Doktorarbeit / Dissertation, 2009
450 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Phänomen (idiopathisches) Stottern
2.1 Terminologie
2.2 Definitionsversuche
2.3 Ätiologie des Stotterns
2.4 Phänomenologie des Stotterns
2.4.1 Kernsymptome
2.4.2 Begleitsymptomatik
2.4.2.1 Mitbewegungen
2.4.2.2 Sprachliches Vermeidungsverhalten
2.4.2.3 Einstellungen und vegetative/emotionale Reaktionen
2.4.2.4 Situatives und personales Vermeidungsverhalten
2.4.2.5 Respiratorische Auffälligkeiten
2.4.2.6 Veränderungen der Phonation und der Prosodie
2.5 Stottern auf der Basis der ICF
2.5.1 Biopsychosoziales Modell der ICF
2.5.2 Therapeutische Implikationen
2.5.3 Bedeutung der ICF für die Studie dieser Arbeit
2.6 Behandlungsmöglichkeiten des Stotterns
2.6.1 Indirekte Therapie
2.6.2 Direkte Therapie des Stotterns
2.6.2.1 Stottermodifikation/Stottering Management
2.6.2.1.1 Leiser, weicher, gedehnter Stimmeinsatz
2.6.2.1.2 Lautvorschaltung
2.6.2.1.3 Lockere Silbenwiederholungen
2.6.2.1.4 Nachbesserung
2.6.2.1.5 Pull-out
2.6.2.2 Fluency Shaping
2.6.2.2.1 Sprechen mit durchgängiger Phonation
2.6.2.2.2 Rhythmisches Sprechen
2.6.2.2.3 Verlangsamung der Sprechgeschwindigkeit
2.6.2.2.4 Prolongiertes Sprechen
2.6.2.3 Kombination von Fluency Shaping und Stottermodifikation
2.6.3 Sprechhilfen
2.6.3.1 Simultansprechen und Chorsprechen
2.6.3.2 Schattensprechen
2.6.3.3 Maskierung
2.6.3.4 Verzögerte auditive Rückmeldung
2.6.3.5 Frequenzverschobene auditive Rückkoppelung
2.6.3.6 Biofeedback
2.6.3.7 Metronom
2.6.3.8 Pacing Board
2.6.4 Unterstützende Maßnahmen
2.6.4.1 Atemtherapie
2.6.4.2 Medikamentöse Behandlung
2.6.5 Psychosoziale Methoden
2.6.5.1 Angstabbau-Training
2.6.5.2 In-vivo-Training
2.6.5.3 Information und Aufklärung über Stottern
2.6.5.4 Angehörigenarbeit
2.7 Erfolg in der Stottertherapie
3. Neurogenes Stottern in der Literatur
3.1 Versuch einer definitorischen Abklärung
3.1.1 Für diese Arbeit gültige Definition neurogenen Stotterns
3.2 Terminologie
3.2.1 Diskussion um den Begriff neurogenes „Stottern“
3.3 Prävalenz neurogenen Stotterns
3.4 Geschlechterverteilung, Alter und Händigkeit
3.5 Ätiologie
3.5.1 Zerebrovaskuläre Erkrankungen/Schlaganfälle
3.5.2 Schädeltraumata/ Hirntraumata/ Schädelhirntraumata
3.5.3 Epilepsie
3.5.4 Neurodegenerative Erkrankungen des ZNS
3.5.5 Morbus Parkinson
3.5.6 Multiple Sklerose
3.5.7 Demenz/ Morbus Alzheimer
3.5.8 Hirntumore/ Hirndrucksymptomatik
3.5.9 Operativer Eingriff
3.5.10 Medikamenteneinnahme/Intoxikationen
3.5.11 Sonstige neurologische Erkrankungen/Ereignisse
3.6 Läsionsorte
3.7 Begleitende Sprachstörungen
3.7.1 Neurogenes Stottern und Aphasie
3.8 Symptomatik
3.8.1 Charakteristika des neurogenen Stotterns
3.8.2 Kernsymptomatik
3.8.2.1 Lokalisation der Symptome
3.8.2.2 Personen- und Situationsabhängigkeit der Schwere des Stotterns
3.8.2.3 Sprechaufgaben/Propositionalität
3.8.2.4 Adaptionseffekt
3.8.2.5 Auftretenshäufigkeit der Symptome bei Wörtern unterschiedlicher Wortklassen
3.8.3 Begleitsymptome
3.8.3.1 Motorische Begleitsymptome
3.8.3.2 Emotionale und/oder psychosoziale Reaktionen
3.9 Diagnosestellung neurogenen Stotterns
