Diplomarbeit, 2008
68 Seiten, Note: Sehr gut
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Bildungswegeentscheidungen von Jugendlichen an der Hauptschule Gunskirchen getroffen werden. Der Autor analysiert die Faktoren, die die Schüler/innen bei ihrer Wahl beeinflussen, und untersucht den Einfluss der Schule auf diesen Prozess.
Das erste Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Bildungswege in Österreich, insbesondere nach der Volksschule und der Pflichtschulzeit. Es werden theoretische Konzepte zur Erklärung sozialer Ungleichheit im Bildungssystem, wie Boudons primäre und sekundäre Effekte der Herkunft und Bourdieus Bildungswegtheorie, vorgestellt. Außerdem werden unterschiedliche Schulwahlmotive von Eltern und Jugendlichen beleuchtet. Kapitel zwei stellt zwei Untersuchungen des Autors an der Hauptschule Gunskirchen vor, die anhand von Fragebögen und einer SWOT-Analyse die Schulwahlmotive der Schüler/innen erforschen. In Kapitel drei werden Maßnahmen und Angebote der Schulleitung der Hauptschule Gunskirchen betrachtet, um die Schüler/innen bei ihrer Bildungswegentscheidung zu unterstützen. Kapitel vier befasst sich mit der Durchführung von Interviews mit zehn Jugendlichen und beleuchtet ihre individuellen Schulwahlentscheidungen. Kapitel fünf analysiert die Daten der Interviews und entwickelt eine Taxonomie der Schulwahlentscheidungen, die die Zeitdimension und den Einfluss von geschlechtsspezifischen Faktoren berücksichtigt. Schließlich wird in Kapitel sechs ein Schulversuch vorgestellt, der die Schüler/innen bei ihrer Schulwahlentscheidung stärker unterstützen soll.
Bildungswegeentscheidungen, Hauptschule, Schulwahlmotive, soziale Ungleichheit, Boudons primäre und sekundäre Effekte, Bourdieus Bildungswegtheorie, SWOT-Analyse, Interviews, Taxonomie, Schulversuch.
Untersuchungen zeigen, dass die Hauptschule selbst meist nur einen geringen Einfluss auf die endgültige Bildungswegentscheidung der Jugendlichen ausübt.
Primäre Effekte beziehen sich auf die tatsächliche Leistung, während sekundäre Effekte die Bildungsentscheidungen beschreiben, die unabhängig von der Leistung aufgrund der sozialen Schicht getroffen werden.
Der Rudeleffekt beschreibt das Phänomen, dass Jugendliche ihre Schulwahl oft davon abhängig machen, welche Schulen ihre Freunde oder Mitschüler besuchen.
In der Zeitdimension der Entscheidung gibt es Schüler, die ihren Weg früh kennen, und solche, die erst unter Zeitdruck (kurz vor Ende der Pflichtschulzeit) eine oft hastige Wahl treffen.
Ziel ist es, durch ein modulares System und gezielte Berufsorientierung (BOBI) die Schüler effektiver bei ihrer individuellen Bildungsentscheidung zu unterstützen.
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