Diplomarbeit, 2003
72 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Verschiedene Beratungsansätze im Überblick
2.1. Klientenzentrierte Beratung
2.2. Lösungsorientierte Beratung
2.3. Psychoanalytische Beratung
2.4. Sozialpädagogische Beratung
2.5. Systemische Beratung
3. Theorie der systemischen Beratung
3.1. Entwicklung und Definition des Begriffs
3.1.1. Entwicklung der Systemtheorie
3.1.2. Definition
3.2. Von der Familientherapie zur systemischen Therapie und Beratung
3.3. Für die systemische Therapie und Beratung relevante Konzepte
3.3.1 Kybernetik
3.3.2. Homöotase
3.3.3 Synergetik
3.3.4. Autopoiese
3.4. Kernfragen systemischer Beratung
3.4.1 Realität
3.4.2 Kausalität
3.4.3 Sprache
3.5. Systemisches Verständnis von Problemen in Therapie und Beratung
3.5.1. Was ist ein Problem?
3.5.2. Wie entsteht ein Problem?
4. Handlungskonzepte und Methoden der systemischer Beratungsarbeit
4.1. allgemeine systemische Handlungsrichtlinien
4.1.1 Hypothesenbildung
4.1.2. Allparteilichkeit- und Neutralität
4.1.3. Ressourcen und Lösungsorientierung
4.1.4. Kundenorientierung
4.2. Hypothesen
4.2.1. Erste Hypothesen entwickeln
4.2.2. Informationsquellen
4.2.3. Zuweisungskontext
4.2.4. Genogramm
4.2.5. Systemzeichnungen
4.3. Systemisches Fragen
4.3.1. Zirkuläres Fragen
4.3.2. Fragen zur Verdeutlichung von Unterschieden
4.3.3. Fragen zur Wirklichkeitskonstruktion
4.3.4. Fragen zur Möglichkeitskonstruktion
4.3.5. Anfangs und Abschlussfragen
4.4. Metaphorische Techniken
4.4.1. Familienbrett
4.4.2. Familienskulptur
4.5. Kommentare und Interventionen
4.5.1. Positive- oder wertschätzende Konnotation
4.5.2. Refraiming
4.5.3. Schlussinterventionen
4.6. Reflektierndes Team
4.7. Verlauf und Dauer der Sitzungen
5. Schlussfolgerungen
5.1. Allgemeine Schlussfolgerungen
5.2. Praxisbeispiele
5.2.1. Sachhilfe
5.2.2. Sozialpsychiatrischer Dienst
5.2.3. Heilpädagogik
5.2.4. Organisationskontext und Organisationsberatung
5.2.5. Sozialmanagement
5.3. Grenzen und Kritik
5.4. Vergleich und Verknüpfung verschiedener Beratungsansätze
Die Diplomarbeit hat das Ziel, systemtheoretische Handlungskonzepte und Methoden für die soziale Beratungsarbeit darzustellen und deren Anwendbarkeit in der Praxis zu prüfen. Dabei soll ein grundlegendes Verständnis für die systemische Sichtweise vermittelt werden, um diese als hilfreiches, jedoch nicht als absolutistisches Instrument in der komplexen sozialen Arbeit einzusetzen.
4.3.1. zirkuläres Fragen
Jedes gezeigte Verhalten kann auch immer als kommunikatives Angebot verstanden werden. Das bedeutet, dass Verhaltensweisen, Symptome oder auch Gefühlsausdrücke nicht nur im Menschen ablaufende Ereignisse sind, sondern auch immer der Funktion der wechselseitigen Beziehungsdefinition dienen (vgl. Schlippe und Schweitzer, 2002, S. 138). Aus diesem Grund ist es interessant und wichtig, diese kommunikativen Bedeutungen sichtbar zu machen. Auch bei Fragen, die das Symptom betreffen, steht im Mittelpunkt, wie jeder der Beteiligten dieses versteht, welche Erwartungen und Beobachtungen damit verbunden sind und wie darauf reagiert wird (vgl. Schlippe und Schweitzer, 2002, S.138).
