Diplomarbeit, 2010
63 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
Teil I: Grundlagen
2. Geschichte der (west-)deutschen Behindertenbewegung
3. Der Weg zur Persönlichen Assistenz
3.1. Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung
3.2. Assistenzgenossenschaften
3.3. Das Konzept „Selbstbestimmt Leben“
4. Die Persönliche Assistenz
4.1. Begriffserklärung und Definitionen
4.2. Das Konzept der Persönlichen Assistenz
4.3. Verhältnis von Assistenznehmer und Assistent im Modell der Persönlichen Assistenz
4.3.1. Rollenverständnis von Assistent und Assistenznehmer
4.3.2. Macht und Abhängigkeit
4.3.3. Formen der Gewalt im Verhältnis von Assistenznehmer und Assistent
4.4. Finanzierung von Persönlicher Assistenz.
4.5. Zahlen/Fakten
4.6. 24-Stunden-Modell in Abgrenzung zu anderen Modellen
Teil II: Empirischer Teil
5. Methodische Vorgehensweise
5.1. Zugrunde liegende Thesen
5.2. Stichprobenziehung
5.3. Auswahl des methodischen Instruments
5.4. Pretest
5.5. Probleme der Befragung
6. Statistische Auswertung
6.1. Basisdaten der Stichproben
6.2. Soziographische Datenbasis
6.2.1. Geschlecht und Alter
6.2.2. Arbeitsstatus und Intensität ausgehend von der Stundenzahl
6.2.3. Berufserfahrung in der Persönlichen Assistenz
6.2.4. Zusammenfassung der soziographischer Daten
6.3. Empirische Datenbasis
6.3.1. Form der Behinderung und sich daraus ergebene Aufgaben des Assistenten
6.3.2. Arbeitsverständnis/ Werte
6.3.3. Beziehung zu Assistenznehmer.
6.3.4. Vorhandene oder mögliche Schwierigkeiten
6.3.5. Persönliche Grenzen
6.3.6. Erwartungen an Assistenznehmer
6.3.7. Einstellung zu Nähe und Distanz
6.3.8. Vorhandene Konfliktfelder oder Situationen
6.3.9. Umgang mit Konflikten
6.3.10. Fortbildung und Supervision
7. Prüfung der Thesen
8. Abschließende Diskussion / Bedeutung für soziale Arbeit
9. Zusammenfassung
10. Literaturverzeichnis
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Arbeitsfeld der 24-Stunden-Persönlichen Assistenz aus der spezifischen Sicht der Assistenten zu beleuchten, da deren Perspektive in der Literatur bisher unterrepräsentiert ist. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Assistenten ihre Rolle in der engen, intimen Beziehungsstruktur zum Assistenznehmer wahrnehmen, welche Konfliktfelder existieren und welche Erwartungen sie an ihre Tätigkeit sowie an den Arbeitgeber haben.
4.3.2. Macht und Abhängigkeit
Das eingangs in diesem Kapitel dargestellte besondere Verhältnis von A.N. und Assistent im Modell der Persönlichen Assistenz ist nicht frei von Abhängigkeiten. Der behinderte Mensch ist auf Hilfen angewiesen. Damit verbinden sich die Erfahrungen von Ohnmacht, da zwar Anweisungen zur Ausführung gegeben werden können, diese jedoch nie perfekt sind und das eigene Ausführen einer Handlung nicht ersetzen können (vgl. ebd. Fib, 2000, S. 4).
Mit einer solchen Lebenssituation umzugehen, ist eine persönliche Herausforderung und birgt die Gefahr, dass eine stark empfundene Ohnmacht im Arbeitsverhältnis sich in Machtinteresse gegenüber den Assistenten äußert. In der P.A. werden Macht und Ohnmacht zwar beidseitig erlebt (vgl. ebd.), doch in Bezug auf deren Ausprägung und Intensität gibt es Unterschiede.
