Diplomarbeit, 2004
139 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Inhaltlicher Aufbau
2 DAS GESUNDHEITSWESEN – EIN ÜBERBLICK
2.1 Definition essentieller Begriffe
2.1.1 Gesundheit
2.1.2 Gesundheitswesen
2.1.3 Gesundheitsökonomie
2.2 Das Gesundheitswesen im globalen Kontext
2.2.1 Globale Betrachtung
2.2.2 Internationaler Vergleich - Wirtschaftssektor Gesundheit
2.2.3 Internationaler Vergleich – Gesundheitszustand
2.3 Das österreichische Gesundheitswesen
2.3.1 Geschichtlicher Rückblick
2.3.2 Berufsgruppen im Gesundheitswesen
2.3.3 Organisation
2.3.4 Finanzierung und Kosten
3 FOKUS: DIE KRANKENANSTALTEN
3.1 Allgemeines
3.2 Krankenanstalten in Österreich
3.3 Organisation und Finanzierung
3.3.1 Krankenhausorganisation - einst und heute
3.3.2 Krankenhausfinanzierung – Das LKF-System
3.4 Krankenhausprozesse – Ein Vergleich zu Produktionsprozessen
3.5 Der OP
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Der OP-Prozess
4 DIE NOTWENDIGKEIT VON OPTIMIERUNGEN IM HEIMISCHEN GESUNDHEITSWESEN
4.1 Ursachen – Der Weg in die Krise
4.1.1 Sozialdemographische Entwicklung
4.1.2 Explosion des Machbaren
4.1.3 Steuerungs- und Organisationsfehler in der Vergangenheit
4.2 Die Gesundheitsreform – Ein ambitionierter, aber wenig effektiver Ansatz
4.3 Gegenwärtige Situation
4.4 Argumente für den Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule – Ein Appell
4.4.1 Chance zur Problemerkennung für Manager und Personal
4.4.2 Datenerhebung
4.4.3 Automatische Prozesserfassung
4.4.4 Großes, aber noch verstecktes und unerkanntes Optimierungspotential
4.4.5 OP-Prozessoptimierung
4.4.6 Kosten/Nutzen-Verhältnis der Simulation
4.4.7 Beeindruckende internationale Benchmarks
4.4.8 Mehr Geld für alternative Nutzung
4.4.9 Ein Ausweg aus der Krise
5 THEORETISCHE GRUNDLAGEN ZU MODERNEN PLANUNGS- UND ANALYSEMODULEN
5.1 Definition essentieller Begriffe
5.1.1 System
5.1.2 Modell
5.1.3 Simulation
5.1.4 Computersimulation
5.1.5 Scheduling
5.2 Anwendung, Einsatzgebiete und Bedeutung der Simulation
5.2.1 Die Geschichte der Simulation
5.2.2 Erfolgsfaktoren der Simulationstechnologie
5.3 Simulationsarten
5.4 Prozess einer Simulationsstudie
5.5 Die Zukunft der Computersimulation – Ein Ausblick
6 DAS PROJEKT – DEFINITION UND ORGANISATION
6.1 Motivation
6.2 Projektteam
6.3 Projektziel
6.3.1 Zielgruppe
6.3.2 Voraussetzungen der Krankenanstalten
6.3.3 Angestrebte Outputs der Simulationsstudie
6.4 Projektplan
7 DARSTELLUNG DER SIMULATIONSSTUDIE – ENTWICKLUNG DES PROTOTYPS
7.1 Problemformulierung
7.2 Datenerhebung und Modellentwicklung
7.2.1 Datenherkunft und -beschreibung
7.2.2 Datenanalyse und Bildung der Modell-Inputdaten
7.2.3 Entwicklung des Modellkonzepts
7.2.4 Das Modellkonzept
7.3 Modellimplementation
7.4 Modellvalidierung
7.5 Statistische Versuchsplanung und Durchführung der Experimente
7.5.1 Anzahl Simulationsläufe – Vertrauensbereich
7.5.2 Faktoren und Antworten
7.5.3 Experimente und Ergebnisse
7.5.4 Die Haupteffekte
8 ERGEBNISANALYSE UND RESÜMEE
8.1 Die Ergebnisse
8.2 Interpretation der Ergebnisse
8.2.1 Faktor: Anzahl der OP-Säle
8.2.2 Faktor: Δt OP-Auf- und Vorbereitung
8.2.3 Faktor: Warteraum-Regel
8.2.4 Anderweitig mögliche Experimente
8.3 Resümee – Abschließendes Statement
Die Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz moderner Planungs- und Analysemodule, insbesondere der Computersimulation und Scheduling-Verfahren, die Effizienz in Krankenhausprozessen gesteigert und Kosten reduziert werden können. Das zentrale Ziel ist es, durch die Entwicklung eines Simulations-Prototypen für einen fiktiven OP-Bereich aufzuzeigen, wie Ineffizienzen identifiziert und durch Prozessoptimierung sowie eine verbesserte Ressourcenplanung aufgelöst werden können.
3.4 KRANKENHAUSPROZESSE – EIN VERGLEICH ZU PRODUKTIONSPROZESSEN
Während in der Fertigungs- und Logistikindustrie der Prozessgedanke bzw. dem damit einhergehenden Prozessmanagement seit vielen Jahren fixer und essentieller Bestandteil des täglichen Wirtschaftens ist, findet diese Orientierung erst langsam Einzug in das Gesundheitswesen. Warum dies so ist und vor allem die Frage nach den fundamentalen Unterschieden zwischen Produktions- und Krankenhausprozessen sind Gegenstand nachfolgender Betrachtung.
