetwork ist eine eigenständige Arbeitsform der Jugend- und Sozialhilfe. Das Dienstleistungsangebot spricht die Personengruppen an, die durch andere gesetzlich definierte Leistungsformen der Jugend- und Sozialhilfe nur unzureichend oder gar nicht erreicht werden. StreetworkerInnen begeben sich direkt in die Lebenswelten der betreffenden Zielgruppen und suchen sie an ihren formellen und informellen Treffpunkten auf der Straße auf. Streetwork wird deshalb lebensweltnah und lebensweltorientiert genannt. Ein offenes Angebot und kaum oder sehr geringe Zugangsvoraussetzungen für die Adressaten zeichnen die niederschwellige Herangehensweise von Streetwork aus.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation und den persönlichen Hintergrund des Autors im Bereich der Streetwork sowie die zentrale Problemstellung der Arbeit.
2. Streetwork: Dieses Kapitel definiert den Begriff Streetwork, beschreibt seine Entstehungsgeschichte, rechtliche Grundlagen und konzeptionelle Standards wie Zielgruppen- und Lebensweltorientierung.
3. Konzeption von City-Streetwork, Jugendamt Nürnberg: Hier wird das konkrete Projekt City-Streetwork in Nürnberg detailliert vorgestellt, einschließlich der Arbeitsprinzipien, Methoden und der Anlaufstelle.
4. Zur spezifischen Situation von Jugendlichen: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter sowie die Auswirkungen von Individualisierung und Pluralisierung auf die Lebensbedingungen junger Menschen.
5. Zur Subkultur und Lebenswelt der Punks: Der Autor geht auf die Entstehung, Philosophie und spezifische Lebensweise der Punkszene als wichtige Zielgruppe der Arbeit ein.
6. Fallbeispiele jugendlicher Punks und ihr Weg durch das Hilfesystem: Anhand zweier Fallbeispiele (Karin und Sonja) wird der exemplarische Weg und die Auseinandersetzung Jugendlicher mit dem Hilfesystem aufgezeigt.
7. Analyse der Schwachstellen und Probleme in der Hilfe für Jugendliche: Es folgt eine kritische Analyse, warum Jugendhilfemaßnahmen an strukturellen Hindernissen und der Lebenswelt der Jugendlichen scheitern.
8. Verbesserungs- und Änderungsvorschläge: Dieses Kapitel enthält konkrete Empfehlungen zur Optimierung der Jugendhilfe, insbesondere hinsichtlich Vernetzung und niederschwelliger Angebote.
9. Neue Wege von Streetwork am Beispiel von Walk Man, Streetwork mit CrackkonsumentInnen in Frankfurt/Main: Der Autor stellt das Projekt Walk Man in Frankfurt als innovatives Beispiel für die Arbeit mit einer besonders schwierigen Zielgruppe vor.
10. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit flexibler, akzeptierender Arbeitsansätze in der Jugendhilfe.
Streetwork, Straßensozialarbeit, Jugendhilfe, Lebensweltorientierung, Niederschwelligkeit, Punks, Fallbeispiele, Hilfe zur Lebensbewältigung, Sozialpädagogik, Einzelfallhilfe, Zielgruppenorientierung, Vernetzung, Jugendamt, Krisenintervention, Sozialarbeit
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Arbeitsform Streetwork als sozialpädagogischem Ansatz zur Erreichung von Jugendlichen, die von traditionellen Hilfeeinrichtungen nicht mehr erreicht werden.
Die Arbeit behandelt die konzeptionellen Grundlagen von Streetwork, die spezifische Lebenswelt von Jugendlichen, insbesondere der Punkszene, sowie die Analyse der Schwachstellen im bestehenden Jugendhilfesystem.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Streetwork durch akzeptierende und aufsuchende Arbeit Jugendliche stabilisieren und in bestehende Hilfesysteme integrieren kann, anstatt sie auszugrenzen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse der fachlichen Diskussion zu Streetwork sowie auf der deskriptiven Darstellung von Projektkonzeptionen und exemplarischen Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Projekts City-Streetwork in Nürnberg, die theoretische Verortung von Jugendkultur und Entwicklungsaufgaben sowie eine detaillierte Fehleranalyse im Hilfesystem.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Streetwork, Lebensweltorientierung, Niederschwelligkeit, Partizipation und die kritische Auseinandersetzung mit der Jugendhilfe geprägt.
Sie dienen als praktische Verdeutlichung für die oft schwierigen, langjährigen Verläufe von Straßenkarrieren und zeigen die Konflikte zwischen den betroffenen Jugendlichen, ihren Eltern und dem Jugendamt auf.
Walk Man stellt einen innovativen Ansatz für Crackkonsumenten dar, indem es Streetwork mit mobiler Betreuung und der Bereitstellung von Hotelzimmern kombiniert, um den sofortigen Absturz in die Straßenszene zu verhindern.
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