Bachelorarbeit, 2010
121 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Norm
2.2 Soziale Kontrolle
2.3 Devianz und Dissozialität
2.4 Delinquenz
2.5 Abweichendes Verhalten
2.6 Kriminalität
2.7 Jugend
2.8 Jugendkriminalität
3 Theorien abweichenden Verhaltens
3.1 Die historischen Erklärungsansätze abweichenden Verhaltens
3.1.1 Die Klassische Schule der Kriminologie
3.1.2 Die positivistische, anthropogenetische Kriminologie
3.1.3 Mehrfaktorenansätze und kriminelle Handlungen
3.1.4 Psychologische Theorien
3.1.5 Soziologische Erklärungsversuche
3.2 Die Anomietheorie
3.3 Die Theorie des differentiellen Lernens
3.4 Die Subkulturtheorie und die Kulturkonflikttheorie
3.5 Der Labeling Approach
3.6 Neue Forschungsperspektiven
4 Entwicklung der Jugendkriminalität
4.1 Kriminalstatistik des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und die Polizeiliche Kriminalstatistik
4.1.1 Kommunale Statistik des Landkreises Heidenheim
4.2 Tatverdächtigenbelastung der Jugendlichen und Heranwachsenden
4.3 Auffälligkeiten jugendspezifischer Delikte
4.3.1 Diebstahl
4.3.2 Körperverletzung
4.3.3 Sachbeschädigung
4.3.4 Gewaltkriminalität
4.4 Strafverfolgungsstatistik
4.5 Rückfallstatistik
4.6 Hell- und Dunkelfeld
4.7 Risikofaktoren
4.7.1 Biologische und psychologische Faktoren
4.7.2 Soziale Einflussfaktoren
4.7.3 Individuelle Bedingungen, erworbene Persönlichkeitseigenschaften und Verhaltenstendenzen
4.8 Öffentliche Wahrnehmung der Jugendkriminalität
4.9 Kriminalprävention
4.9.1 Spezial- und Generalprävention
4.9.2 Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention
4.9.3 Bereiche der Prävention
4.9.4 Kommunale Kriminalprävention
5 Reaktionen auf Jugendkriminalität - Das Jugendstrafrecht
5.1 Grundsätzliches zu Jugendgerichtsgesetz und Jugendstrafrecht
5.1.1 Anwendungsbereich des Jugendgerichtsgesetzes
5.1.2 Jugendstrafverfahren
5.1.3 Systematik und Zielsetzung des Jugendgerichtsgesetzes
5.1.4 Prinzipien des Jugendstrafrechts
5.1.5 Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht
5.2 Diversion
5.3 Rechtsfolgen
5.4 Erziehungsmaßregeln
5.4.1 Weisungen
5.4.2 Erziehungsbeistandschaft und Heimerziehung
5.5 Zuchtmittel
5.6 Jugendstrafe
5.7 Die Jugendgerichtshilfe
5.8 Die Bedeutung der Erziehungsberechtigten
5.9 Statistische Daten
5.10 Zur Sinnhaftigkeit eines schärferen Jugendstrafrechts
6 Der Umgang mit Jugendkriminalität in der stationären Jugendhilfe
6.1 Einführung und Methode
6.1.1 Interviewpartner
6.2 Ergebnisse der Befragung
6.2.1 Allgemeiner Teil
6.2.2 Einfluss des Merkmals der Straffälligkeit in der pädagogischen Arbeit im Heimalltag
6.2.3 Möglichkeiten bezüglich des Merkmals der Straffälligkeit im Heimalltag
6.2.4 Konzepte, Ideen oder Vorschläge für einen offeneren Umgang
6.2.5 Konkrete Maßnahmen im Umgang mit straffälligen Jugendlichen
6.2.6 Erklärungen für die hohe Rückfälligkeit von jugendlichen Straftätern
6.2.7 Schutzmöglichkeiten für jugendliche Straftäter vor erneuter Straffälligkeit
6.2.8 Möglichkeiten zur Umsetzung präventiver Maßnahmen für jugendliche Straftäter im Heimalltag
6.2.9 Wirkungen und Erwartungen
6.2.10 Heimerziehung statt Jugendstrafe?
6.2.11 Meinungen zu einer Verschärfung des Jugendstrafrechts
6.3 Bewertung der Interviews
6.3.1 Handlungsempfehlungen
7 Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht den Stellenwert von Jugendkriminalität in der stationären Jugendhilfe und analysiert, inwieweit das Thema vor Ort offen behandelt oder tabuisiert wird. Dabei wird erforscht, welche pädagogischen Konzepte und Handlungsmöglichkeiten existieren, um präventiv und intervenierend mit straffällig gewordenen Jugendlichen zu arbeiten.
6.2.6 Erklärungen für die hohe Rückfälligkeit von jugendlichen Straftätern
Der Freundeskreis der Jugendlichen, also die Peergroup, stellt für die meisten Interviewpartner einen entscheidenden Faktor für die Rückfälligkeit jugendlicher Straftäter dar. Dies begründen sie damit, dass die Jugendlichen, die straffällig werden auch nach der Tat noch in dem Freundeskreis agieren, durch den sie vielleicht erst zur Straffälligkeit gekommen sind, und dann sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie erneut straffällig werden natürlich um ein Vielfaches größer.
