Diplomarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
1.1 Forschungsstand und Zielsetzung der Arbeit
2. VER-RÜCKTE MEUTE
2.1 Geschichte und Begriffsbestimmung von Flashmobs
2.2 Mob = Mob?
3. ZWISCHEN KUNST UND POPULÄRER KULTUR
3.1 Aktionskunst
3.1.1 „Something to take place: a Happening”
3.1.2 Fluxus: Ein soziales Netzwerk
3.1.3 Performance Art: Aktion und Reproduktion
3.2. Populäre Kultur
3.2.1 Freizeitkultur
3.2.2 Erlebniskultur und Erlebnisgesellschaft
3.2.3 Event
3.2.4 Posttraditionale Vergemeinschaftung
3.3 Flashmobs als Cross-Over-Ereignis
4. PERFORMANCE IM ZEITALTER DES WEB 2.0
4.1 Exkurs: Was ist das Web 2.0 ?
4.2 Phase der Vorbereitung
4.2.1 Flashmob-Community Hamburg
4.3 Phase der Durchführung
4.3.1 FREEZE – „Wir sind heute eingefroren“
4.4 Phase der Bilderwanderung
4.4.1 Exkurs: Die Debatte um das Verhältnis von Live-Performance und ihrer medialen Aufzeichnung
4.4.2 Flashmob-Videos auf YouTube
4.5 Entgrenzung der Räume = Performance 2.0
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN UND AUSBLICK
Die Diplomarbeit untersucht das Phänomen Flashmob aus einer mediengeschichtlichen und interdisziplinären Perspektive. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Flashmobs als prozesshafte Ereignisse, die Vorbereitung, Durchführung und digitale Nachbereitung umfassen, um den Begriff "Performance 2.0" zur Beschreibung dieses Phänomens zu etablieren.
FREEZE – „Wir sind heute eingefroren“
Im Kölner Hauptbahnhof ist es das Geräusch einer Sirene, in Hamburg der Ruf "Wieso weiß eigentlich keiner, wie spät es ist?!", die das Startsignal für den Freeze, das Erstarren in der momentanen Bewegung geben. Eine Umarmung, das Bücken nach heruntergefallenen Papieren, ein Keks, der der Person neben sich gereicht wird – die Gesten scheinen zu einem ewigen Augenblick geronnen. Auch die Mimik der Akteure wirkt, als sei sie in Wachs gegossen. Der gerade noch umherschweifende Blick, der nach einem Anzeichen für den Start der Aktion suchte, ist plötzlich erstarrt und fokussiert nur noch einen Punkt im Raum. Der Körper der Flashmobber gerinnt zum Objekt und wirkt wie Material (vgl. Kapitel 3.1.3).
Nach wenigen Minuten ertönt sowohl in Hamburg als auch in Köln erneut ein Signal, welches das Ende der Performance bekanntgibt. Die Flashmobber lösen sich aus ihrer Erstarrung und fügen sich somit wieder in ihre Umwelt ein. In Köln applaudieren sich die Flashmobber selbst zu der gelungenen Aktion, in der Wandelhalle in Hamburg sind es die Zuschauer, die den Akteuren Beifall zollen. Daraufhin verstreuen sich die Akteure in die unterschiedlichsten Richtungen, so schnell und unerwartet, wie sie gekommen sind.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Phänomen Flashmob anhand einer Szene aus dem Kölner Hauptbahnhof und Darlegung der wissenschaftlichen Forschungsfrage und Zielsetzung.
2. VER-RÜCKTE MEUTE: Historische Rückschau und erste Begriffsbestimmung, wobei der Fatboy-Slim-Videoclip als Vorläuferstruktur für Flashmobs analysiert wird.
3. ZWISCHEN KUNST UND POPULÄRER KULTUR: Kulturhistorische Verortung der Flashmobs in der Aktionskunst (Happening, Fluxus, Performance Art) und in der populären Kultur sowie Begriffsarbeit zur Performance.
4. PERFORMANCE IM ZEITALTER DES WEB 2.0: Detaillierte Analyse des prozessualen Charakters von Flashmobs in den Phasen der Vorbereitung, Durchführung und Bilderwanderung sowie Entwicklung des Begriffs "Performance 2.0".
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse der prozessorientierten Untersuchung und Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten, insbesondere bezüglich der kommerziellen Vereinnahmung.
Flashmob, Performance 2.0, Aktionskunst, Happening, Web 2.0, digitale Bilderwanderung, Ereignis, Event-Gesellschaft, soziale Praxis, Interaktion, mediatisierte Performance, Prozessualität, öffentliche Räume, Subversion, digitale Vernetzung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Mediengeschichte des Phänomens Flashmob und untersucht dessen prozessualen Charakter.
Die zentralen Themen sind die kulturhistorische Herleitung der Flashmobs aus Kunstströmungen, ihre Verortung in der populären Kultur sowie die organisationstechnische Bedeutung des Web 2.0.
Ziel ist es, den Begriff "Performance 2.0" einzuführen, der den prozessualen Ablauf von Flashmobs – von der online-gestützten Vorbereitung über die Durchführung bis hin zur digitalen Nachbereitung – mediengeschichtlich fundiert beschreibt.
Die Arbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der kulturhistorische, medienwissenschaftliche und soziologische Theorien zur Performance und zum Web 2.0 kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln in der Aktionskunst und populären Kultur, die Organisationsmechanismen im Web 2.0 und die mediale Dokumentation (Bilderwanderung) als Teil des Flashmob-Prozesses.
Schlüsselbegriffe sind Flashmob, Performance 2.0, Web 2.0, Bilderwanderung, Event-Gesellschaft und Prozessualität.
Während Happenings meist einen institutionellen oder künstlerischen Rahmen hatten, zeichnen sich moderne Flashmobs durch die Organisation via Web 2.0-Dienste und eine massenmediale Verbreitung durch digitale Dokumentation aus.
Die Autorin betrachtet die mediale Aufzeichnung nicht als störende Reproduktion, sondern als konstitutiven Bestandteil des Flashmob-Prozesses, der erst die "Bilderwanderung" und damit eine neue Bedeutungsebene ermöglicht.
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