Ein viel zitiertes Beispiel aus Schlippe et al. ,1994, S.23-25 :
Helmut weint!
In anderen therapeutischen Orientierungen ist man gewohnt zu fragen: „Warum weinst du? Was ist da in dir los?“
Eine solche Perspektive ist wichtig. Das Gefühl des Weinen kann als Ausdruck der Existenz einer Person wahrgenommen und wertgeschätzt werden. Aber jedes Gefühl, jeder „Ausdruck“ kann auch als Botschaft von jemanden an jemanden verstanden werden.
Helmut weint, Hannelore nimmt dies wahr und Helmut weiß, dass Hannelore dies wahrnimmt.
Dieser kommunikative Aspekt wird in der üblichen Frage nicht berücksichtigt. Dafür braucht es eine andere Art von Frage.
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Wahl des Themas und erläutert den Anspruch der Arbeit als eine Art Einführung in systemische Sichtweisen für die Soziale Arbeit.
2. Verschiedene Beratungsansätze im Überblick: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene psychotherapeutische und beraterische Konzepte, um den systemischen Ansatz in einen breiteren Kontext einzuordnen.
3. Theorie der systemischen Beratung: Hier werden die theoretischen Grundlagen des systemischen Denkens, relevante Konzepte wie Kybernetik und Autopoiese sowie das Verständnis von Problemen aus systemischer Perspektive dargelegt.
4. Handlungskonzepte und Methoden der systemischer Beratungsarbeit: Dieses Kapitel bildet das Kernstück und stellt konkrete Methoden wie Hypothesenbildung, verschiedene Frageformen und metaphorische Techniken für die Beratung dar.
5. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der systemischen Beratung in verschiedenen Praxisfeldern der Sozialarbeit, diskutiert Grenzen und Kritikpunkte und plädiert für eine Verknüpfung unterschiedlicher Beratungsansätze.
Systemische Beratung, Soziale Arbeit, Systemtheorie, Handlungskonzepte, Methoden, Kybernetik, Autopoiese, Zirkuläres Fragen, Familienskulptur, Refraiming, Ressourcenorientierung, Kommunikation, Problemsystem, Sozialmanagement, Konstruktivismus.
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung systemtheoretischer Konzepte und Methoden auf die soziale Beratungsarbeit, um diese als hilfreiche, aber nicht als alleingültige Betrachtungsweise in der Praxis zu etablieren.
Die zentralen Themen sind die theoretischen Fundamente systemischen Denkens, der Vergleich mit anderen Beratungsansätzen sowie die Darstellung konkreter Methoden für die professionelle Beratungspraxis.
Ziel ist es, praktische Handlungswege auf systemtheoretischer Basis aufzuzeigen, die für die vielfältigen Anforderungen der sozialen Arbeit geeignet sind, und ein Verständnis für systemisches Arbeiten zu fördern.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um theoretische Grundlagen und erprobte Methoden der systemischen Therapie und Beratung auf das Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit zu übertragen und zu adaptieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in systemische Konzepte sowie eine detaillierte Ausarbeitung der praktischen Anwendung, inklusive spezifischer Fragetechniken und Kommentarformen.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Systemische Beratung, Soziale Arbeit, Handlungskonzepte, Zirkuläres Fragen und Ressourcenorientierung.
Das Dokument weist darauf hin, dass die systemische Beratung bei Klienten, die kein eigenes Beratungsziel formulieren (sogenannte "Nichtkunden"), an ihre Grenzen stößt, da der für die systemische Arbeit zentrale Auftrag fehlt.
Die "Wunderfrage" dient als kreatives Mittel der Möglichkeitskonstruktion, um Klienten zu helfen, sich aus problemfixierten Sichtweisen zu lösen und erste Schritte in Richtung einer Lösungssuche zu gehen.
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