Diplomarbeit, 2003
120 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Hintergründe
2.1 Wer bzw. was ist ein Stricher? – Der Versuch einer Definition
2.2. Ein kurzer Rückblick in die Geschichte der mann-männlichen Prostitution
2.3 Aus welchen Gründen gehen Jungen bzw. junge Männer heute anschaffen? – Eine Kurzanalyse der unterschiedlichen Problemlagen
2.4 Überblick über die unterschiedlichen Orte und Szenen, in denen Strich stattfindet
2.5 Die Kunden der Stricher
3. Bestandsaufnahme der aktuellen Lebenssituation der Stricher in Deutschland
3.1 Altersstruktur
3.2 Anzahl
3.3 Soziokulturelle Herkunft
3.4 Sexuelle Identität
3.5 Lebens- und Wohnsituation
3.6 Reiseaktivitäten
3.7 Gewaltproblematik
3.8 Drogen- / Beschaffungsproblematik
3.9 Problemfeld Gesundheit
3.9.1 Umgang mit HIV und AIDS sowie anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
3.9.2 Psychische Verfassung und Suchtkrankheiten
3.10 Die aktuelle rechtliche Situation
3.10.1 Das neue Prostitutionsgesetz unter Berücksichtigung der damit verbundenen vielfach veränderten rechtlichen Bestimmungen
3.10.2 Prostitutionsrelevante jugend- und sozialrechtliche Regelungen
3.10.3 Das neue Infektionsschutzgesetz
3.10.4 Die ausländerrechtliche Situation in der Prostitution
3.11 Die aktuelle gesellschaftliche Situation
3.11.1 Homosexualität
3.11.2 Stricher und deren Akzeptanz in der Gesellschaft
3.11.2.1 Doppelte Stigmatisierung der mann-männlichen Prostitution
3.11.3 Hilfsangebote durch staatliche bzw. soziale Institutionen an die Stricher
4. Perspektiven der Stricher
4.1 Lebensperspektiven der Stricher
4.1.1 Kurz- und mittelfristige Perspektiven für das Leben als Stricher
4.1.2 Langfristige Perspektiven für den Ausstieg und die Zeit danach
4.1.2.1 Soziale Zukunftsaussichten
4.1.2.2 Private Zukunftsaussichten
4.2 Rechtliche und politische Perspektiven
5. Sozialpädagogische Konsequenzen und Projekte
5.1 Soziale Arbeit mit Strichern
5.1.1 Leitlinien des Arbeitskreises der deutschsprachigen Stricherprojekte (AKSD)
5.1.1.1 Leitideen
5.1.1.2 Arbeitsbereiche und -methoden
5.1.1.3 Notwendige Rahmenbedingungen
5.1.2 Zukunftsperspektiven der sozialen Arbeit mit Strichern
5.1.2.1 Alles eine Frage des Geldes? – Sozialpädagogische Notwendigkeiten in der Stricherarbeit in Zeiten knapper öffentlicher Mittel
5.2 Vorstellung der bestehenden Stricherprojekte in Deutschland
5.2.1 Exemplarische Vorstellung des Stricherprojektes LOOKS e.V. in Köln
5.2.2 Der Aufbau des Stricherprojektes NACHTFALKE in Essen
6. Schlusswort
Die Diplomarbeit analysiert die Lebenssituation von mann-männlichen Prostituierten (Strichern) in Deutschland unter Berücksichtigung von Hintergründen, psychosozialen Problemlagen, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Stigmatisierung. Ziel ist es, die problematischen Lebensperspektiven kritisch zu beleuchten und sozialpädagogische Interventionsmöglichkeiten sowie die Bedeutung bestehender Hilfsprojekte darzustellen.
