Bachelorarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Legasthenie/Dyslexie/Leserechtschreibschwierigkeiten bzw. -schwächen(LRS)
2.1 Begriffsklärungen
2.2 Ursachen und Erscheinungsformen
3. Schriftspracherwerb
3.1 Die Teilleistungen Lesen, Schreiben, Rechtschreiben
3.1.1 Teilbereich Schreiben
3.1.2 Teilbereich Rechtschreiben
3.1.3 Teilbereich Lesen
3.2 Der Paradigmenwechsel- Veränderte Überlegungen für den Schriftspracherwerb
4. Bielefelder Screening (BISC)
4.1 Allgemeines
4.2 Zielgruppe
4.3 Theoretisches Konstrukt
4.3.1 Phonologische Bewusstheit
4.3.2 Aufmerksamkeit und Gedächtnis
4.3.2.1 Schneller Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
4.3.2.2 Phonetisches Rekodieren im Kurzzeitgedächtnis
4.3.2.3 Visuelle Aufmerksamkeitssteuerung
4.4 Aufbau und Durchführung
4.4.1 Allgemeines zur Durchführung
4.4.2 Die Untertests im Überblick
4.5 Auswertung und Interpretation der Testergebnisse
4.6 Testtheoretische Grundlagen und Testgütekriterien
4.6.1 Objektivität des BISC
4.6.2 Reliabilität des BISC
4.6.3 Prognostische Validität des BISC
4.7 Kritik
5. Würzburger Trainingsprogramm (WüT)
5.1 Prävention und Förderung bei Legasthenie
5.2 Entwicklung und Aufbau des Programms
5.3 Hinweise zur Durchführung
5.4 Wirksamkeit des Programms und Kritik
6. Fazit
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Bielefelder Screening (BISC) und das Würzburger Trainingsprogramm (WüT) als Diagnose- bzw. Förderinstrumente zur Prävention von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten im Vorschulalter geeignet sind. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Nutzen dieser Verfahren bei der Identifizierung von Risikokindern und der anschließenden gezielten Förderung ihrer Vorläuferkompetenzen.
3.1.2 Teilbereich Rechtschreiben
Die Kompetenz, fehlerfrei zu schreiben, baut auf der Kompetenz des Schreibens auf. Sie gehört zu den modernen Schlüsselqualifikationen, die vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen große Probleme bereitet. Die Rechtschreibung zu erlernen ist nach heutigen Auffassungen viel komplizierter als das Lesenlernen. In der Praxis wird beobachtet, dass in der Grundschule massive Rechtschreibschwierigkeiten häufiger als Leseprobleme vorkommen und die Förderung sich hier als schwieriger gestaltet (vgl. Günther 2007: 16f.).
Wichtig ist, dass die Kinder die Rechtschreibung selbst entdecken. Die Erkenntnisse über den Erwerb der Rechtschreibung bauen auf den Methoden des Spracherwerbs auf. Kinder besitzen die Fähigkeit, „sich Sprache grundsätzlich selbst über aktive, entdeckende Prozesse (hypothesentestendes Verfahren) anzueigenen.“ (Spitta 1988: 71) Kinder bemächtigen sich der Sprache, indem sie versuchen, aktiv und kreativ sprachliche Konstruktionen entstehen zu lassen, die ihre Bedürfnisse, Absichten und Wünsche ausdrücken können- sie wollen kommunikativ sein. Sie kategorisieren die Sprache ihrer Umwelt, entdecken (vermeintliche) Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten, die sie immer wieder in Annäherung an die Erwachsenensprache korrigieren. Somit sind Schulanfänger zumindest sprachlich gesehen keine Anfänger, sondern verfügen über ein linguistisches Grundwissen. Die Fähigkeit der Kinder, Sprache selbstständig experimentierend und aktiv explorierend zu entdecken, ist für den Erwerb der Rechtschreibung von großer Bedeutung (vgl. Spitta 1988: 71ff.). Es wird davon ausgegangen, dass Kinder verschiedene Phasen während des Erwerbes der Rechtschreibkompetenzen durchlaufen. In diesen Phasen verfolgen sie unterschiedliche Strategien, welche zum Teil zu richtigen Schreibungen, zum Teil auch zu entwicklungstypischen Fehlern führen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schriftspracherwerbs als Schlüsselkompetenz und führt in die Problematik von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten sowie den Bedarf an vorschulischer Diagnostik und Förderung ein.
