Diplomarbeit, 2010
200 Seiten, Note: 3
Einleitung
1. Ziel der Arbeit
1.1 Aufstellung von Forschungsfragen
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Das Internet als Kommunikationsoase
2.1.1 Soziale Netzwerke im Internet
2.1.2 Evolution von Web 1.0 zu Web 2.0
2.1.3 Anwendungen des Web 2.0
2.1.4 Tools des Web 2.0
2.1.4.1 Communities
2.1.4.2 Forum
2.1.4.3 Blogs
2.1.4.4 Wikis
2.1.5 Vergleich - Blog oder Wiki?
2.1.6 Web 2.0 im Tourismus
2.2 Bedeutung von Information und Kommunikation
2.2.1 Informationen im Internet
2.2.2 Informationssuchverhalten im Internet und virtuelle Reisemittler
2.2.3 Kommunikationsverhalten im Internet?
2.3 Konsumverhalten im Internet – Vertrauen als Zielgröße im elektronischen Handel
2.3.1 Determinanten des Vertrauens
2.3.2 Konsequenzen des Vertrauens
2.3.3 Vertrauen in touristische Dienstleistungen im Internet
2.4 Kaufentscheidungsprozeß
2.4.1 Klassifikation von Kaufentscheidungen
2.4.1.1 Extensive („echte“) Kaufentscheidungen
2.4.1.2 Limitierte Kaufentscheidungen
2.4.1.3 Habitualisierte Kaufentscheidungen
2.4.1.4 Impulsive Kaufentscheidungen
2.4.2 Kaufentscheidungsprozeß bei touristischen Produkten und Dienstleistungen
3. Empirische Studie – qualitative Methode
3.1 Qualitative Methode
3.1.1 Kennzeichen und Grundlagen qualitativer Forschung
3.1.2 Qualitative Interviewtechniken
3.2 Qualitative Leitfadeninterviews
3.3 Datenerhebung und Datenauswertung
3.3.1 Ergebnisse der Interviews mit Reisenden
3.3.2 Ergebnisse der Interviews mit Reiseberatern
3.3.3 Diskussion der Studienergebnisse
3.4 Einschränkungen der Studie
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung informeller Informationsflüsse im Internet, insbesondere aus Web 2.0-Anwendungen wie Blogs und Foren, für den Reiseentscheidungsprozess von Konsumenten. Ziel ist es, den Einfluss dieser informellen Informationen auf die Reiseplanung sowie die Wahrnehmung und Reaktion von Reiseberatern auf dieses veränderte Informationssuchverhalten zu analysieren.
2.1.4.1 Communities
Soziale Netzwerke haben einen großen Einfluß auf unterschiedliche Aspekte des Lebens (Deindl 2004). Da nahezu jeder Teil eines sozialen Beziehungssystems ist, entsteht Sozialkapital häufig als Nebenprodukt von alltäglichen Beziehungen (Coleman 1998, 1990, 1991; Portes 1998).
Sozialkapital wird als Netzwerkphänomen angesehen, das innerhalb von sozialen Beziehungen entsteht und vergeht. Gruppenzugehörigkeit ermöglicht es einem Akteur sowohl für sich als auch für die Gruppenmitglieder positive Auswirkungen zu erzielen (Bourdieu 1983).
Sozialkapital kann nicht veräußert werden, da es im Besitz einer Gruppe ist und es wird durch den Verlust von Gruppenmitgliedern oder die Nicht-Einhaltung von Regeln zerstört. Für einen Einzelnen ist es möglich, Sozialkapital innerhalb der Gruppe zu erhöhen und zu akkumulieren (Brandt 2005). Soziales Kapital entsteht durch die Zugehörigkeit zu einem Netzwerk, aus dem positive und/oder negative Gewinne für den Einzelnen und/oder eine Gruppe entstehen (Deindl 2005).
1. Ziel der Arbeit: Definiert die Forschungsfragen zur Wichtigkeit und zum Einfluss informeller Internet-Informationen auf Reiseentscheidungen und stellt den Aufbau der Arbeit dar.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert die Rolle des Internets als Kommunikationsoase, die Entwicklung des Web 2.0 sowie dessen Tools (Communities, Foren, Blogs, Wikis) und verknüpft diese mit dem Konsumentenverhalten und Entscheidungsprozessen im Tourismus.
3. Empirische Studie – qualitative Methode: Beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Forschung mittels halbstrukturierter Leitfadeninterviews, präsentiert die Ergebnisse der Befragungen von Reisenden und Reiseberatern und diskutiert diese im Kontext der theoretischen Grundlagen.
Web 2.0, Reiseentscheidung, Tourismusmarketing, Informationssuche, informelle Informationen, Reiseblogs, Soziale Netzwerke, Online-Communities, Konsumentenverhalten, Vertrauen, Kaufentscheidungsprozess, Qualitative Forschung, Reisebüro, Internet, Reiseberatung.
Die Arbeit untersucht, wie informelle Informationen, die Reisende in Web 2.0-Plattformen (wie Foren oder Blogs) finden, deren Reiseentscheidungsprozess beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Web 2.0, dem Informations- und Suchverhalten von Touristen, der Rolle von Vertrauen im E-Commerce und den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf klassische Reisebüros.
Das Ziel ist es, zu explorieren, wie wichtig informelle Online-Informationen für die Reiseentscheidung sind und ob diese tatsächlich einen direkten Einfluss auf die finale Buchungsentscheidung ausüben.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt. Konkret wurden halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit acht Reisenden und acht Reiseberatern durchgeführt und nach Mayring ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die das Internet und Entscheidungsverhalten beschreiben, sowie den empirischen Teil, der die erhobenen Daten aus den Interviews analysiert und diskutiert.
Zentrale Begriffe sind Web 2.0, Reiseentscheidung, informelle Informationen, Online-Communities, Konsumentenvertrauen und die Transformation der Reisebürobranche.
Reiseberater empfinden es meist als entlastend, wenn Kunden Vorarbeit geleistet haben, müssen jedoch oft versuchen, den Wert ihrer persönlichen Beratung und Zusatzleistungen (wie Geheimtipps oder Problemhilfe) hervorzuheben, da sie preislich mit dem Internet oft nicht konkurrieren können.
Fotos werden von Reisenden als besonders authentisch und glaubwürdig empfunden und haben oft einen größeren Einfluss auf die Entscheidungsfindung als reine Textbewertungen, insbesondere wenn sie aus privaten Quellen stammen.
Die Studie zeigt, dass klassische Reisebüros nicht komplett ersetzt werden. Reisende suchen weiterhin Ansprechpartner bei komplexeren Reisen, Fernreisen oder zur Problemlösung, wobei das Reisebüro als "Sicherheitsinstanz" wahrgenommen wird.
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