3.9.1 Abgrenzung neurogenen Stotterns von idiopathischem Stottern
3.9.2 Abgrenzung neurogenen Stotterns von psychogenem Stottern
3.9.3 Abgrenzung neurogenen Stotterns von aphasischen Symptomen
3.9.4 Abgrenzung neurogenen Stotterns von anderen unflüssigen Störungen
3.10 Transientes versus persistierendes neurogenes Stottern
3.11 Einsetzen des neurogenen Stotterns
3.12 Behandlung des neurogenen Stotterns
3.12.1 Behandlungsansätze
4. Vorstellung und Konzeption der Studie
4.1 Forschungsfragen und Zielsetzung der Studie
4.2 Hypothesen
4.3 Methodologische Überlegungen und Vorarbeiten
4.3.1 Zugangswege der Informationsgewinnung über neurogenes Stottern
4.3.1.1 Neurogen stotternde Personen
4.3.1.2 Angehörige und/oder Bezugspersonen neurogen stotternder Personen
4.3.1.3 Therapeuten neurogen stotternder Patienten
4.3.1.4 Neurologen, die neurogen stotternde Patienten behandeln
4.3.2 Art der Studie und Auswahl der Erhebungsmethode
4.4 Definition der Grundgesamtheit
4.5 Exkurs: Zusammenstellung der Adressendatenbank
4.6 Untersuchungsbereich
4.7 Untersuchungszeitraum
4.8 Entwicklung des Erhebungsinstruments
4.8.1 Makroplanung
4.8.1.1 Bestandsaufnahme
4.8.1.2 Vergleichbare Studien zum neurogenen Stottern
4.8.2 Mikroplanung
4.8.2.1 Zu gewinnende Informationen
4.8.2.2 Ausgegliederte Themengebiete und Grenzen der Untersuchung
4.8.2.3 Formale Struktur der Fragen
4.8.2.3.1 Inhaltliche Struktur der Fragen
4.8.2.4 Befragungstechnische Überlegungen zur Fragensukzession
4.8.2.5 Aufbau des Fragebogens
5. Evaluierung des Erhebungsinstruments
5.1 Erste Phase: Kognitive Laborverfahren
5.1.1 Kognitive Verfahren
5.1.1.1 Think-Aloud Technik
5.1.1.2 Paraphrasing
5.1.1.3 Probing
5.1.1.4 Confidence Ratings
5.1.2 Stichprobe für die kognitiven Interviews
5.1.3 Durchführung der kognitiven Interviews
5.1.4 Wahl der Analyse- und Auswertungsmethoden
5.1.4.1 Behavior Coding
5.1.5 Ergebnisse der kognitiven Pretests
5.1.5.1 Diskussion: Vor- und Nachteile kognitiver Laborverfahren/Aussagekraft kognitiver Laborverfahren
5.2 Zweite Phase des Pretests: Feld-Pretest ohne Beobachtung
5.2.1 Zielsetzung des Feld-Pretests
5.2.2 Stichprobenziehung
5.2.3 Durchführung des Feld-Pretests
5.2.4 Split-Ballot-Verfahren
5.2.5 Ergebnisse des Feld-Pretests
5.2.5.1 Rücklaufquote
5.2.5.2 Benötigte Bearbeitungszeit
5.2.5.3 Inhaltliche Konsistenz, Response-Sets, Missings
5.2.5.4 Tendenz zur Mitte, Beurteilung von Kontexteffekten
5.2.5.5 Auswahl einer Fragebogenvariante
6. Organisation, Methodik und zeitlicher Rahmen der Hauptstudie
6.1 Art der Stichprobe
6.2 Organisation der Hauptstudie
6.2.1 Vorabschreiben
6.2.2 Fragebogenversendung
6.2.3 Nachfassaktion
6.2.4 Rücklaufquoten
6.3 Datenerfassung und Datenaufbereitung
6.3.1 Datensätze
6.4 Art der Datenauswertung
6.4.1 Methodik der Datenauswertung
7. Befunddarstellung und Interpretation der Ergebnisse
7.1 Beschreibung der Cluster
7.2 Prävalenz neurogenen Stotterns
7.3 Mögliche Eigentümlichkeiten neurogenen Stotterns
7.3.1 Geschlechterverteilung und Händigkeit
7.3.2 Alter der neurogenen Stotternden
7.3.3 Zustand des Patienten zu Beginn der Therapie
7.3.3.1 Allgemeiner Gesundheitszustand
7.3.3.2 Schwere des Stotterns