2.1 Wer bzw. was ist ein Stricher? – Der Versuch einer Definition
Die Frage, wer bzw. was ein Stricher ist, ist nur scheinbar einfach zu beantworten. Stellvertretend für viele andere Untersuchungen zum Thema soll hier die Definition von EURO-KOPS aufgegriffen werden: „Stricher sind männliche Jugendliche oder junge Männer, die sexuelle Dienstleistungen überwiegend für Männer gegen Geld und / oder materielle Werte anbieten.“ Diese Definition, die wohl auf fast alle mann-männlichen Prostituierten passt, mag auf den ersten Blick einleuchten, ist aber zu weit gefasst, denn sie gilt für ganz unterschiedliche männliche Jugendliche bzw. Männer, deren Tätigkeiten sich stark voneinander unterscheiden können. Der Junge, der aus dem Heim abgängig ist, und nur einen einzigen Sexualkontakt für einen Platz zum Schlafen anbietet, wird hier neben Männer gestellt, die z.B. jahrelang der Beschaffungsprostitution für ihren Drogengebrauch nachgehen oder als selbstständige, professionell arbeitende Callboys ihren Lebensunterhalt verdienen. Somit ist festzustellen, dass eine Verallgemeinerung der Definitionen von männlichen Jugendlichen und Männern in der Sexarbeit ohne nähere Berücksichtigung ihrer exakten prostitutiven Tätigkeit nicht angemessen ist.
Bei genauerer Betrachtung sind allerdings nur zwei wesentliche übergeordnete Kategorien hervorzuheben, zwischen denen nun differenziert werden muss: Zum einen gibt es die Gruppe der professionellen männlichen Prostituierten (in Deutschland in der Regel als Callboys bezeichnet) und zum anderen die Gruppe von Männern oder Jungen, die aus verschiedenen Gründen für kürzere oder längere Zeit anschaffen gehen (in Deutschland meist Stricher genannt).
1. Einleitung: Definiert das Thema der mann-männlichen Prostitution, grenzt Callboys ab und legt das Ziel der Arbeit fest, die Lebenssituation der Stricher zu beschreiben.
2. Hintergründe: Bietet eine Definition, einen historischen Rückblick sowie eine Analyse der Beweggründe und der unterschiedlichen Orte der männlichen Prostitution.
3. Bestandsaufnahme der aktuellen Lebenssituation der Stricher in Deutschland: Detaillierte statistische und soziologische Analyse von Faktoren wie Alter, Gesundheit, Gewaltproblematik, Drogen und rechtlicher Situation.
4. Perspektiven der Stricher: Untersucht die kurz-, mittel- und langfristigen Zukunftsaussichten für das Leben auf dem Strich sowie für einen möglichen Ausstieg.
5. Sozialpädagogische Konsequenzen und Projekte: Erläutert Arbeitsansätze, Leitlinien und Arbeitsmethoden in der Sozialarbeit und stellt beispielhaft zwei Stricherprojekte vor.
6. Schlusswort: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Stricherprojekte trotz schwieriger öffentlicher Finanzlage zu stärken.
Stricher, mann-männliche Prostitution, Jungenprostitution, Sozialpädagogik, Stricherprojekte, Lebenssituation, Aidsprävention, sexuelle Identität, Empowerment, Drogenkonsum, Beschaffungsprostitution, Prostitutionsgesetz, gesellschaftliche Stigmatisierung, Sozialarbeit.
Die Arbeit untersucht die Lebenswirklichkeit von männlichen Jugendlichen und jungen Männern, die in der männlichen Prostitution tätig sind.
Die zentralen Themen sind die psychosoziale Situation, gesundheitliche Risiken (HIV/AIDS), rechtliche Rahmenbedingungen und die soziale Arbeit mit Strichern.
Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der Lebenssituation von Strichern und das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Perspektiven durch soziale Arbeit.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf eigene Erfahrungen und Beobachtungen aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in Stricherprojekten.
Der Hauptteil umfasst eine Bestandsaufnahme der Lebenssituation (Alter, Gesundheit, Drogen) sowie eine detaillierte Analyse der sozialen Arbeit und der bestehenden Hilfsprojekte.
Die wichtigsten Schlagworte sind Stricher, Jungenprostitution, soziale Arbeit, Empowerment, Prostitutionsgesetz und Prävention.
Laut der Arbeit sind Callboys älter, etablierter und arbeiten meist in eigenem Wohnraum, während Stricher stärker von der Straße, finanzieller Not und unstrukturierten Lebensverhältnissen geprägt sind.
Viele Stricher verfügen über keinen Krankenversicherungsschutz und haben aufgrund ihrer Lebenssituation Hemmschwellen gegenüber staatlichen Institutionen oder befürchten dort Diskriminierung.
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