Dem A.N. sind durch ständigen Assistenzbedarf kaum Möglichkeiten gegeben sich in seiner Privatsphäre abzugrenzen, während der Assistent dies recht leicht vermag. Er hat durch die arbeits-freie Zeit die Möglichkeit, seine Privatsphäre unbeobachtet auszuleben. Zwar befindet er sich in einer finanziellen Abhängigkeit, hat jedoch jederzeit die Möglichkeit aus dieser Arbeit auszusteigen (vgl. ebd.). Der A.N. kann die Assistenten auswechseln, die Grundabhängigkeit aber bleibt.
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihre Wahl des Themas aus der eigenen Berufserfahrung heraus und erläutert die Notwendigkeit einer empirischen Untersuchung zur Sichtweise von Assistenten.
2. Geschichte der (west-)deutschen Behindertenbewegung: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entwicklung von Selbsthilfegruppen und Behindertenverbänden als Vorläufer des Selbstbestimmt-Leben-Gedankens.
3. Der Weg zur Persönlichen Assistenz: Der Übergang von der ISB über Assistenzgenossenschaften bis hin zum Konzept "Selbstbestimmt Leben" wird dargestellt.
4. Die Persönliche Assistenz: Definition, Struktur, Finanzierung und die spezifischen Anforderungen des 24-Stunden-Modells werden hier detailliert analysiert.
5. Methodische Vorgehensweise: Die Autorin legt ihre Thesen dar und beschreibt das Design ihrer empirischen Befragung mittels Fragebögen.
6. Statistische Auswertung: Die erhobenen Daten zur Soziographie der Assistenten und zu deren Arbeitsalltag, Konflikten und Werten werden deskriptiv ausgewertet.
7. Prüfung der Thesen: Die eingangs aufgestellten Thesen werden anhand der erhobenen empirischen Ergebnisse kritisch überprüft.
8. Abschließende Diskussion / Bedeutung für soziale Arbeit: Die Ergebnisse werden reflektiert und die Relevanz des Berufsfeldes für die Soziale Arbeit erörtert.
9. Zusammenfassung: Ein abschließender Überblick über die Ergebnisse zur Zufriedenheit der Assistenten und der Bedarf nach weiterer Ausgestaltung des Berufsfeldes.
Persönliche Assistenz, Behindertenbewegung, 24-Stunden-Assistenz, Assistenznehmer, Empowerment, Selbstbestimmt Leben, Arbeitsverhältnis, Konfliktmanagement, Machtverhältnisse, Rollenverständnis, Soziale Arbeit, Empirische Sozialforschung, Arbeitgebermodell, Supervision, Arbeitsbelastung.
Die Arbeit untersucht das Berufsfeld der Persönlichen Assistenz, insbesondere im 24-Stunden-Modell, aus der Perspektive der Assistenten selbst.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Behindertenbewegung, das Konzept der Persönlichen Assistenz, Rollenverständnisse in der Pflegebeziehung, Macht- und Abhängigkeitsstrukturen sowie die Arbeitsbedingungen von Assistenten.
Ziel ist es, tiefere Einblicke in die Beziehungsgestaltung zwischen Assistent und Assistenznehmer zu gewinnen und insbesondere die subjektiven Belastungen und Erwartungen der Assistenten zu evaluieren.
Die Autorin nutzt einen quantitativen Ansatz in Form einer schriftlichen Befragung mittels Fragebögen, die an in Köln tätige Assistenten verschickt wurden.
Im Hauptteil werden soziographische Daten der Assistenten, ihre Aufgabenfelder, Werte, Beziehung zum Arbeitgeber, mögliche Konfliktquellen sowie ihr Wunsch nach Supervision und Fortbildung analysiert.
Wichtige Begriffe sind Persönliche Assistenz, Selbstbestimmung, Rollenkonflikte, 24-Stunden-Betreuung und das Arbeitgebermodell.
Da die Assistenz im häuslichen und intimen Umfeld des Arbeitgebers stattfindet, entsteht oft eine enge Beziehungsstruktur, die das Risiko von Rollenverwirrungen und Grenzüberschreitungen birgt.
Etwa die Hälfte der Befragten begrüßt Angebote zur Fortbildung (z. B. Hebetechnik, soziale Kompetenz) und Supervision, um die psychische Belastung durch die Intimität des Arbeitsfeldes professionell aufzufangen.
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