7.3.3.3 Leidensdruck aufgrund des Stotterns
7.3.3.4 Negative Auswirkungen des Stotterns
7.3.3.5 Therapiemotivation
7.3.4 Stottern im Kindesalter
7.3.5 Symptomatik
7.3.5.1 Kernsymptome
7.3.5.1.1 Auftretenshäufigkeit der Kernsymptome
7.3.5.1.2 Art und Auftretenshäufigkeit der Repetitionen
7.3.5.1.3 Symptome bei unterschiedlichen Wortklassen
7.3.5.1.4 Symptome bei unterschiedlichen Sprechaufgaben
7.3.5.1.5 Lokalisation der Symptome im Satz
7.3.5.1.6 Lokalisation der Symptome im Wort
7.3.5.2 Begleitsymptome
7.3.5.3 Sonstige symptombezogene Aspekte
7.3.5.3.1 Bizarre Sprache
7.3.5.3.2 Schlechte (vorzeitige) Symptomwahrnehmung
7.3.5.3.3 Adaptionseffekt
7.3.6 Begleitende Sprachstörungen
7.3.6.1 Schwere des neurogenen Stotterns bei begleitenden Sprachstörungen
7.3.6.1.1 Stottern und Aphasie
7.3.6.1.2 Zusammenhang der Schwere des Stotterns mit anderen Faktoren
7.3.7 Ätiologie
7.3.8 Begleitende psychische Erkrankungen
7.3.8.1 Ausschluss psychologischer Ursache
7.3.9 Zeitspanne zwischen dem neurologischen Ereignis und dem Einsetzen des Stotterns
7.3.10 Läsionsort
7.4 Behandlung neurogenen Stotterns
7.4.1 Therapieziele
7.4.2 Art der Behandlung
7.4.3 Anzahl eingesetzter Behandlungsformen
7.4.4 Formen der direkten Stottertherapie
7.4.5 Bandbreite eingesetzter Methoden
7.4.6 Anzahl eingesetzter stottertherapeutischer Methoden
7.4.7 Schwerpunkt der Behandlung
7.4.8 Psychosoziale Methoden
7.4.9 Dauer der Therapie
7.5 Möglichkeiten und Grenzen in der Behandlung neurogenen Stotterns
7.5.1 Probleme und Schwierigkeiten
7.5.2 Erreichen des Therapiezieles
7.5.3 Erlernen der zentralen stottertherapeutischen Methode
7.5.4 Anwendung der zentralen stottertherapeutischen Methode
7.5.5 Transfer in unterschiedliche Sprechsituationen
7.5.6 Sprachliche Veränderungen
7.5.7 Veränderungen auf der psychosozialen Ebene
7.5.7.1 Veränderung des Leidensdrucks
7.5.7.2 Aktivität und Partizipation
7.5.7.3 Negative Auswirkungen des Stotterns auf das alltägliche Leben
7.5.7.4 Sprachliche und psychosoziale Verbesserungen
7.5.7.5 Zustand am Ende der Therapie
8. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
8.1 Güte des Erhebungsinstrumentes
8.2 Diskussion um mögliche Eigentümlichkeiten neurogenen Stotterns
8.3 Art der Behandlung neurogenen Stotterns
8.4 Diskussion um die Möglichkeiten und Grenzen in der Behandlung neurogenen Stotterns
8.4.1 Erreichen des Therapiezieles
8.4.2 Verbesserungen auf der sprachlichen Ebene
8.4.3 Verbesserungen auf der psychosozialen Ebene
8.4.4 Schwierigkeiten und Probleme
8.5 Bedeutung der Studie für Forschung und Praxis
8.5.1 Bedeutung der Studie für die Diagnostik
8.5.2 Bedeutung der Studie für die Wahl der Behandlungsansätze und -methoden
8.5.3 Bedeutung der Studie für die Aus- und Weiterbildung von Therapeuten
8.5.4 Neue Forschungsideen für die nahe und ferne Zukunft
9. Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das bisher nur unzureichend erforschte Phänomen des neurogenen Stotterns systematisch zu untersuchen, um Charakteristika der Symptomatik, die Wahl der Behandlungsansätze sowie deren Wirksamkeit in der therapeutischen Praxis in Deutschland evidenzbasiert zu erfassen.