Der ständig steigende Kostendruck und die Neuordnung der Finanzierung zwingen das Management in den Krankenanstalten effektiver und kostengünstiger zu wirtschaften. Erst dadurch gewinnt die Gestaltung medizinischer Prozesse immer mehr an Bedeutung. Die Gesundheitsreform sieht Qualitätssicherung bzw. Prozessmanagement verpflichtend vor und fordert zu rentablerem Handeln in den Spitälern auf. Als Folge ergibt sich die Notwendigkeit von Prozessanalyse, Prozessgestaltung und Prozessoptimierung, kurz „das Krankenhaus muss seine Organisation nach neuesten betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen führen und dabei zunehmend die Strukturen und Prozesse nach ökonomischen Prinzipien gestalten und lenken.“
Die Prozessgestaltung im Krankenhaus ist kein einfaches Unterfangen, vor allem auch deshalb, weil der Prozessgedanke in dieser Branche, wie schon erwähnt, ein noch sehr junger ist. Existieren in der Fertigungsindustrie beispielsweise detaillierte Richtlinien und wertvolle Benchmarks, sowie jahrelange Erfahrung in der Prozessorientierung, so fehlen diese Voraussetzungen im Krankenhaus weitgehend. Das Prozessmanagement im Gesundheitswesen steckt in den Kinderschuhen. Klinische Pfade müssen erst ausformuliert und sogenannte „evidence based guidelines“ erst geschaffen werden. Auf Grund der Vielfältigkeit der Aufgabenbereiche im Krankenhaus, herrschte jahrzehntelang eine Funktionsorientierung vor, die nun in eine Prozessorientierung übergehen muss. Die Analyse und Optimierung von klinischen Prozessen ist eine essentielle Aufgabe der sich die öffentlichen Kliniken in Österreich, aber auch in unseren Nachbarländern stellen müssen, um endlich ökonomisch vertretbare Gesundheitseinrichtungen zu schaffen.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung im Gesundheitswesen, der Zielsetzung der Arbeit und des inhaltlichen Aufbaus.
2 DAS GESUNDHEITSWESEN – EIN ÜBERBLICK: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Gesundheit, Gesundheitswesen und Gesundheitsökonomie sowie ein globaler Vergleich der Systeme.
3 FOKUS: DIE KRANKENANSTALTEN: Untersuchung der österreichischen Krankenanstalten, deren Organisation, Finanzierung und der besonderen Rolle des OP-Bereichs als kostenintensive Prozesseinheit.
4 DIE NOTWENDIGKEIT VON OPTIMIERUNGEN IM HEIMISCHEN GESUNDHEITSWESEN: Analyse der Ursachen für die Kostenkrise, wie demografischer Wandel und technischer Fortschritt, und Argumentation für moderne Planungsinstrumente.
5 THEORETISCHE GRUNDLAGEN ZU MODERNEN PLANUNGS- UND ANALYSEMODULEN: Vermittlung der Grundlagen zu System, Modell, Simulation und Scheduling als Basis für die folgende Simulationsstudie.
6 DAS PROJEKT – DEFINITION UND ORGANISATION: Vorstellung des Pilotprojekts, der Zusammensetzung des Projektteams sowie der Anforderungen und angestrebten Ergebnisse.
7 DARSTELLUNG DER SIMULATIONSSTUDIE – ENTWICKLUNG DES PROTOTYPS: Detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens, der Datenaufbereitung, Modellarchitektur und Durchführung der statistischen Experimente.
8 ERGEBNISANALYSE UND RESÜMEE: Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse aus den Experimenten und Ableitung von Empfehlungen für den praktischen Einsatz der Simulationstechnologie.
Gesundheitswesen, Kostenreduktion, Prozessoptimierung, OP-Management, Computersimulation, ARENA, Scheduling, Systemanalyse, Krankenhausmanagement, Effizienzsteigerung, Modellbildung, Operationsprozess, Prozessmanagement, Versuchsplanung, LKF-System
Die Arbeit analysiert die aktuelle Kosten- und Effizienzkrise im österreichischen Gesundheitswesen und prüft den Nutzen moderner Simulations- und Scheduling-Tools zur Prozessoptimierung, insbesondere im Krankenhaus-OP.
Zu den Schwerpunkten zählen die Organisationsstruktur österreichischer Spitäler, die theoretischen Grundlagen der Computersimulation und die praktische Entwicklung eines OP-Simulationsmodells.
Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert von Simulationstechnologien für das Krankenhausmanagement nachzuweisen, um eine wirtschaftlichere Ressourcenplanung zu ermöglichen.
Die Arbeit verwendet eine simulationsbasierte Methodik. Hierbei wird ein realitätsnaher Prototyp in der Software "ARENA" erstellt und mittels statistischer Versuchsplanung (Design of Experiments) analysiert.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Rahmen zu Simulationsmethoden sowie die detaillierte Dokumentation des Projekts: von der Datenerhebung über die Modellkonzeption und -implementierung bis zur Ergebnisinterpretation.
Wichtige Begriffe sind Prozessoptimierung, Kostenreduktion, OP-Management, Systemanalyse und Computersimulation.
Die Simulation ergab, dass eine Umstellung der Patientenpriorisierung auf "low value first" (kurze Eingriffe zuerst) den Patientendurchsatz signifikant erhöhen kann, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen.
Da der entwickelte Prototyp auf realen Daten basiert, aber kein existierendes spezifisches Spital abbildet, liegt der Fokus der Validierung auf der logischen Konsistenz und der Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf die Realität.
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