Bachelorarbeit, 2010
70 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Bilanzdelikte
2.1. Definition
2.2. Gesetzliche Regelungen
2.3. Ursache/ Motive für Bilanzdelikte
3. Kategorisierung/ Systematisierung von Bilanzdelikten
3.1. Erfolgsneutrale Bilanzdelikte
3.1.1. Unberechtigte Gruppenbildung
3.1.1.2. Praxisbeispiel: Kehrgeräte AG
3.1.1.3. Auswirkung auf den Jahresabschluss
3.1.1.4. Erkennbarkeit
3.1.1.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.1.2 Falschbenennung
3.1.2.1. Sachverhalt
3.1.2.2. Praxisbeispiel: Zweite Buchführung
3.1.2.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss
3.1.2.4. Erkennbarkeit
3.1.2.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.1.3. Unberechtigte Saldierung/Unterlassung notwendiger Saldierung
3.1.3.1. Sachverhalt
3.1.3.2. Praxisbeispiel: Kehrgeräte AG
3.1.3.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss:
3.1.3.4. Erkennbarkeit
3.1.3.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.2. Erfolgswirksame Bilanzdelikte
3.2.1. Ausgewählte Bewertungsdelikte
3.2.1.1. Sachverhalt
3.2.1.2. Praxisbeispiel: Hugo Boss
3.2.1.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss
3.2.1.4. Erkennbarkeit
3.2.1.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.2.2. Ausgewählte Ansatzdelikte
3.2.2.1. Umsatzrealisation
3.2.2.1.1. Sachverhalt
3.2.2.1.2. Praxisbeispiel: Bankgesellschaft Berlin
3.2.2.1.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss
3.2.2.1.4. Erkennbarkeit
3.2.2.1.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.2.2.2. Einstellen nicht vorhandener Posten in den Jahresabschluss
3.2.2.2.1 Sachverhalt
3.2.2.2.2. Praxisbeispiel: Flowtex
3.2.2.2.3. Auswirkung auf den Jahresabschluss
3.2.2.2.4. Erkennbarkeit
3.2.2.2.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.2.3. Geschäfte mit nicht konsolidierten Unternehmen („Konzerngeschäfte“)
3.2.3.1. Sachverhalt
3.2.3.2. Praxisbeispiel: Enron
3.2.3.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss
3.2.3.4. Erkennbarkeit
3.2.3.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
3.2.4. Ausweis fingierter Umsätze (Scheingeschäfte)
3.2.4.1. Sachverhalt
3.2.4.2. Praxisbeispiel: Comroad
3.2.4.3. Auswirkungen auf den Jahresabschluss
3.2.4.4. Erkennbarkeit
3.2.4.5. Bilanzanalytische Maßnahmen
4. Fazit
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse und Kategorisierung von Bilanzdelikten, um die Ursachen und Motive hinter bewussten Manipulationen der Unternehmenslage zu verstehen. Dabei wird untersucht, wie unterschiedliche Formen der Bilanzfälschung und -verschleierung die Transparenz am Kapitalmarkt gefährden und welche bilanzanalytischen Maßnahmen zur Aufdeckung dieser Delikte beitragen können.
3.2.2.2.2. Praxisbeispiel: Flowtex
Die von Manfred Schmider und Klaus Kleiser 1983 gegründete Tiefbaufirma „Flowtex“, mit Sitz in Ettlingen, konzentrierte sich mit dem Vertrieb von sogenannten „Horizontal-Bohrgeräten“, für das sie 1986 ein Patent erhielt. Mit diesen Bohrgeräten können unterirdische Bohrungen vorgenommen werden, um z.B. Kabel zu verlegen, ohne dabei die Oberfläche oder Straßen aufreißen zu müssen. Schmider gelang es, innerhalb weniger Jahre ein Imperium aufzubauen, zu dem neben einer Beteiligungsgesellschaft mit mehreren Tochterfirmen auch unabhängige Strohfirmen gehörten. Das Unternehmensgeflecht von Flowtex bestand aus 90 Unternehmen, die durch die Unterstützung von Banken und Leasingunternehmen finanziert wurden.