Forschungsfragen und Arbeitshypothesen
Mit dieser Arbeit soll ein Schritt in die Richtung gesetzt werden, gemäß Van Ripers Metapher, das komplizierte multidimensionale Puzzle des Stotterns (vgl. ebd., 1982, 1), im Speziellen im Bereich des neurogenen Stotterns, um ein paar kleine Teile zu ergänzen.
Das zentrale Forschungsinteresse dieser Arbeit besteht entsprechend den einleitenden Zitaten in der Beantwortung folgender übergeordneter Forschungsfragen:
Hat neurogenes Stottern charakteristische Eigentümlichkeiten?
Wie wird neurogenes Stottern in Deutschland behandelt?
Ist neurogenes Stottern überhaupt behandelbar? Was kann in der Behandlung erreicht werden und wo zeigen sich im Gegenstück dazu Grenzen auf?
Aufgrund der großen Ähnlichkeiten des neurogenen und idiopathischen Stotterns, die die Literatur nahe legt, könnte sich die Identifizierung von Charakteristika neurogenen Stotterns als kritisch erweisen. Da die Literatur des neurogenen Stotterns, v.a. im Bereich der Behandlung, nicht nur begrenzt, sondern zudem in sich widersprüchlich ist, wird in Deutschland höchstwahrscheinlich eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsmethoden eingesetzt.
Es ist zu erwarten, dass neurogenes Stottern, ebenso wie andere Störungen des Redeflusses auch, behandelbar ist.
Welche Methoden sich unter welchen Bedingungen als effektiv erweisen, kann lediglich spekuliert werden. Ausgehend von der denkbar großen Ähnlichkeit neurogenen und idiopathischen Stotterns kann vermutet werden, dass sich auch in der Behandlung neurogenen Stotterns mit den Methoden aus der Therapie des idiopathischen Stotterns gute Erfolge – wie sie an späterer Stelle definiert werden – erzielen lassen.
1. Einleitung: Diese Arbeit stellt die Notwendigkeit dar, die Forschung zum neurogenen Stottern zu systematisieren, da bisher kaum verlässliche Daten zur Phänomenologie und Behandlung dieses Störungsbildes existieren.
2. Das Phänomen (idiopathisches) Stottern: Es werden die Grundlagen des idiopathischen Stotterns, einschließlich Definitionen, Symptomatologie, ICF-basierter Einordnung und verschiedener Therapieansätze erläutert.
3. Neurogenes Stottern in der Literatur: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum neurogenen Stottern, mit besonderem Fokus auf Ätiologie, Abgrenzungsdiagnostik und bestehende Behandlungskontroversen.
4. Vorstellung und Konzeption der Studie: Die methodischen Überlegungen, die Zielsetzung der Arbeit sowie die Hypothesenbildung und die Entwicklung des Erhebungsinstruments werden dargelegt.
5. Evaluierung des Erhebungsinstruments: Das Kapitel beschreibt das zweiphasige Pretesting-Verfahren, das zur Validierung und Optimierung des für die Hauptstudie konstruierten Fragebogens durchgeführt wurde.