Denn heutzutage würden die Jugendlichen sehr stark von ihrem sozialen Umfeld beeinflusst werden und handeln nach den dort geltenden Werten und Normen, zu denen oft auch Kriminalität als akzeptiertes Verhalten zähle. Zudem bemerkte ein anderer Gesprächspartner, dass die Einsicht in die Peergroups fehle und dass es in solchen Gruppierungen häufig zu Bagatellisieren, Normalisieren und Abschwächen von Straftaten bis hin zu einer Legitimierung von Normverletzungen kommen würde und eine erhöhte Gewaltbereitschaft provoziert werde.
Außerdem bestehe in vielen Peergroups der Druck, sich gegenüber den anderen Jugendlichen behaupten zu müssen und mit begangenen Straftaten zu prahlen, um bei ihnen als Gleichgestellte zu gelten, wodurch eine Art Teufelskreis entstehe. Dabei spielt nach Meinung eines Interviewpartners auch die gesamte derzeitige Jugendkultur eine tragende Rolle, denn in Songtexten aus der Hip-Hop- und Rap-Szene würden Straftaten und kriminelles Verhalten meist verharmlost bzw. es gehe sogar so weit, dass Jugendliche regelrecht zu Straffälligkeit angetrieben werden, da es als „cool“ dargestellt wird.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Themenfeld der Jugendkriminalität in der stationären Jugendhilfe ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Rolle und zum Umgang mit straffälligen Jugendlichen in Heimeinrichtungen.
2 Definitionen: Zentrale Begriffe wie Norm, soziale Kontrolle, Devianz, Delinquenz, Kriminalität und Jugend werden definiert, um ein wissenschaftliches Verständnis für die weitere Analyse zu schaffen.
3 Theorien abweichenden Verhaltens: Das Kapitel gibt einen Überblick über historische, klassische und moderne soziologische Theorien zur Entstehung von abweichendem Verhalten und Kriminalität.
4 Entwicklung der Jugendkriminalität: Anhand polizeilicher Kriminalstatistiken und wissenschaftlicher Analysen wird die Entwicklung und Verteilung von Jugenddelinquenz sowie deren Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten dargelegt.
5 Reaktionen auf Jugendkriminalität - Das Jugendstrafrecht: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen des Jugendgerichtsgesetzes sowie die verschiedenen pädagogischen Sanktions- und Interventionsmöglichkeiten.
6 Der Umgang mit Jugendkriminalität in der stationären Jugendhilfe: Der Hauptteil der Arbeit präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Befragung von Fachkräften der Heimerziehung hinsichtlich ihres täglichen Umgangs mit dem Phänomen Jugendkriminalität.
7 Schlussbemerkungen: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, wobei insbesondere die Notwendigkeit einer aktiven pädagogischen Auseinandersetzung mit Straffälligkeit statt deren Tabuisierung betont wird.
Jugendkriminalität, stationäre Jugendhilfe, Heimerziehung, Delinquenz, Jugendstrafrecht, Sozialpädagogik, Prävention, Erziehungsmaßregeln, Rückfälligkeit, Peergroup, Labeling Approach, Konfrontative Pädagogik, Experteninterviews, Jugendgerichtshilfe, Wertevermittlung.
Die Arbeit untersucht den Umgang der stationären Jugendhilfe mit Jugendlichen, die durch Kriminalität auffällig geworden sind, und beleuchtet die pädagogischen Herausforderungen in diesem Kontext.
Neben den theoretischen Grundlagen abweichenden Verhaltens liegt der Fokus auf der aktuellen Kriminalstatistik, der rechtlichen Einordnung durch das Jugendstrafrecht und der empirischen Auswertung der Praxis in Jugendhilfeeinrichtungen.
Das Ziel ist es, den Stellenwert von Jugendkriminalität im Heimalltag zu klären und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte mit straffälligen Jugendlichen arbeiten und wo Potenziale zur Verbesserung liegen.
Die Autorin führte 15 qualitative Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften aus verschiedenen stationären Wohngruppen durch, um praxisnahe Einblicke in den Umgang mit straffälligen Jugendlichen zu gewinnen.
Der Hauptteil analysiert, wie das Merkmal der Straffälligkeit die pädagogische Arbeit beeinflusst, welche Konzepte für den Umgang mit kriminellen Jugendlichen existieren und warum Rückfälligkeit auftritt.
Wichtige Begriffe sind Jugendkriminalität, stationäre Jugendhilfe, Erziehungsmaßnahmen, Rückfälligkeit, Peergroup-Einfluss und die Rolle der Jugendgerichtshilfe.
Die Interviews zeigen, dass Fachkräfte das Thema oft als zu komplex empfinden oder dazu neigen, die Verantwortung für strafrechtliche Aspekte an externe Stellen abzugeben, statt es direkt in den pädagogischen Alltag zu integrieren.
Die Arbeit plädiert für den stärkeren Einsatz von Methoden wie der konfrontativen Pädagogik, der sozialen Gruppenarbeit und der Erlebnispädagogik, um straffälligen Jugendlichen gezielt alternative Perspektiven aufzuzeigen.
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