Bachelorarbeit, 2008
46 Seiten, Note: 1,3
1. Vorwort
2. Vertriebsstrukturen
2.1 Labels
2.2 Clubs & Raves
2.3 DJs
2.4 Plattenläden
2.5 Medien
2.6 Musikindustrie
3. Musikimmanente Vermarktungskanäle
3.1 Novität
3.2 Technologie
3.3 Tanzbarkeit
3.4 Trance
3.5 Körperlichkeit
4. Welcome to the Discotheque!
4.1 Verbreitung
4.2 Analyse
5. Konklusion
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Vermarktungskanäle von Techno-Musik, wobei der Fokus bewusst von klassischen betriebswirtschaftlichen Vertriebsaspekten auf musikimmanente Strategien und klangliche Parameter verschoben wird. Ziel ist es, zu analysieren, wie bestimmte klangliche Merkmale und der kulturelle Kontext der Technoszene dazu beitragen, dass Produktionen ohne konventionelle Marketinginstrumente Erfolg erzielen.
3.2 Technologie
Der Umgang mit neuen Techniken, die Einbindung moderner Technologien ist im Techno offensichtlich ein sehr prägendes Gestaltungskriterium. Die Beschreibungen des von Technomachern verwendeten Instrumentariums lesen sich wie technische Daten:
I started out with a couple of Akai S900’s, a DX100, a Poly 800, a Mirage, an SDQ1, a 909, an 808, a 727 and a Fostex 260 four-track, and I still use that stuff. Also now I use a Kawai K3, a Yamaha DX21, some old ARP’s, shit like that. One instrument that I’m trying to get hold of is a Korg 707. I’m into keyboards that are not popular, that everybody else slags off. […] I do keep my eyes open for the new stuff, though. […] Nowadays things change so quickly that if you sit back and close your eyes you’ll miss out on something. […] And I will never use a preset; that is against the law where I come from.
Diese Nähe, die sich unübersehbar schon im Namen der Musikrichtung selbst äußert, betrifft aber nicht nur die forcierte Ausnutzung bzw. Umsetzung von Technologie, die hohe Kompetenz, mit der die technologischen Möglichkeiten wie Sampler/Sequencer, Drumcomputer und Synthesizer, um hier nur die „Grundausstattung“ zu benennen, ausgereizt werden, sondern ist zutiefst in der musikalischen Ästhetik selbst verankert. „Techno is music that sounds like machines, not machines that sound like music.“
1. Vorwort: Der Autor führt anhand des Beispiels „3 Tage wach“ in die Fragestellung ein, wie Techno trotz andersartiger Strukturen den Weg an die Marktspitze findet.
2. Vertriebsstrukturen: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle von Labels, Clubs, DJs, Medien und der Musikindustrie als entscheidende Multiplikatoren im Technogeschäft.
3. Musikimmanente Vermarktungskanäle: Hier werden klangliche Parameter wie Novität, technologische Prägung, Tanzbarkeit, Trance-Effekte und Körperlichkeit als zentrale Faktoren für den Erfolg innerhalb der Szene analysiert.
4. Welcome to the Discotheque!: Anhand der Fallstudie eines konkreten Tracks wird demonstriert, wie sich elektronische Tanzmusik abseits klassischer Marketingwege verbreitet.
5. Konklusion: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und ordnet das Spannungsfeld zwischen Underground, Authentizität und kommerziellem Erfolg ein.
Techno, Musikindustrie, DJ-Kultur, Clubkultur, Rave, Musikproduktion, Vermarktungsstrategien, Musikwissenschaft, Elektronische Tanzmusik, Novität, Technologie, Körperlichkeit, Tanzbarkeit, Underground, Kommerz.
Die Arbeit untersucht, wie Techno-Musik vermarktet wird und welche spezifischen Faktoren (sowohl strukturelle als auch musikimmanente) für ihren Erfolg in der Technoszene verantwortlich sind.
Die Schwerpunkte liegen auf den Vertriebsstrukturen der Technoszene, dem Einfluss von Technologie auf die Musikproduktion und der zentralen Bedeutung des Kontexts (Clubs/Raves) für die Wahrnehmung der Musik.
Die Arbeit fragt, wie die Vermarktung von Techno funktioniert und welche klanglichen Parameter eine Rolle spielen, damit Musikstücke innerhalb der Szene erfolgreich werden.
Es handelt sich um eine musikwissenschaftliche Untersuchung, die neben der Analyse von Vertriebsstrukturen eine systematische Untersuchung musikimmanenter Vermarktungsstrategien anhand eines exemplarischen Tracks durchführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Vertriebsakteure (Labels, DJs, Medien) und eine detaillierte Analyse der musikalischen Attribute, die Techno definieren und seinen Erfolg bedingen.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Techno, DJ-Kultur, Clubkultur, Musikproduktion, Vermarktungsstrategien, Novität, Technologie und Körperlichkeit.
Das White Label dient dazu, Exklusivität zu generieren, Risiken zu minimieren und den Status eines Tracks durch gezielte Verbreitung an einflussreiche DJs ("Multiplikatoren") innerhalb der Szene zu erhöhen.
Die Körperlichkeit ist ein zentrales Element, da die Musik maßgeblich durch den physischen Mitvollzug im Club, die Tanzbewegung und hormonelle Reaktionen auf hohe Lautstärken und repetitive Beats erfahren wird.
Der DJ wird als zentrale Instanz gesehen, die durch Misch-Techniken ein Klangereignis im Moment erschafft, anstatt ein festes Werk zu präsentieren; er ist eher Zeremonienmeister und Gestalter einer Gruppendynamik.
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