6. Organisation, Methodik und zeitlicher Rahmen der Hauptstudie: Hier werden die Stichprobengewinnung, der Prozess der Datenerhebung sowie die statistischen Verfahren zur späteren Auswertung detailliert beschrieben.
7. Befunddarstellung und Interpretation der Ergebnisse: Die zentralen Ergebnisse der Studie, einschließlich der Prävalenz, Symptomatologie, Therapieansätze und Behandlungserfolge, werden präsentiert und statistisch analysiert.
8. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden im Kontext der Literatur kritisch diskutiert, Implikationen für die Forschung und Praxis abgeleitet sowie die Bedeutung für die therapeutische Ausbildung hervorgehoben.
9. Resümee und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und skizziert den weiteren Forschungsbedarf zur Optimierung der Behandlung neurogen stotternder Patienten.
Neurogenes Stottern, Idiopathisches Stottern, Stottertherapie, Stottermodifikation, Fluency Shaping, ICF-Modell, Sprachtherapie, Aphasie, Diagnostik, Therapieerfolg, Symptomatik, Reha-Wissenschaften, empirische Studie, psychosoziale Methoden, Transfer.
Die Dissertation beschäftigt sich mit dem neurogenen Stottern, einer erworbenen Form der Redeflussstörung, und untersucht deren Erscheinungsbild sowie die angewandten Behandlungsmethoden durch Therapeuten in Deutschland.
Die Arbeit fokussiert auf die Definition und Abgrenzung gegenüber anderen Störungen, die neurologischen Ursachen, die Vielfalt der eingesetzten therapeutischen Interventionen und die psychosozialen Auswirkungen bei den betroffenen Patienten.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Behandlungspraxis des neurogenen Stotterns zu gewinnen, Möglichkeiten und Grenzen der Therapie aufzuzeigen und die Annahme zu überprüfen, ob Methoden aus der Therapie des idiopathischen Stotterns auch bei neurogenem Stottern erfolgreich angewendet werden können.
Die Autorin führte eine quantitative empirische Studie durch. Die Datenbasis bildet eine schriftliche Befragung von 700 Therapeuten in Deutschland, wobei ein speziell konstruierter, strukturierter Fragebogen eingesetzt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Literaturanalyse, die Konzeptualisierung und Evaluation eines Erhebungsinstruments, die Beschreibung des methodischen Vorgehens der Hauptstudie sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der erzielten Befunde anhand deskriptiver und inferenzstatistischer Analysen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Neurogenes Stottern, Stottertherapie, Stottermodifikation, Fluency Shaping, ICF-Modell, Transfer und Evidenzbasierung geprägt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Symptomatik neurogenen Stotterns in der Praxis oft große Ähnlichkeiten zum idiopathischen Stottern aufweist. Daher setzen viele Therapeuten erfolgreich bewährte Methoden aus dem Bereich des idiopathischen Stotterns ein, müssen diese jedoch aufgrund der neurologischen Grunderkrankung und oft begleitender Sprachstörungen individuell anpassen.
Die Studie belegt, dass psychosoziale Aspekte integraler Bestandteil einer effektiven Therapie sind. Über 90 % der befragten Therapeuten integrieren psychosoziale Methoden, wobei insbesondere In-vivo-Training und Information zur Reduktion von Ängsten und zur Förderung der Teilhabe beitragen.
Die Motivation des Patienten, aktiv am Stottern zu arbeiten, korreliert signifikant mit dem Erfolg beim Erlernen stottertherapeutischer Techniken und deren Anwendung in Alltagssituationen. Patienten mit hoher Motivation zeigen tendenziell bessere Transfers der erlernten Methoden.
Entgegen der in Teilen der Literatur vertretenen Ansicht, neurogenes Stottern sei therapieresistent, kommt die Studie zu dem Schluss, dass neurogenes Stottern behandelbar ist und durch gezielte, multimodale Interventionen signifikante Verbesserungen sowohl auf sprachlicher als auch auf psychosozialer Ebene erzielt werden können.
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