Schmider und Kleiser kamen dann 1990 auf die Idee, den Unternehmenserfolg mit kriminellen Mitteln nachzubessern. Schmider kaufte nicht existierende Bohrgeräte, bei dem sich der Stückpreis zwischen 0,5 und 1 Millionen € belief, von Strohfirmen und gleichzeitig auch Tochterunternehmen KSK, um diese wiederum an Endkunden zu vermieten. Um diese Bohrgeräte finanzieren zu können, schloss Schmider Leasingverträge mit Banken und Leasingunternehmen ab. Die Einnahmen der Strohfirma KSK gingen als zusätzliche liquide Mittel bei der Firma Flowtex ein. Die Leasingraten wurden dadurch finanziert, dass immer wieder neue Verträge abgeschlossen wurden (siehe Abbildung 6). Schmider und Kleiser entwickelten ein klassisches Schneeballsystem: Flowtex kaufte Bohrgeräte von der KSK, die in Wirklichkeit nie existierten. Diese Geräte wurden von Banken und Leasingverträgen finanziert, um sie weitervermieten zu können. Dabei hat Schmider bei der Besichtigung der Bohrgeräte die Vertreter von Banken und Leasingunternehmen ausgetrickst. Schmider führte den Vertretern immer wieder dieselben Bohrgeräte vor, indem er diese von der einen zur nächsten Baustelle transportieren ließ. Um keinen Verdacht zu schöpfen, ließ Schmider und Kleiser bei jeder Besichtigung jedes Mal neue Typenschilder stanzen und Rechnungen fälschen.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Relevanz von Bilanzskandalen, deren negative Auswirkungen auf das Vertrauen der Anleger und die Notwendigkeit verschärfter Prüfungsstandards.
2. Bilanzdelikte: In diesem Kapitel wird der Begriff Bilanzdelikt definiert und es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die typischen Motive für das Management, Abschlüsse zu manipulieren, erläutert.
3. Kategorisierung/ Systematisierung von Bilanzdelikten: Dieser Hauptteil systematisiert Bilanzdelikte in erfolgsneutrale und erfolgswirksame Kategorien und analysiert diese detailliert anhand von Praxisbeispielen wie Kehrgeräte AG, Hugo Boss, Flowtex, Enron und ComRoad.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bilanzdelikte trotz verschärfter Gesetze bestehen bleiben, und betont die Bedeutung von unternehmensethischen Standards sowie modernen Fraud-Hotlines und Prüfsoftware.
Bilanzdelikte, Bilanzmanipulation, Wirtschaftskriminalität, Jahresabschluss, Bilanzfälschung, Bilanzverschleierung, Abschlussprüfung, Flowtex, Enron, ComRoad, Hugo Boss, Enforcement, Fraud-Triangle-Modell, Kapitalmarkt, Rechnungslegungsvorschriften
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Bilanzdelikte und unternimmt den Versuch, diese in verschiedene Kategorien zu unterteilen, um die Ursachen und Aufdeckungsmöglichkeiten besser zu verstehen.
Die Arbeit befasst sich mit der Abgrenzung von legaler Bilanzpolitik und illegaler Bilanzmanipulation, den Motiven für solche Taten sowie den Auswirkungen auf den Jahresabschluss.
Ziel ist es, Bilanzdelikte zu definieren, ihre Ursachen zu untersuchen und an Praxisbeispielen zu zeigen, wie diese Manipulationen technisch umgesetzt, wie sie erkannt werden und welche Gegenmaßnahmen möglich sind.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise, indem sie theoretische Grundlagen aus der Fachliteratur mit konkreten Fallbeispielen verknüpft, um ein Systematisierungsmodell für Bilanzdelikte zu entwickeln.
Der Hauptteil unterscheidet zwischen erfolgsneutralen Bilanzdelikten (z.B. Gruppenbildung, Falschbenennung) und erfolgswirksamen Bilanzdelikten (z.B. Ansatz- und Bewertungsdelikte) und analysiert dazu bekannte Fälle wie Flowtex und Enron.
Bilanzdelikte, Bilanzmanipulation, Wirtschaftskriminalität, Jahresabschluss, Abschlussprüfung und Kapitalmarktschutz.
Durch ein Schneeballsystem, bei dem fiktive Bohrgeräte mehrfach finanziert wurden und Schmider den Vertretern bei Besichtigungen stets dieselben, physisch vorhandenen Geräte präsentierte.
Enron verlagerte risikobehaftete Geschäftsfelder und Schulden in diese Zweckgesellschaften, um sie aus der Konzernbilanz herauszuhalten und so eine künstlich verbesserte Kreditwürdigkeit vorzutäuschen.
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