2. Legasthenie/Dyslexie/Leserechtschreibschwierigkeiten bzw. -schwächen(LRS): Dieses Kapitel klärt die unterschiedlichen Begriffe und Ursachen von Lese-Rechtschreibstörungen und setzt sich mit der wissenschaftlichen Debatte zur Differenzierung der Störungsbilder auseinander.
3. Schriftspracherwerb: Hier werden die Teilleistungen Lesen, Schreiben und Rechtschreiben charakterisiert und der Paradigmenwechsel hin zur Prozessorientierung in der Forschung erläutert.
4. Bielefelder Screening (BISC): Das Kapitel liefert eine detaillierte Darstellung und kritische Analyse des BISC, seines theoretischen Konstrukts, der Testdurchführung sowie der testtheoretischen Gütekriterien.
5. Würzburger Trainingsprogramm (WüT): Dieses Kapitel stellt das Würzburger Trainingsprogramm vor, erläutert dessen Aufbau sowie Regeln und bewertet seine Wirksamkeit hinsichtlich der Prävention von Schriftsprachproblemen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zieht Bilanz über den Stand der vorschulischen Legasthenieprävention durch die untersuchten Verfahren.
Legasthenie, LRS, Schriftspracherwerb, Frühdiagnose, Bielefelder Screening, BISC, Würzburger Trainingsprogramm, WüT, phonologische Bewusstheit, Vorläuferkompetenzen, Prävention, Förderung, Schriftsprachforschung, Teilleistungen, Testgütekriterien.
Die Arbeit analysiert die Eignung des Bielefelder Screenings (BISC) zur Früherkennung sowie des Würzburger Trainingsprogramms (WüT) zur Förderung von Kindern mit einem Risiko für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten im Vorschulalter.
Die Schwerpunkte liegen auf den Begriffsklärungen der Legasthenie, dem Schriftspracherwerb als Prozess, der vorschulischen Diagnostik durch das BISC und der Wirksamkeit vorschulischer Förderprogramme wie dem WüT.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Kombination von frühzeitiger Diagnose mittels des BISC und einer darauf abgestimmten vorschulischen Förderung drohende Probleme im Schriftspracherwerb gemildert oder präventiv abgewendet werden können.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Stand der Forschung zu Legasthenie, Diagnostik und Prävention sowie die theoretischen Grundlagen und die empirische Wirksamkeit der genannten Instrumente kritisch aufzuarbeiten.
Im Hauptteil erfolgt eine ausführliche Darstellung der Vorläuferkompetenzen, der Konzeption des BISC, der testtheoretischen Grundlagen, der Durchführung von Trainingsprogrammen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschung zur Wirksamkeit dieser Verfahren.
Wichtige Begriffe sind Legasthenie, LRS, BISC, Würzburger Trainingsprogramm, phonologische Bewusstheit, Prävention, Frühdiagnose, Vorläuferkompetenzen und Schriftspracherwerb.
Legasthenie wird als dauerhaftes, neurobiologisch begründetes Krankheitsbild definiert, während Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten oft temporär und durch äußere Faktoren oder mangelnde Voraussetzungen bedingt sein können.
Die Kombination zielt sowohl auf die notwendige phonologische Bewusstheit als auch auf die spielerische Vermittlung der Graphem-Phonem-Korrespondenz ab, was den Kindern einen signifikant erfolgreicheren Start in den Schriftspracherwerb ermöglicht.
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