Bachelorarbeit, 2018
61 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Definition Migrationshintergrund
2.1 Migration
2.2. Migration nach Deutschland
2.3 Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem
3 Definition Bildung
3.1 Definition: Bildungsbenachteiligung
3.2 Bildungsbeteiligung von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem
3.2.1 Vorschulische institutionelle Betreuung, Einschulung und Grundschulbesuch
3.2.2 Übertritt von der Primar- in die Sekundarstufe
3.3 Anteil an Sonderschulen
3.4 Bildungserfolg
4 Empirische Befunde
4.1 Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU)
4.2 PISA: Programme for International Student Assessment
4.2.1 PISA 2000
4.2.2 PISA 2003
4.2.3 PISA 2006
5 Familiärer Hintergrund
5.1 Kulturelles Kapital
5.2 Soziales Kapital
5.3 Ökonomisches Kapital
5.4 Bildungsaspiration von türkischen und deutschen Familien im Vergleich
5.5 Realitätsferne Bildungsaspirationen – früher
5.6 Realitätsferne Bildungsaspiration – heute
5.7 Die Bildungstradition
5.8 Der erwartete Bildungsnutzen
5.9 Der Einfluss der elterlichen Sozialisation
5.10 Erziehungsstile
6 Erklärungsansätze für die Bildungsbenachteiligung nach Diefenbach
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und analysiert dabei insbesondere, welchen Einfluss der familiäre Hintergrund auf die schulischen Leistungen ihrer Kinder nimmt.
Die Bildungstradition
Einflussfaktoren wie die Bildungstradition und der erwartete Bildungsnutzen tragen erheblich zur Erklärung divergierender innerfamiliärer Bildungsbestrebungen bei. Im weiteren Verlauf wird auf diese Einflussgrößen näher eingegangen.
Die Bildungsabschlüsse der Eltern beeinflussen den schulischen Werdegang ihrer Kinder, da die Entscheidung über die Schulformwahl in Zusammenhang zum elterlichen Bildungsstatus steht. Untersuchungsergebnisse belegen, dass „Kinder aus bildungshöheren Schichten in unteren Bildungsgängen seltener anzutreffen sind als Kinder aus bildungsfernen Schichten“ (Solga, Wagner 2008 in: Fereidooni 2011, S. 124). Eltern mit höheren Bildungsabschlüssen entscheiden sich bei gleichen schulischen Leistungen ihrer Kinder häufiger für das Gymnasium als Eltern mit niedrigen Bildungsabschlüssen (ebd., S. 124). Zudem schicken Eltern mit niedrigem Bildungsstatus ihre Kinder trotz gymnasialer Empfehlung seltener aufs Gymnasium als Familien mit höherem Bildungsstatus. Bei Eltern mit höherem Bildungsstandard steht die Entscheidung für die präferierte Schulform frühzeitig fest. Dabei scheinen weniger Überzeugungen von der Begabung des Kindes von Bedeutung zu sein, sondern vielmehr die angestrebten Bildungsziele und die schulische Tradition der Familie (ebd., S. 124). Ein Grund dafür könnte in der Nähe bzw. Ferne der Eltern zu Bildungsinstitutionen liegen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problem der Diskrepanzen im Schulerfolg von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund ein und erläutert die Forschungsabsicht der Arbeit.
2 Definition Migrationshintergrund: In diesem Kapitel werden der Migrationsbegriff begrifflich geklärt, Migrationsformen unterschieden und die soziologische Einordnung von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland vorgenommen.
3 Definition Bildung: Das Kapitel definiert den Bildungsbegriff soziologisch und pädagogisch und analysiert die Benachteiligung durch institutionelle Diskriminierung sowie die Bildungsbeteiligung entlang der Schullaufbahn.
4 Empirische Befunde: Hier erfolgt eine Auswertung internationaler Leistungsstudien wie IGLU und PISA, um das Ausmaß der Benachteiligung von Migrantenkindern in verschiedenen Kompetenzbereichen zu belegen.
5 Familiärer Hintergrund: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen des kulturellen, sozialen und ökonomischen Kapitals aus Bourdieu’scher Perspektive sowie den Einfluss familiärer Erziehungseinstellungen und Bildungsaspirationen.
6 Erklärungsansätze für die Bildungsbenachteiligung nach Diefenbach: Diefenbach’s Theoriemodell zur Bildungsbenachteiligung wird vorgestellt, welches kulturalistische, sozioökonomische und migrationsspezifische Erklärungen sowie Systemeffekte unterscheidet.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Verflechtung von familiären Ressourcen, institutionellen Rahmenbedingungen und individuellen Bildungsbiographien zusammen.
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Schulerfolg, kulturelles Kapital, sozioökonomischer Status, PISA, IGLU, Bildungsaspiration, Institutionelle Diskriminierung, Schulleistungen, Migrationsforschung, Chancengleichheit, Bildungssoziologie, Türkische Familien, Schulübergang
Die Arbeit analysiert die Ursachen für Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und untersucht dabei insbesondere den Einfluss des familiären Hintergrunds auf den Schulerfolg der Kinder.
Zentrale Themen sind institutionelle Diskriminierungsmechanismen, der Einfluss von familiärem Kapital (kulturell, sozial, ökonomisch) sowie die Rolle von Bildungsaspirationen und Erziehungsstilen bei Zuwandererfamilien.
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem häufiger benachteiligt werden und welchen Einfluss die Familie, ihre Ressourcen und Erwartungen auf den schulischen Weg ihrer Kinder nehmen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien sowie der Auswertung empirischer Daten nationaler und internationaler Leistungsstudien wie IGLU und PISA.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Bildung und Migration, die empirische Darstellung schulischer Diskrepanz, die detaillierte Analyse familiärer Kapitalformen nach Bourdieu sowie die Diskussion von Diefenbachs Erklärungsansätzen für Bildungsungleichheit.
Die wichtigsten Begriffe sind Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Schulerfolg, kulturelles Kapital, Bildungsaspiration, PISA und institutionelle Diskriminierung.
Das kulturelle Kapital, wie etwa der Bildungsgrad der Eltern oder der Besitz an Kulturgütern im Haushalt, bestimmt maßgeblich die Lernumwelt eines Kindes und hat direkte Auswirkungen auf die schulische Leistungsfähigkeit und die Übergangsempfehlungen.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Lehrkräfte oft subjektive Einschätzungen bei der Übergangsempfehlung treffen, die stark vom Sozialstatus und Sprachvermögen der Schüler beeinflusst sind, wodurch institutionelle Diskriminierung stattfindet.
Während türkische Eltern Bildung stark mit gesellschaftlichem Aufstieg, Statusgewinn und familiärer Pflicht verbinden, unterstreichen deutsche Eltern mit höherem Bildungsgrad tendenziell die individuelle Selbstverwirklichung und Entfaltung des Kindes.
Es beschreibt den starken Willen von Einwanderern zum sozialen Aufstieg, da sie ihre eigenen unerreichten Bildungs- und Berufsziele in Deutschland durch ihre Kinder kompensieren wollen.
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