Bachelorarbeit, 2010
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zielsetzung
3. Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.1 Das Pflegeweiterentwicklungsgesetz (PfWG)
3.1.1 Die Neuerungen im Sozialgesetzbuch XI
4. Die Benotung von Pflegeheimen
4.1 Notenberechnung
4.2 Darstellung der Ergebnisse
5. Erste Erfahrungen und kritische Würdigung des Verfahrens
6. Ausgewählte Transparenzkriterien
6.1 Kriterium 1
6.2 Kriterium 2
6.3 Kriterium 3
7. Zusammenfassende Bewertung
8. Fazit
Die Arbeit untersucht kritisch die ersten Erfahrungen und Auswirkungen des neuen MDK-Benotungssystems für stationäre Altenpflegeeinrichtungen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse ausgewählter Transparenzkriterien der Pflegetransparenzvereinbarung Stationär (PTVS) und deren Eignung zur objektiven Qualitätsbewertung aus Sicht der Einrichtungspraxis.
5. 1 Kritische Würdigung der Entwicklung des Verfahrens
Der Gesetzgeber verlässt mit dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz erstmals den vorher eingeschlagenen Weg einer Qualitätsentwicklung ausschließlich durch externe Kontrollen in die Einrichtungen hinein. Ziel des Gesetzgebers ist die Stärkung des Vereinbarungsprinzips unter den Vertragspartnern, durch das sich Qualität quasi durch Vereinbarungen von innen heraus entwickeln muss (vgl. Richter & Hoffer 2010, S. 35). Dies hatte zur Folge, dass die Vertragsparteien der PTVS unter Zeitdruck der Gesetzesvorgaben ein Qualitätsprüfungskonzept entwickeln mussten. Dieser Zeitdruck lässt sich in dem Vorwort zur PTVS erkennen: „ Die Vertragsparteien haben am 17. Dezember 2008 nach Durchführung des Beteiligungsverfahrens diese Vereinbarung in dem Wissen geschlossen, dass es derzeit keine pflegewissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über valide Indikatoren der Ergebnis- und Lebensqualität der pflegerischen Versorgung in Deutschland gibt. Diese Vereinbarung ist deshalb als vorläufig zu betrachten“ (PTVS 2008, S.3).
Wie schwer sich die Vertragsparteien auch bei der (weiteren) Entwicklung der Bausteine der Qualitätsprüfungs-Richtlinien (QPR) getan haben, wurde bereits in Kapitel 3.1.1 deutlich. So sind bis zu dem Zeitpunkt dieser Arbeit trotz gesetzlicher Zeitvorgaben und der Einrichtung einer Schiedsstelle, die bei einem Nicht-Zustandekommen von Vereinbarungen zwischen den Vertragspartnern entscheiden soll, keine Grundsätze und Maßstäbe zur Qualitätssicherung (§ 113 SGB XI) und auch keine Expertenstandards (§113 a SGB XI) entwickelt.
1. Einleitung: Beschreibt den wachsenden Druck auf die stationäre Altenhilfe und die Entstehung des MDK-Benotungssystems zur Transparenzsteigerung.
2. Zielsetzung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Wirkweise und fachliche Kritik an der Pflegetransparenzvereinbarung Stationär (PTVS) ein Jahr nach Einführung aufzuzeigen.
3. Gesetzliche Rahmenbedingungen: Erläutert die Rolle des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes und die veränderten gesetzlichen Vorgaben für Qualitätssicherung und MDK-Prüfungen.
4. Die Benotung von Pflegeheimen: Analysiert die Systematik der Notenberechnung, die fünf Qualitätsbereiche und die Art der öffentlichen Darstellung.
5. Erste Erfahrungen und kritische Würdigung des Verfahrens: Reflektiert die methodischen Schwächen der MDK-Prüfungen aus Sicht der Pflegemanagement-Verantwortlichen.
6. Ausgewählte Transparenzkriterien: Untersucht drei spezifische Kriterien auf ihre Praxistauglichkeit und ihre Eindeutigkeit in der Bewertung.
7. Zusammenfassende Bewertung: Fasst die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und fachlicher Umsetzung der Qualitätsprüfungen zusammen.
8. Fazit: Kritisiert das neue Prüfinstrument als "geburtsfehlerbehaftet" und fordert eine grundlegende Überarbeitung der Notenvergabe.
Pflegequalität, MDK, PTVS, Altenheim, Pflegeweiterentwicklungsgesetz, Transparenzbericht, Ergebnisqualität, Pflegedokumentation, Qualitätssicherung, MDK-Prüfung, Pflegenoten, Altenpflege, SGB XI, Bewohnerbefragung, Qualitätsmanagement.
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Würdigung des seit 2009 eingeführten MDK-Benotungssystems für stationäre Altenpflegeheime in Deutschland.
Im Zentrum stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die methodische Notenberechnung, die Dokumentationslast der Einrichtungen sowie die Relevanz der PTVS-Kriterien für die tatsächliche Pflegequalität.
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem politischen Wunsch nach Transparenz durch Noten und der fachlichen sowie praktischen Umsetzbarkeit in den Einrichtungen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und verknüpft diese mit einer kritischen Prüfung der PTVS-Kriterien sowie einer Auswertung von Erfahrungen aus der Pflegepraxis.
Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Grundlagen (SGB XI), die PTVS-Systematik, die ersten Praxiserfahrungen sowie die methodische Problematik ausgewählter Transparenzkriterien.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Pflegetransparenzvereinbarung (PTVS), MDK, Ergebnisqualität, Dokumentationsprüfung und Qualitätssicherung.
Die Befragung der Bewohner wird nicht in die Gesamtnote eingerechnet, da sie methodisch schwer objektivierbar ist und durch Abhängigkeitsverhältnisse in der Pflege beeinflusst werden kann.
Der Autor kritisiert, dass viele MDK-Prüfer vorrangig aus dem klinischen Krankenhausbereich kommen und keine spezifische Erfahrung in der Lebenswelt Altenheim sowie der dort praktizierten Beziehungsarbeit besitzen.
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