Diplomarbeit, 2010
109 Seiten, Note: 1,3
1 Reformdebatte im Gesundheitswesen
2 Krankenversicherung als soziales Sicherungssystem
2.1 Historische Entwicklung der Krankenversicherung und der sozialen Frage
2.2 Finanzierungsgrundprinzipien eines Sicherungssystems
2.2.1 Kennzeichen des Umlageverfahrens
2.2.2 Kennzeichen des Kapitaldeckungsverfahrens
2.3 Einflussfaktoren auf ein Sicherungssystem
2.3.1 Isolierte Betrachtung der Einflussfaktoren
2.3.2 Erweiterte Betrachtung der Einflussfaktoren
3 Analyse der Belastungsunterschiede zwischen Generationen
3.1 Nachhaltigkeit eines Systems
3.2 Generational Accounting als Analyseinstrument
3.2.1 Ziel
3.2.2 Methodik
3.2.3 Kritik
3.2.4 Anwendung auf die Krankenversicherung
3.3 Vergleich der Finanzierungsgrundprinzipien
3.3.1 Verwendete Datenquellen
3.3.2 Aufbereitungsvorgang der Daten
3.3.3 Berechnungsvorgang der Generationenkonten
3.3.4 Analyse unter Verwendung von aktuellen Parametern
3.3.5 Sensitivitätsanalyse der verwendeten Parameter
3.3.6 Umlage und Kapitaldeckungsverfahren im demographischen Wandel
3.4 Ansatz einer Generationengerechtigkeit in der Krankenversicherung
3.5 Folgerungen
3.5.1 Initiale Entscheidung für ein Finanzierungsprinzip
3.5.2 Wechsel des Finanzierungsprinzips
4 Zukunft der Krankenversicherungen
4.1 Modell der integrierten Krankenversicherung
4.2 Integration des Kapitalstocks aus privaten Versicherungsverhältnissen
4.3 Annahmen über zukünftige Entwicklungen
5 Forschungsausblick
5.1 Zusammenfassung
5.2 Grenzen des GA und der Gerechtigkeitstheorie
5.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht generationelle Belastungsunterschiede im deutschen Krankenversicherungssystem. Dabei wird analysiert, wie verschiedene Finanzierungsmethoden (Umlage- vs. Kapitaldeckungsverfahren) die Gerechtigkeit zwischen den Generationen beeinflussen, insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels.
3.2.1 Ziel
Das ursprüngliche Vorhaben, das zur Entwicklung der Generationenbilanzierung (Generational Accounting) geführt hatte, war die Analyse des staatlichen Steuersystems und mit ihm die Verschuldung eines Staats. Den Grundstein hat die Infragestellung der Korrektheit einer veröffentlichten Absolutzahl der Staatsverschuldung gelegt. Wie eine angewendete Berechnungsmethode zu ihrem Ergebnis gelangt, verdeckt der Schleier einer „kreativen Buchführung“. Damit ist gemeint, je nachdem wie die tatsächlichen Ein- und Ausgaben deklariert werden, fließen sie in die Schuldenberechnung mit ein oder nicht. Die mit dieser konventionellen Berechnungsmethode resultierende Schuldenhöhe unterliegt damit potentiell einer Willkür des Berechnungsverfahrens. Selbst wenn die Kostenelemente standardisiert bezeichnet wären, gäbe es noch die Dynamik der politischen Entscheidungen mit ihren kurzfristigen Zielen, die eine implizite Staatsschuld und deren Lastträger nicht zu identifizieren vermögen.
Um eine objektive Staatsschuld zu beziffern, ist ein transparenter und nachvollziehbarer Berechnungsweg nötig. Mit diesem Ziel und mit der Anforderung, die belasteten Generationen zu identifizieren, wurde das Generational Accounting Instrument entwickelt. Den Grundstein legten Auerbach, Gokhale und Kotlikoff im Jahre 1994. Die folgenden Beschreibungen beruhen auf dieser Veröffentlichung.
1 Reformdebatte im Gesundheitswesen: Dieses Kapitel erläutert die ständigen Systemreformen im Gesundheitswesen und führt in die Problematik der Belastungsverschiebungen zwischen den Generationen ein.
2 Krankenversicherung als soziales Sicherungssystem: Es werden die historischen Grundlagen, die Finanzierungsprinzipien Umlageverfahren und Kapitaldeckungsverfahren sowie deren Einflussfaktoren dargestellt.
3 Analyse der Belastungsunterschiede zwischen Generationen: Hier findet die Kernanalyse mittels Generational Accounting statt, um Belastungen der Generationen zu identifizieren und Gerechtigkeitstheorien auf das Versicherungssystem anzuwenden.
4 Zukunft der Krankenversicherungen: Dieses Kapitel entwirft das Modell einer integrierten Krankenversicherung, um die Nachteile der bisherigen Systeme durch eine Mischfinanzierung zu überwinden.
5 Forschungsausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Diskussion der Grenzen des methodischen Ansatzes sowie Ausblick auf weitere Forschungsfelder.
Generationengerechtigkeit, Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Umlageverfahren, Kapitaldeckungsverfahren, Generational Accounting, Demographischer Wandel, Nachhaltigkeit, Finanzierungsprinzip, Sozialversicherung, Altersquotient, Gesundheitskosten, Reformdebatte, Integrierte Krankenversicherung, Generationenbilanz.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Identifizierung von generationellen Belastungsunterschieden im deutschen Gesundheitssystem und untersucht, wie verschiedene Finanzierungsmethoden diese Unterschiede beeinflussen.
Im Fokus stehen das Umlageverfahren (UV), das Kapitaldeckungsverfahren (KdV), demographische Veränderungen und die Gerechtigkeitsbewertung innerhalb der sozialen Sicherung.
Ziel ist es zu klären, ob eine Reform der GKV auf struktureller Basis notwendig ist und ob ein Kapitaldeckungsverfahren dazu beitragen kann, als ungerecht empfundene Belastungsunterschiede zwischen Generationen zu lösen.
Die Autorin verwendet das Instrument des "Generational Accounting", um die finanzielle Belastung verschiedener Generationen qualitativ zu analysieren und zu visualisieren.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, vergleicht Finanzierungsprinzipien, untersucht Sensitivitätsfaktoren wie Demographie und Wachstum und diskutiert Ansätze zur Generationengerechtigkeit.
Die wichtigsten Schlagworte sind Generationengerechtigkeit, Generational Accounting, GKV, Umlageverfahren, Kapitaldeckung und demographischer Wandel.
Der Begriff beschreibt eine Situation, in der heutige Generationen Leistungen in Anspruch nehmen, die sie durch eigene Beiträge über ihre Lebensdauer nicht vollständig finanzieren, wodurch implizite Schulden an zukünftige Generationen weitergegeben werden.
Ein vorgeschlagenes Zukunftsmodell, das GKV und PKV in einem einheitlichen System zusammenführt, um Segmentierungen aufzuheben und die Finanzierung durch einen Mix aus Umlage- und Kapitaldeckung zu stabilisieren.
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